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24.04.2007

UPDATE2: Continental bekräftigt Interesse an VDO

(NEU: Aussagen des Vorstands, Abstimmungsergebnis, Aktienkurs aktualisiert)

Von Michael Brendel

Dow Jones Newswires

HANNOVER(Dow Jones)--Die Continental AG hat ihr Interesse an dem Automobilgeschäft der Siemens AG bekräftigt und will offenbar mehr als von Experten erwartet zahlen. Siemens VDO wäre "ohne jeden Zweifel eine Verstärkung", sagte der Conti-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer am Dienstag auf der Hauptversammlung in Hannover. Aus beiden Unternehmen könne "ein noch besseres Unternehmen mit besten Zukunftsperspektiven im globalen Wettbewerb" entstehen.

Analysten bewerten VDO mit 7 Mrd bis zu 10 Mrd EUR und gehen davon aus, dass Conti für einen VDO-Kauf mehr bietet als Siemens durch ein IPO erlösen könnte. Wennemer versicherte am Dienstag, dass Conti im Fall von Übernahmen nur dann einen für den Markt unerwartet hohen Kaufpreis zahlen werde, wenn der Konzern den Preis selbst als angemessen angesehen betrachte. "Sollten wir in Zukunft für einen Zukauf nach Ansicht von Beobachtern einen 'stolzen' Preis bezahlen, dann können Sie ganz sicher davon ausgehen, dass wir diesen Preis für gerechtfertigt halten", sagte er.

Siemens hat dagegen wiederholt betont, trotz Interessensbekundungen für VDO werde derzeit nur ein Börsengang "konkret" geplant. Interesse gibt es offenbar sowohl bei strategischen als auch bei Finanzinvestoren. Offiziell hat bislang lediglich Continental Interesse an einer teilweisen oder kompletten Übernahme von Siemens VDO bekundet. Eine Übernahme von VDO sei von der Finanzseite kein Problem, sagte Wennemer weiter. Bei den Management-Kapazitäten würde es aber sicherlich zunächst Engpässe geben.

Conti hat mehr als 4 Mrd EUR für Übernahmen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurde bereits für rund 1 Mrd USD das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola erworben und vor wenigen Tagen eine 51-prozentige Beteiligung an dem slowakischen Reifenhersteller Matador bekannt gegeben.

Zur Absicherung der Expansionspläne hat sich der Konzern zudem von den Aktionären mit einer Zustimmung von 95,7% eine Kapitalerhöhung von bis zu 50% genehmigen lassen. Dadurch könnten dem Unternehmen im Bedarfsfall nach derzeitigem Börsenkurs etwa 7,3 Mrd EUR zufließen. "Wir sind in einem globalen Wettbewerb unterwegs, das gilt auch für die Dimension möglicher Akquisitionen. Deshalb denken wir durchaus gleich in einem größeren Rahmen", sagte Wennemer. Im vergangenen Jahr hatten die Anteilseigner einen solchen Schritt noch verweigert.

Weiterhin rechnet Conti mit einem organischen Umsatzwachstum von mindestens 5% sowie einem steigenden operativen Ergebnis. "Wir haben das Ziel in den ersten vier Monaten ganz gut erreicht", so Wennemer. Im vergangenen Jahr hatte Conti bei einem Umsatzplus von 7,6% auf 14,89 Mrd EUR ein um 6,3% höheres EBIT von 1,60 Mrd EUR ausgewiesen. Gestiegene Rohstoffpreise belasteten das Ergebnis mit 317 Mio EUR.

Erneut stellte er auch eine größere Effizienz bei den Bilanzstrukturen in Aussicht. "In erster Linie wollen wir dies durch geeignete Akquisitionen erlangen", sagte er. Angepeilt werde dabei ein Verschuldungsgrad von 80% bis 100%. Im vergangenen Jahr hatte das Gearing bei 25% gelegen. Aktienrückkäufe seien bei diesem Vorhaben "für uns von geringerer Priorität".

Positiv äußerte er sich auch zu den langfristigen Aussichten im margenstarken Winterreifengeschäft - trotz des weltweiten Anstiegs der Durchschnittstemperaturen. "Wir gehen davon aus, dass das Winterreifengeschäft weiter wachsen wird", sagte Wennemer. Einen Einfluss durch den Klimawandel sehe er nicht.

Überraschend bestätigte der Aufsichtsratsvorsitzende Hubertus von Grünberg, dass Personalvorstand Thomas Sattelberger um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten hat. Der 57-Jährige ist seit 2003 als Personalvorstand bei Conti. Einem Medienbericht zufolge wechselt er als Arbeitsdirektor zur Deutschen Telekom.

Am Dienstag verlor die Conti-Aktie bis 15.00 Uhr 1,1% auf 100,42 EUR. Trotz der im Vergleich zu den wichtigsten Wettbewerbern positiven Ertragsentwicklung im vergangenen Jahr hat die Conti-Aktie auf Jahressicht nur um 8% zugelegt. Allerdings hat sich der Wert in den vergangenen vier Jahren mehr als versechsfacht und mit 103,80 EUR kürzlich ein Allzeithoch erreicht.

Wettbewerber wie Goodyear oder Michelin hatten in den vergangenen zwölf Monaten zwar schwerer an den hohen Rohstoffkosten und Restrukturierungsmaßnahmen zu tragen und waren teilweise in die Verlustzone gerutscht. Die Kursentwicklung war von einer niedrigen Basis aus aber deutlich positiver: Goodyear stiegen um 240%, Michelin um 60%.

Webseite: http://www.conti-online.com

-Von Michael Brendel, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3115,

michael.brendel@dowjones.com

DJG/mbr/brb

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