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03.05.2010

UPDATE2: Continental und United fusionieren zur weltgrößten Airline

(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz, weitere Details, Hintergrund)

(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz, weitere Details, Hintergrund)

Von Hans Seidenstücker DOW JONES NEWSWIRES

NEW YORK (Dow Jones)--Nach mehreren gescheiterten Versuchen finden die US-Fluglinien United und Continental doch zueinander und schließen sich zur weltgrößten Fluglinie zusammen. Sie überflügeln damit den bisherigen Marktführer Delta Airlines, der erst im vergangenen Jahr die Übernahme des Konkurrenten Northwest Airlines abgeschlossen hatte. Noch könnten die Gewerkschaften und Kartellbehörden den neuen Partnern einen Strich durch die Rechnung machen.

United und Continental reagieren mit dem Zusammenschluss auf den steigenden Wettbewerbsdruck durch Billigflieger sowie die als erfolgreich erachtete Fusion von Delta und Northwest. 2009 zählten Continental und United zusammen 203,3 Mrd verkaufte Sitzplatzmeilen (RPM - Revenue Passenger Miles) während Delta auf 188,9 Mrd verkaufte Sitzplatzmeilen kam. Die neue Gesellschaft United Continental Holdings Inc wird rund 370 Ziele weltweit anfliegen. Delta kommt nach eigenen Angaben auf rund 350 Destinationen.

Bei einer Telefonkonferenz warben United-CEO Glenn Tilton und Continental-CEO Jeffrey Simsek für die Fusion. Das Netz der beiden Fluglinien ergänze sich ideal. Bei internationalen Routen gäbe es keine Überschneidungen, bei Flügen innerhalb der USA nur auf 14 Strecken. Bedenken, dass ein Veto der Wettbewerbsbehörden den Zusammenschluss verhindern könnte, versuchten die Manager zu zerstreuen. An allen Drehscheiben sei das kombinierte Unternehmen harter Konkurrenz ausgesetzt, es gebe keine ernsthaften kartellrechtlichen Probleme.

2000 war die Übernahme des Wettbewerbers US Airways durch United Airlines noch am Widerspruch der US-Kartellbehörden gescheitert. Doch seitdem hat sich das Wettbewerbsumfeld in den USA grundlegend geändert. Billigflieger wie Southwest Airlines, Jetblue oder Airtran machen den etablierten Gesellschaften zunehmend auch im Geschäftsreisesegment Konkurrenz.

Zudem dürften sich United und Continental durch die Zustimmung der US-Kartellbehörde zur Fusion von Delta Airlines und Northwest Airlines ermutigt fühlen. Ende 2008 war der Zusammenschluss genehmigt worden. Zur Begründung hieß es unter anderem, dass die Routen der beiden Fluglinien kaum überlappten und der Wettbewerb kaum leiden werde - Argumente, die nun auch Continental und United anführen.

Schwieriger könnte es für die künftigen Partner sein, die Zustimmung der Gewerkschaften zu erhalten. Erst vor wenigen Wochen waren die Gespräche zwischen United und US Airways über einen Zusammenschluss unter anderem am Widerstand der US-Airways-Gewerkschaften gescheitert. Das Kabinenpersonal von United erklärte am Montag, dass man den Zusammenschluss mit Continental erst unterstützen könne, wenn ein neuer Gehalts- und Manteltarifvertrag abgeschlossen werde. Die Pilotengewerkschaften der beiden Fluglinien erklärten, sie würden gemeinsam gegen die Fusion vorgehen, falls die Rechte ihrer Mitglieder nicht gewahrt würden.

Die kombinierte Flotte von United und Continental umfasst nach Angaben vom Montag 692 Flugzeuge. Je nach Marktentwicklung könne sie in vier Jahren zwischen 550 bis 750 Flugzeuge umfassen, sagte Continental-CEO Smisek, der die neue Gesellschaft als CEO leiten soll. Continental betreibt ausschließlich Boeing-Flugzeuge während United sowohl Boeing- als auch Airbus-Maschinen einsetzt. Dies hatte in den vergangenen Woche zu Spekulationen geführt, die fusionierte Airline könnte in Zukunft ausschließlich Boeing-Flugzeuge einsetzen, da Continental eine sehr enge Beziehung zum Flugzeughersteller aus Chicago führt. Am Montag sagte United-CEO Tilton, der Nutzen der bestellten Airbus A350 bleibe unverändert. Sowohl United als auch Continental haben Bestellungen für die konkurrierende Boeing 787.

Das Transaktionsvolumen des am Montagmorgen angekündigten Zusammenschlusses wird auf 3,15 Mrd USD beziffert. Im Rahmen der Fusion bekommen die Continental-Aktionäre für eine Aktie 1,05 Stammaktien von United. Die Aktionäre von United werden an dem neuen Konzern 55% halten und die Aktionäre von Continental 45%.

Continental und United hatten bereits 2008 Fusionsgespräche geführt, die jedoch scheiterten. Stattdessen entschieden sich die beiden Fluglinien zu einer verstärkten Zusammenarbeit. Daraufhin verließ Continental die Flugallianz Sky Team, der unter anderem Delta und Air France angehören, und trat der Flugallianz Star Alliance bei. Neben United gehört unter anderem auch die Deutsche Lufthansa AG der Star Alliance an.

Webseiten: www.ual.com www.continental.com -Von Hans Seidenstücker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com (Doug Cameron und Christine Benders-Rügers haben zu diesem Bericht beigetragen.) DJG/has/bam

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