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03.09.2009

UPDATE2: Grenzebach bringt Kuka-Führungsspitze zu Fall

(NEU: Weitere Details)

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Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die seit Monaten andauernden Streitigkeiten um die Macht bei Kuka ist beendet. Der in den vergangenen Wochen durch den Großaktionär Grenzebach kontinuierlich erhöhte Druck auf das Management des Anlagen- und Roboterbauers hat seine Wirkung entfaltet: Die Kuka-Führungsriege um den Vorstandsvorsitzenden Horst J. Kayer und Finanzvorstand Matthias Rapp wird Ende September aus dem Unternehmen ausscheiden. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Bartke und drei weitere Mitglieder des Kontrollgremiums werden ihre Posten räumen.

Zum 18. September ziehen sich neben dem ehemaligen Daimler-Manager Bartke auch Reiner Beutel, Helmut Leube und Herbert Meyer aus dem Aufsichtsrat zurück. Drei der freigewordenen Plätze sollen schon bald wieder besetzt werden; mit Grenzebach-Vertrauten. In enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat will der schwäbische Kuka-Großaktionär kurzfristig die gerichtliche Bestellung von Dirk Abel, Uwe Loos und Uwe Ganzer für drei der vakanten Posten im Aufsichtsrat beantragen. Neuer Chefkontrolleur soll Grenzebach-Berater Till Reuter werden.

Wer den vierten freien Platz im Aufsichtsrat besetzen soll, war bislang nicht zu erfahren. In den Medien war zuletzt immer wieder davon berichtet worden, der berüchtigte US-Investor Guy Wyser-Pratte, der rund 10% an Kuka hält, strebe in das Kontrollgremium.

Auch Nachfolger für die Vorstandsposten sollen schon bald gefunden werden. Grenzebach-Intimus Reuter sagte, die "strukturierte Suche" laufe bereits seit einiger Zeit. "Wir sind zuversichtlich, die Vorstandspositionen zügig mit hervorragenden Kandidaten besetzen zu können".

Hinter den Kulissen des MDAX-Konzerns hatte es in den vergangenen Monaten heftige Streitereien gegeben. Den Kuka-Großaktionären, dem schwäbischen Maschinenbauer und Guy Wyser-Pratte, die gemeinsam rund 40% an der Kuka AG halten, kam der Strategiewechsel bei den Augsburgern zu langsam voran. Kuka will sich stärker in den Bereichen Energie, Medizintechnik und Luftfahrt engagieren, um die Abhängigkeit von der kriselnden Autoindustrie zurückfahren.

Im Geschäft mit Autoherstellern macht das Unternehmen aktuell noch 70% seines Umsatzes, langfristig soll dieser Wert auf unter 50% zurückgefahren werden. Zudem wurde der Kuka-Führungsriege vorgeworfen, falsch und zu spät auf die nahende Wirtschaftskrise reagiert zu haben.

Im vergangenen Monat war der Streit dann endgültig eskaliert: Grenzebach beantragte am 12. August eine außerordentliche Hauptversammlung, um dem Kuka-Management das Vertrauen zu entziehen. Von Kuka hieß es nun, die Führungsriege habe mit ihrem Rückzug ein solches Aktionärstreffen "im Interesse des Unternehmens, seiner Aktionäre, Mitarbeiter und seiner Kunden" vermeiden wollen. Den Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung nahm Grenzebach am Donnerstag zurück.

Kayser als auch Rapp hatten jedoch kaum eine andere Möglichkeit; auf einer außerordentlichen Hauptversammlung hätten beide wohl kaum Aussichten auf Erfolg gehabt. Schließlich hätten Grenzebach und Guy Wyser-Pratte auf einem möglichen Aktionärstreffen die faktische Mehrheit inne gehabt.

Nun hofft Kuka, die Phase der öffentlich geführten Auseinandersetzung endlich beenden zu können. Auch Grenzebach-Geschäftsführer Bernd Minning schlug ähnliche Töne an: "Unser Ziel ist es nun, die Gesellschaft so schnell wie möglich wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen."

Kuka litt zuletzt massiv unter der Krise in der Autoindustrie. In den ersten sechs Monaten brachen die Aufträge um mehr als ein Drittel ein, der Umsatz um fast ein Viertel. Sowohl operativ als auch unter dem Strich rutschten die Augsburger trotz intensiver Sparbemühungen in die roten Zahlen. Zu allem Überfluss brach das Unternehmen im zweiten Quartal auch noch eine Kreditklausel und sprach von einem im schlimmsten Fall bestandsgefährdenden Risiko. Die Verhandlungen mit den Banken über die Refinanzierung laufen noch; eine Kapitalerhöhung ist angedacht, um sich finanziell Luft zu verschaffen.

Grenzebach war Ende 2008 bei Kuka eingestiegen und hatte die Beteiligung im laufe dieses Jahres auf knapp 30% ausgebaut. Bereits kurz nach der Ankündigung der Anteilsaufstockung kam es zu ersten Differenzen: Grenzebach pochte auf zwei Sitze im Kuka-Aufsichtsrat, die Augsburger fühlten sich davon überrumpelt und wollten dem lange ersehnten Ankerakionär eigentlich nicht so viel Spielraum zur operativen Einflussnahme einräumen.

Webseiten: www.kuka.com www.grenzebach.com - Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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