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10.03.2009

UPDATE2: EADS hält 2009 positives Nettoergebnis für möglich

(NEU: Aussagen des Vorstands, Einschätzung von Analysten, Aktienkurs)

(NEU: Aussagen des Vorstands, Einschätzung von Analysten, Aktienkurs)

Von Kirsten Bienk

DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der weltweiten Wirtschaftskrise kann sich auch der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS in diesem Jahr nicht mehr entziehen. Trotz eines Auftragspolsters von 400 Mrd EUR zum Jahresende wird das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) rückläufig, aber "deutlich positiv" ausfallen, wie das Unternehmen am Dienstag erklärte. Ein positives Nettoergebnis ist möglich, aber nicht sicher. Entscheidend dafür ist nach Angaben von CFO Hans Peter Ring der Ausgang der Gespräche mit den Kunden des Militärtransporters A400M, dessen Auslieferung sich wegen technischer Probleme deutlich verzögert hat.

Bei 11% Umsatzwachstum im vergangenen Jahr verbuchte der Amsterdamer Konzern ein EBIT vor Firmenwertabschreibungen und Sonderposten von 2,83 Mrd EUR. 2009 will EADS den Umsatz auf dem Niveau des abgelaufenen Jahres halten, in dem Einnahmen von 43,265 Mrd EUR erzielt wurden. Voraussetzung dafür sind stabile Auslieferungen und ein Wechselkurs von 1,39 USD/EUR.

Ferner plant der Konzern mit Bruttobestellungen von 300 bis 400 Maschinen bei Airbus. Im ersten Halbjahr seien die Aussichten bei Airbus zufriedenstellend, die Entwicklungen im zweiten Halbjahr und darüber hinaus aber "nur schwer einzuschätzen", erklärte der Konzern.

Marktteilnehmer bezeichneten die Zahlen als solide. Zwar hätten Umsatz und EBIT von "Sondereffekten" profitiert, aber auch ohne diese Effekte lägen sie über den Konsenserwartungen , sagte ein Händler. Positiv beurteilte er die leicht über den Erwartungen liegende Dividende. Auch ein Analyst wertete die vorgelegten Zahlen als "in Ordnung". Die EADS-Aktie legte zunächst zu. Am frühen Nachmittag notierte sie jedoch mit knapp 2% im Minus bei 9,97 EUR.

Präzisieren will der EADS-Vorstand den Ausblick auf das laufende Jahr zu einem späteren Zeitpunkt. Erforderlich seien dazu sowohl eine bessere Einschätzung zur Entwicklung der zivilen Märkte als auch mehr Klarheit beim A400M-Programm. Unklar ist vor allem, wann die Probleme mit den Triebwerken gelöst sind.

Weitere Belastungen als Folge eines überarbeiteten Zeitplans beim A400M-Programm hält das Management für möglich. 2008 drückte das A400M-Programm das Konzern-EBIT um 704 Mio EUR. Trotz der Verzögerungen rechnet EADS nicht damit, dass der Erstkunde OCCAR seinen Vertrag zur Kündigung seiner kompletten Bestellung nutzt. Bislang hat OCCAR Anzahlungen von 5,7 Mrd EUR geleistet. Hinter OCCAR stehen die Länder Frankreich, Italien, Großbritannien, Italien, Deutschland, Belgien und Spanien. Der Vorstand begründet seine positive Einschätzung mit Wünschen aus Deutschland, Frankreich und Spanien nach weiteren Gesprächen. OCCAR kann nur kündigen, wenn alle Länder dies wollen.

Ein Analyst nannte das A400-Prgramm ein nicht zu unterschätzendes Risiko für EADS. Es könnte teuer für das Unternehmen werden. Bei der LBBW hieß es, allein im Schlussquartal habe das Programm das Ergebnis mit 459 Mio EUR belastet. Dort wird mit weiteren Belastungen im Volumen von bis zu 4 Mrd EUR gerechnet.

EADS selbst führt als Belastungen im laufenden Jahr neben steigenden Kosten für Forschung und Entwicklung eine bei bestehenden Kurssicherungen spürbare Währungsschwäche sowie sinkende Preise bei zugleich steigenden serienbegleitenden Kosten und vermehrte Kundenfinanzierungen an. Nur teilweise könne dies mit zusätzlichen Einsparungen im Power8-Programm ausgeglichen werden.

Airlines will der Flugzeughersteller bei der Finanzierung ihrer bestellten Maschinen weiter in "diskreter" Weise unterstützen. Das EADS-Management rechnet derzeit aber nicht damit, im laufenden Jahr mehr als 1,5 Mrd EUR freien Cash Flow dafür zu verbrauchen.

Mit dem Ergebnis des Jahres 2008 zeigte sich der Vorstand zufrieden. Umsatz und Ergebnis stiegen auf Basis einer "guten" Entwicklung in allen Geschäftsbereichen und positiven Währungseffekten im Vergleich zum Vorjahr. Die Aktionäre sollen deswegen eine auf 0,20 (0,12) EUR erhöhte Dividende erhalten. Je Aktie verdiente EADS 1,95 EUR, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 0,56 EUR angefallen war. Ausgeliefert hat Airbus 483 Flugzeuge und die Sparte Eurocopter 588 Hubschrauber.

Trotz nachlassender Nachfrage sieht der Vorstand den Konzern gut aufgstellt, um die Krise zu meistern. Eine weitere Drosselung der Flugzeugfertigung sei aus heutiger Sicht ebensowenig nötig wie weitere Sparprogramme und die Erstellung von Sozialplänen.

Allerdings erteilte der Vorstand großen Zukäufen in nächster Zeit eine Absage. Liquidität sichere die Flexibilität des Unternehmens und habe deswegen höchste Priorität, sagte CEO Louis Gallois auf der Bilanzpressekonferenz. Zum Jahresende verfügte über 9,2 Mrd EUR liquide Mittel.

Webseite: http://www.eads.com/ -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires; +49 (0)40 - 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/rio Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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