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10.03.2009

UPDATE2: Grenzebach Maschinenbau will bei Kuka Sperrminorität

(NEU: Weitere Details, Aussagen von Telefonkonferenz, Aktienkurs)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

HAMLAR (Dow Jones)--Die Grenzebach Maschinenbau GmbH will ihre im Spätherbst erworbene Beteiligung an dem Augsburger Anlagen- und Roboterhersteller Kuka AG bis zu einer Sperrminorität ausbauen. Das Familienunternehmen aus Hamlar, 40 Kilometer nördlich von Augsburg, teilte am Montagabend überraschend mit, sich bereits 19% des Kuka-Kapitals gesichert zu haben. Die direkte Beteiligung liege aktuell bei knapp über 10%. Weitere 9% übernimmt Grenzebach nach der nötigen kartellrechtlichen Genehmigung.

Mit der Transaktion steigt Grenzebach zum größten Aktionär von Kuka auf und will bis auf 25,1% aufstocken. Geschäftsführer Bernd Minning sagte am Dienstag auf einer Telefonkonferenz, das Familienunternehmen strebe eine Sperrminorität an, "nicht mehr und nicht weniger". Eine Erhöhung auf mehr als 30% sei - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - nicht vorgesehen. Nach Überschreiten der 30%-Schwelle würde nach deutschem Recht eine Pflichtangebot für alle Kuka-Aktionäre fällig.

Nach Aussage Minnings ist Grenzebach von Kuka wegen einer möglichen Anteilserhöhung angesprochen worden. Der MDAX-Konzern habe angefragt, ob es für Grenzebach vorstellbar sei, ein langfristig orientierter Ankeraktionär zu werden, so der Manager. Bei Kuka war zunächst keine Stellungnahme dazu zu erhalten.

Eine Sprecherin der von Grenzebach beauftragten PR-Agentur Hering Schuppener sagte am Dienstagmorgen auf Anfrage von Dow Jones Newswires, Grenzebach habe seine Kuka-Aktien zwischen Oktober und März zu Stückpreisen zwischen 9 EUR und 15 EUR erworben. Im Mittel seien 11 EUR je Anteilsschein gezahlt worden. Insgesamt hat Grenzebach die bisher erworbene 19%-Beteiligung damit rund 60 Mio EUR gekostet.

Finanziert hat das Familienunternehmen die Aktienkäufe nach eigenen Angaben "überwiegend aus bestehenden Eigenmitteln". Ein zweiter Fall Schaeffler ist nach Aussage Minnings nicht zu erwarten: Grenzebach habe keine Schulden und per Ende 2008 einen Barmittelbestand von etwa 135 Mio EUR gehabt.

Der Geschäftsführer sieht keinen Zeitdruck bei der geplanten neuerlichen Aufstockung. "Es ist kein genauer Zeitplan vorgegeben". Druck entstehe nicht, da Grenzebach ein langfristig orientierter Investor sei.

Bereits Anfang Dezember hatte das Unternehmen bekannt gegeben, einen Anteil von 5,43% an Kuka zu halten. Die Beteiligung untermauere die strategische Zusammenarbeit beider Unternehmen, sagte ein Grenzebach-Sprecher seinerzeit.

Die Grenzebach Firmengruppe ist Spezialist in der Materialfluss- und Verfahrenstechnologie und im Anlagenbau für Flachglas und Gipskartonplatten tätig. Das Unternehmen beliefert Konzerne der Glas- und Baustoffindustrie mit Produktionsanlagen und Steuerungssystemen. Weitere Anwendungsgebiete finden sich in der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie sowie im Furnierholz- und Airportbereich. Weiteres Standbein ist die Entwicklung von Anlagen für die Fertigung von Solarpanels.

Mit Kuka arbeitet der nun größte Anteilseigner seit einem knappen Jahrzehnt zusammen. Grenzebach verwendet als Komponenten eigener Anlagen überwiegend Kuka-Roboter, die Augsburger sind also ein wichtiger Zulieferer des Familienunternehmens. Zudem sind beide Unternehmen gemeinsam in der Produktentwicklung tätig. Diese Kooperation soll nun auf eine solide Basis gestellt werden.

Grenzebach-Geschäftsführer Minning erklärte: "Wir streben eine langfristige unternehmerische Partnerschaft an. Gemeinsam mit Kuka wollen wir vom Megatrend Automatisierung profitieren und in neue Märkte vordringen".

Durch eine gemeinsame Marktbearbeitung sollen bis zum Jahr 2012 Umsatzpotenziale im dreistelligen Millionenbereich erschlossen werden. Synergien fallen nach Aussage Minnings nicht auf Kosten- sondern auf Ertragsseite an, vor allem in den Bereichen Aviation und Solar. Es sei noch zu früh, mögliche Synergiepotenziale konkret zu beziffern, so der Grenzebach-Geschäftsführer.

"Unser Einstieg bei Kuka ist auch für die anderen Aktionäre von Kuka eine gute Nachricht, denn wir bringen Stabilität in die Aktionärsstruktur und tragen dazu bei, dass das Unternehmen etwas unabhängiger von der zyklischen Automobilindustrie wird", sagte Minning.

Der Augsburger Hersteller von Anlagen- und Industrierobotern generiert bisher rund 70% seiner Umsätze mit Aufträgen aus der Automobilbranche. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 - insbesondere im Schlussquartal - brachen die Auftragseingänge von Kunden aus dem Automotive-Segment bei Kuka jedoch ein: Auf Jahressicht betrug das Minus rund 14%.

Veränderungen bei Kuka will das mittelständische Unternehmen offenbar nicht durchsetzen: "Wir bekennen uns zu den beiden bestehenden Sparten von Kuka und sehen gute Möglichkeiten für gemeinsames Wachstum", erklärte Minning weiter. Auch im Management würden keine Veränderungen angestrebt. Allerdings kündigte Grenzebach an, entsprechend der Beteiligung im Aufsichtsrat von Kuka vertreten sein zu wollen.

Grenzebach hat sechs Produktionsstandorte, davon drei in Deutschland und einen in den USA sowie zwei in China. 2008 erzielte das zuletzt stark wachsende Familienunternehmen mit seinen weltweit rund 1.550 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 300 (2007: 195) Mio EUR und eine EBIT-Marge von 9,5% (9,2%). Grenzebach generiert mehr als 90% seiner Einnahmen im Ausland und lediglich etwa 8% in Deutschland.

Anlegern gefiel die Nachricht von der Anteilsaufstockung: Die Kuka-Aktie gewinnt in einem sehr fest tendierenden MDAX am Morgen 7,9% auf 10,30 EUR. Zeitweise hatte das Plus sogar nahe der 10%-Marke gelegen.

Webseiten: http://www.grenzebach.com http://www.kuka-ag.de -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 .- (0)69 297 25 111; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/jhe Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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