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26.04.2007

UPDATE2: freenet kündigt Sonderdividende an

(NEU: Aussagen von CEO Spoerr)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--In Ermangelung größerer Übernahmeziele will die fusionierte freenet AG zumindest einen Teil ihrer prall gefüllten Kriegskasse als Sonderdividende an die Aktionäre ausschütten. Damit sei aus heutiger Sicht auf jeden Fall zu rechnen, sagte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr am Donnerstag anlässlich der Bilanzvorlage. Damit versetzte er die Anleger in Kauflaune. Außerdem trug der dank Verlustvorträgen fast drei Mal höhere Reingewinn dazu bei, dass der Aktienkurs von freenet deutlich zulegte.

Über die Verwendung der liquiden Mittel, die voriges Jahr auf 534 (417) Mio EUR stiegen, ist schon lange spekuliert worden. Bis Ende Mai will der Vorstand nun darüber entscheiden. In Frage kommen auch Übernahmen, doch sei hier der Spielraum eingeschränkt, sagte Spoerr. Es zeichneten sich keine Ziele ab, für die man viel Geld in die Hand nehmen müsse. Von daher könnten die Aktionäre eine Sonderzahlung erwarten. Zur Höhe wollte sich der Vorstandschef noch nicht äußern. Dem Umfang einer Extra-Ausschüttung sind jedoch Grenzen gesetzt. Bei einer Kreditfinanzierung darf die Verschuldung das Zweieinhalbfache des Betriebsgewinns nicht übersteigen.

Im vergangenen Jahr haben die verzögerte Fusion, fallende Telefonpreise und höhere Kosten für Kundengewinnung und Marketing bei freenet trotz eines leicht gestiegenen Umsatzes von 2,06 Mrd EUR für rückläufige operative Gewinne gesorgt. Dank üppiger Zinsen auf die Barbestände lag das Vorsteuerergebnis mit 118 Mio jedoch etwas über Vorjahr. Unter dem Strich vermeldete das Hamburger Unternehmen hingegen einen um 180% höheren Nettogewinn von 257 Mio EUR.

Der Grund: Wegen der der Verschmelzung konnten jetzt erstmals konzernweit die Verlustvorträge der bislang eigenständigen mobilcom genutzt werden. Bilanztechnisch profitierte freenet ferner davon, das im Zuge der Fusion stille Reserven von gut 1 Mrd EUR aufgedeckt wurden, so dass letztlich ein Gewinn von 1,17 Mrd EUR in die Bilanz eingestellt werden konnte.

Die neue freenet ist Anfang März mit 18 Monaten Verspätung aus der Verschmelzung des Mobilfunkdienstleisters mobilcom mit dessen früherer Tochter, dem Internetanbieter freenet.de, hervorgegangen. Damit sei ein wichtiger Player im Markt entstanden, betonte Spoerr. Zu den Finanzzielen für das laufende Jahr will er sich erst bei der Vorlage der Erstquartalszahlen im Mai äußern. Strategisch setzt er künftig vor allem auf Bündelprodukte aus Mobilfunk und Breitband-Internet, die bereits zur CeBIT gestartet worden sind.

In diesen Kernsegmenten verzeichnete freenet 2006 trotz scharfen Wettbewerbs deutliche Kundenzuwächse - die Teilnehmerzahlen stiegen um jeweils 300.000 auf 5,1 Millionen Handynutzer bzw eine Million DSL-Anwender. Rückläufig war die Entwicklung hingegen bei der normalen Festnetztelefonie und beim schmalbandigen Internet.

Die angekündigte Sonderdividende gab dem Aktienkurs Auftrieb. Nachdem sie auf die reinen Geschäftszahlen zunächst nur mit einem leichten Zugewinn reagiert hatte, lag die Notierung am Mittag um 2,7% im Plus bei 22,90 EUR. Damit erzielten die Titel den zweithöchsten Zuwachs im TecDAX, der insgesamt um 0,5% stieg.

Webseite: http://www.freenet-ag.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

DJG/stm/mim

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