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14.05.2008

UPDATE2: Deutsche Telekom und Griechenland einigen sich über OTE

(NEU: Weitere Details der Transaktion)

(NEU: Weitere Details der Transaktion)

ATHEN (Dow Jones)--Die Deutsche Telekom AG und die griechische Regierung haben sich über eine Beteiligung des Bonner Konzerns an der Hellenic Telecommunications Organization SA (OTE) geeinigt. Demnach werden der DAX-Konzern und Griechenland jeweils eine Beteiligung von 25% plus eine Aktie an dem griechischen Telekomkonzern halten, wie beide Seiten am Mittwoch mitteilten. Außerdem kann die Deutsche Telekom ihren Anteil an dem Ex-Monopolisten künftig weiter aufstocken.

Zunächst hat die Deutsche Telekom den mit der Marfin Investment Group (MIG) Mitte März 2008 unter Vorbehalt geschlossenen Vertrag über den Erwerb einer knapp unter 20-prozentigen OTE-Beteiligung ausgeübt und die Anteile zu einem Gesamt-Kaufpreis von rund 2,55 Mrd EUR erworben. Zudem wird die Telekom einen Anteil von 3% an OTE vom griechischen Staat zu einem Preis von 29 EUR je Aktie übernehmen, entsprechend einem Gesamtvolumen von rund 430 Mio EUR.

Zusätzlich will die Deutsche Telekom ihre OTE-Beteiligung um weitere 2% durch den Zukauf von Aktien am Markt arrondieren. Auf Basis des aktuellen Kurses der OTE-Aktie bezifferte die Telekom den Gesamt-Kaufpreis für die Beteiligung von 25% plus einer Stimme auf rund 3,2 Mrd EUR.

Die Vereinbarung, die unter anderem vorsieht, dass sowohl die Deutsche Telekom als auch die griechische Regierung jeweils fünf der insgesamt zehn OTE-Board-Sitze bekommen, steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen sowie einer Zustimmung des griechischen Parlaments.

Künftig wird der griechische Staat gemäß der Vereinbarung den Chairman von OTE ernennen, die Deutsche Telekom den CEO. Voraussetzung ist jedoch die Zustimmung der jeweils anderen Seite, die den Kandidaten des anderen Großaktionärs insgesamt zweimal ablehnen darf. Nach Darstellung des griechischen Finanzministers George Alogoskoufis ist es wahrscheinlicher, dass sich die Telekom und die griechische Regierung auf einen Kandidaten verständigen werden, der beide Positionen in Personalunion inne haben wird.

Über die aktuell vereinbarten Beteiligungsverhältnisse bei OTE hinaus hat sich die Telekom zudem die Möglichkeit gesichert, ihren Anteil an dem griechischen Telekomkonzern künftig weiter aufzustocken. So verfügt die griechische Regierung über eine Put-Option für weitere 5% der OTE-Anteile. Diese Option gilt für einen Zeitraum von 12 Monaten und ist frühestens ab Oktober 2008 ausübbar. Für diese Option wurde ein Preis von 27,50 EUR je OTE-Aktie vereinbart, entsprechend einer Summe von rund 670 Mio EUR.

Eine zweite Put-Option hält die griechische Regierung nach Angaben der Telekom bis 2011 für weitere 10% der OTE-Anteile. Hierbei richte sich der Preis je OTE-Aktie nach den bei Ausübung der Option gültigen gewichteten Marktpreisen der OTE-Aktie zuzüglich eines Aufschlages von zunächst 20%, der später auf 15% sinkt. Zudem habe der griechische Staat der Deutschen Telekom ein allgemeines Vorkaufsrecht über seine OTE-Anteile eingeräumt.

