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11.04.2008

UPDATE2: Finanzkrise zwingt General Electric zu Gewinnwarnung

(NEU: Weitere Details, Aktienkurs)

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FAIRFIELD (Dow Jones)--Die Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten haben nun auch den US-Mischkonzern General Electric Co (GE) erreicht. Wegen Problemen beim Verkauf von Vermögenswerten verlief das Geschäft in der Finanzsparte schlechter als erwartet, auch Wertabschreibungen waren notwendig. GE verfehlte deshalb am Freitag mit ihren Erstquartalszahlen die Markterwartungen und reduzierte zudem ihre Gewinnprognose für das laufende Gesamtjahr.

Marktbeobachter äußerten sich enttäuscht über die Geschäftsentwicklung im Infrastrukturbereich. So hätten drei von vier Segmenten die Erwartungen verfehlt. GE Money hingegen habe die Ergebnisprognose übertroffen, heißt es. Die Aktie wird im frühen Handel an der Börse in New York mit einem deutlichen Abschlag von 11,3% bei 32,60 USD gehandelt.

Im ersten Quartal verbuchte der Konzern aus Fairfield einen Gewinnrückgang im fortgeführten Geschäft um 8% auf 0,44 USD je Aktie. Das war weniger als die von Analysten erwarteten 0,51 USD und lag auch unter der eigenen Prognose von 0,50 USD bis 0,53 USD. Die Umsätze sind hingegen um 8% auf 42,2 Mrd USD gestiegen, erreichten aber ebenfalls nicht die Markterwartungen von 43,68 Mrd USD.

Als Hauptgrund für das Verfehlen der Prognosen nannte GE ihre Finanzsparte. Die Krise an den Kapitalmärkten im März habe es dem Unternehmen schwer gemacht, Vermögenswerte zu verkaufen. Dadurch seien höhere Mark-to-Market-Verluste und Abschreibungen angefallen. Allein die Bewertungsverluste hätten das Ergebnis je Aktie des Gesamtkonzerns um 0,05 USD gemindert. Hinzu gekommen sei die schwächere US-Wirtschaft, wodurch die Sparte zusätzlich belastet wurde.

Dementsprechend schwach fällt das Ergebnis bei GE Money aus. Im Verbraucher- und Kleinkundengeschäft brach der Gewinn bei 7% höheren Einnahmen um 19% ein. Noch schlechter lief es im Bereich Commercial Finance, wo zwar die Einnahmen um 6,7% zulegten, unterm Strich aber ein Gewinnrückgang von 20% verzeichnet wurde.

Positiver lief es hingegen im Bereich Infrastruktur, mit dem GE etwa 40% ihres Gewinns generiert. Die weltweite Nachfrage sei weiterhin stark - die Umsätze in diesem Bereich kletterten um 23% und der Gewinn um 17%. Dabei verbuchte GE in den Bereichen Öl und Gas, Energie, Transport und Luftfahrt zweistellige Gewinnzuwächse. In diesen Segmenten sei keine Abschwächung in Sicht, wird GE-CEO Jeff Immelt in einer Mitteilung zitiert.

Infolge der Entwicklungen im ersten Quartal reduzierte GE ihre Prognose für das Gesamtjahr. So erwartet das Unternehmen jetzt nur noch ein Gewinnwachstum von bis zu 5%. In der Finanzsparte rechnet GE dabei mit einem Gewinnrückgang um 5% bis 10%, während im Industriegeschäft ein Gewinnplus von 10% bis 15% gesehen wird.

Das Ergebnis je Aktie erwartet der Konzern nun bei 2,20 bis 2,30 USD. Gründe seien die schwächere Konjunktur und die Entwicklung an den Finanzmärkten. Zuvor hatte GE ein Ergebnis je Aktie von mindestens 2,42 USD vorhergesagt, das wäre ein Wachstum von mindestens 10% gewesen. Analysten hatten bisher im Mittel mit einem Gewinn je Anteil von 2,43 USD gerechnet.

Auch die am Berichtstag von GE abgegebene Prognose für das zweite Quartal liegt unter den Marktschätzungen. Der Mischkonzern rechnet mit einem Ergebnis im fortgeführten Geschäft von 0,53 USD bis 0,55 USD je Aktie - die Konsensprognose lautete bisher auf 0,58 USD.

Das solide Wachstum im Infrastrukturgeschäft im ersten Quartal habe offenbar nicht ausgereicht, die Schwäche in anderen Bereichen auszugleichen, heißt es bei J. P. Morgan mit Blick auf die Zahlen. "Um eins klar zu sagen, Infrastruktur war mit einem Gewinnwachstum von 17% nicht 'schwach'; es ist aber so, dass dieses Geschäft unserer Ansicht nach '10 von 10 Punkten' erzielen muss und wir es eher als eine solide '6 bis 7' einschätzen." Das Auftragswachstum im Infrastrukturgeschäft sei in Ordnung gewesen, auch wenn 12% eine signifikante Verlangsamung gegenüber den 35% aus dem vorangegangenen Quartal bedeuteten, so die Analysten.

Ähnlich äußern sich die Experten bei der Citigroup. Demnach hätten alle Sparten außerhalb des Finanzgeschäfts die Erwartungen verfehlt. GE Money sei die einzige Sparte gewesen, in der die Prognose übertroffen wurde.

Infolge der GE-Gewinnwarnung gerieten die europäischen Aktienindizes unter Druck. So wurde der DAX nach der Gewinnwarnung deutlich ins Minus gezogen. Offenbar sei insbesondere der Bereich Financial Services betroffen, heißt es von einem Händler. Das erkläre auch die Einbußen bei Aktien des Bankensektors.

Ein Sprecher der deutschen Siemens AG wollte sich auf Anfrage nicht zu der Gewinnwarnung von GE äußern. Das Unternehmen wolle, wie bisher von CEO Peter Löscher angekündigt, am 30. April mit den Zweitquartalszahlen auch die neue Prognose für das Gesamtjahr 2008 abgeben.

Webseite: http://www.ge.com - Von Donna Kardos und Kevin Kingsbury, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29 725 103, unternehmen.de@dowjones.com; Bob Sechler an der Meldung mitgearbeitet. DJG/DJN/kla/bam

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