Unter der Annahme einer Voll-Konsolidierung von OTE für das zweite Halbjahr 2008 und einer Beteiligung der Deutschen Telekom von 25% zum Jahresende wird sich die Transaktion nach Einschätzung des DAX-Konzerns bereits ab dem laufenden Jahr positiv auf das Ergebnis des Konzerns (vor der einmaligen Kaufpreisallokation) und den Free Cash-Flow auswirken.

Die Relation der Netto-Verbindlichkeiten zum bereinigten EBITDA des Konzerns in seiner neuen Konstellation erhöht sich nach Darstellung der Deutschen Telekom im laufenden Jahr auf rund 2,2 und sinkt im folgenden Jahr wieder ab. Diese Relation reflektiere, dass die Netto-Verbindlichkeiten von OTE zum Jahresende vollständig in die Bilanz einfließen, das EBITDA aber nur anteilig für die zweite Jahreshälfte 2008 in die Ertragsrechnung eingeht, die Relation also höher ausfällt als bei einer vollständigen Konsolidierung der OTE für ein ganzes Jahr.

Insgesamt liege jedoch auch nach dieser Rechnung im laufenden Jahr die Relation der Netto-Finanz-Verbindlichkeiten zum bereinigten EBITDA weiter am unteren Rand der von der Deutschen Telekom angestrebten Bandbreite von 2 bis 3.

Der Einstieg bei OTE eröffnet dem Bonner Konzern weitere Wachstumsmöglichkeiten auf dem südosteuropäischen Markt. OTE ist nach Darstellung der Telekom Marktführer im Festnetz- und Mobilfunkgeschäft in Griechenland. Darüber hinaus verfügt OTE über gut positionierte Tochtergesellschaften in Rumänien (Festnetz und Mobilfunk), Bulgarien (Mobilfunk), Mazedonien (Mobilfunk) sowie Albanien (Mobilfunk) und hält eine 20-prozentige Beteiligung am Festnetz- und Mobilfunk-Marktführer in Serbien.

Das Unternehmen verfügte zum Jahresende 2007 in den vollkonsolidierten Gesellschaften über 9 Millionen Festnetz-Anschlüsse, 1,2 Millionen Breitband- Kunden und 15,5 Millionen Mobilfunk-Teilnehmer. Insgesamt habe OTE in seinen Präsenz-Staaten Zugang zu einer Bevölkerung von rund 56 Millionen mit Wachstumspotenzial sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk.

Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte OTE den Umsatz um 7,3% auf 6,3 Mrd EUR. Das bereinigte EBITDA stieg um 3,4% auf 2,2 Mrd EUR, der Nettogewinn lag bei 0,66 Mrd EUR und übertraf damit den Vorjahreswert um 15,3%.

Die Deutsche Telekom erklärte, OTE passe sich sowohl hinsichtlich des Wachstumspotenzials als auch durch seine regionale Präsenz in den Telekom-Konzern ein. Die bisherige Präsenz der Deutschen Telekom in Zentral- und Ost- sowie Südosteuropa werde durch OTE ausgebaut und gestärkt. Nach Abschluss der Transaktion werde der Konzern in allen südosteuropäischen Ländern mit Ausnahme von Slowenien und Kosovo vertreten sein.

Umgekehrt profitiere auch OTE von der künftigen Zugehörigkeit zum Telekom-Konzern. Dies betreffe einerseits die Möglichkeit, Zugang zum technischen Know-How der Deutschen Telekom zu erhalten. Andererseits erzielte beispielsweise der weltweite Verbund der Mobilfunk-Gesellschaften des Konzerns Synergie-Effekte von mehr als 1,2 Mrd EUR im Jahr, die sich beispielsweise aus Einkaufsvorteilen bei technischen Anlagen, durch Größenvorteile im Handy-Einkauf oder auch im Marketing ergeben.

Aufgrund dieser Vereinbarung sind laut der Telekom neue Synergien mit einem Barwert von ca. 2 Mrd EUR zu erwarten.

Webseiten: http://www.telekom.com http://www.ote.gr DJG/DJN/brb/kla

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