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02.10.2008

UPDATE2: Heidelberger Druck auch im 2Q mit enttäuschendem Geschäft

(NEU: Aktienkurs, Analysteneinschätzung) Von Alexander Becker und Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aktienkurs, Analysteneinschätzung) Von Alexander Becker und Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

HEIDELBERG (Dow Jones)--Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat auch im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine enttäuschende Geschäftsentwicklung verzeichnet. Der Druckmaschinenhersteller erwirtschaftete im Berichtszeitraum nach ersten Berechnungen einen Umsatzrückgang sowie einen operativen Verlust. Dabei fiel der Umsatz deutlich geringer als vom Unternehmen erwartet aus. Das Heidelberger Unternehmen kündigte eine Ausweitung des laufenden Restrukturierungsprogramms an.

Den Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr ließ der MDAX-Konzern weiter offen. Die Umsatz- und Ergebnisprognose für 2008/09 will das Unternehmen am 6. November bei der Veröffentlichung der endgültigen Zweitquartalszahlen ausgeben. Wie auch bei Wettbewerber Koenig & Bauer scheinen sich bei Heidelberger Druckmaschinen die Erwartungen der im Juni zu Ende gegangenen Leitmesse drupa zunächst nicht zu erfüllen. In der vergangenen Woche hatte Koenig & Bauer ihre Jahresprognosen für Umsatz und Ergebnis nach unten revidiert.

Die Heidelberger-Aktie reagierte mit einem deutlichem Kursverlust auf die erneut enttäuschenden Zahlen des Unternehmens. Um 10:52 Uhr notiert das Papier in einem festen Marktumfeld 4,8% im Minus bei 10,19 EUR. Damit ist die Aktie der zweitschwächste Wert im MDAX.

Die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets (CBCM) bekräftigten angesichts der Zweitquartalszahlen ihr "Sell"-Rating und setzen das Kursziel bei 9 EUR. Das Gesamtjahresergebnis von Heidelberger Druck dürfte deutlich sowohl unter den Schätzungen des Marktes als auch jenen von CBCM liegen, so die Experten.

Die schwachen Zahlen von Heidelberger Druckmaschinen seien nach der Gewinnwarnung von Koenig & Bauer sowie den schwachen VDMA-Zahlen zu erwarten gewesen, sagt Analyst Eerik Budarz vom Bankhaus Metzler. Auch der Ausblick sei trübe: Laut Budarz dürfte die Finanzkrise vielen Kunden Finanzierungsprobleme bereiten, was sich auf das Auftragsbuch von HeidelDruck niederschlagen könne. "Aufträge könnten storniert oder Konditionen nachverhandelt werden", so Budarz.

Ferner stelle sich die Frage, wie viele der auf der Messe drupa erhaltenen Aufträge bereits abgearbeitet sind und sich die Orderbuchlage dementsprechend darstellt. Die Hoffnungen dürften nun auf dem Kostensenkungsprogramm und der Sparte Verpackungsdruck ruhen. Insgesamt überwiege die Skepsis bei Heidelberger Druckmaschinen, so der Metzler-Analyst, der die Aktie bei einem Kursziel von 9,30 EUR mit "Sell" empfiehlt.

Heidelberger Druck war nach eigenen Angaben "auf Basis der drupa-Aufträge bisher von einem stärkeren Umsatzanstieg gegenüber dem ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs ausgegangen, verzeichnet aufgrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation derzeit jedoch merkliche Investitionszurückhaltung in allen Regionen".

Für das zweite Quartal 2008/09 (per Ende September) rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz zwischen 800 Mio und 820 Mio EUR und einem EBIT, dass im Minus liegt. Das Betriebsergebnis liege aufgrund des rückläufigen Umsatzes und andauernder Belastungen vermutlich bei bis zu minus 20 Mio EUR. Zusätzlich belaufe sich der Restrukturierungsaufwand auf bis zu 20 Mio EUR.

Der Zweitquartalsumsatz liegt nach Angaben des Maschinenbauers unter den eigenen Erwartungen sowie rund 10% niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der gesunkene Umsatz hat auch Folgen auf die Liquiditätslage: Der Free-Cash-Flow für den Zeitraum zwischen Juli und September werde voraussichtlich bei rund minus 70 Mio bis minus 90 Mio EUR liegen.

Zudem kündigte Heidelberger Druckmaschinen an, durch den jüngst abgeschlossenen Tarifvertrag zur Altersteilzeit könne ein zusätzlicher Rückstellungsbedarf von bis zu 30 Mio EUR entstehen.

Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, neben anderen effizienzsteigernden Maßnahmen seine Strukturkosten zu senken. Bis Ende des Geschäftsjahres 2010/11 sollen weltweit 500 Stellen gestrichen werden. Zum 31. März 2008 beschäftige die Heidelberg-Gruppe weltweit 19.596 Mitarbeiter.

Die Umsetzung des Mitte Juli beschlossenen Kostensenkungsprogramms läuft nach Einschätzung des Unternehmens "nach Plan". Das Programm werde - "entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung" - ausgeweitet, kündigte Heidelberger Druckmaschinen an. Konkrete Angaben dazu machte ein Unternehmenssprecher nicht. Mit der Veröffentlichung der endgültigen Zweitquartalszahlen am 6. November werde es aber "erste Hinweise" zu Erweiterung des Programms geben.

Mit dem bisherigen Maßnahmenprogramm will der MDAX-Konzern bis zum Geschäftsjahr 2010/2011 Einsparungen von rund 100 Mio EUR generieren.

Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gehen weiter davon aus, dass das Unternehmen sein laufendes Restrukturierungsprogramm verschärfen muss. Deutliche Kapazitätsanpassungen wie beim Wettbewerber KBA dürften folgen, so die Analysten. Sie raten weiterhin von einem Engagement im gesamten frühzyklischen Druckmaschinensektor ab. Die LBBW-Analysten bekräftigten ihre "Verkaufen"-Einschätzung und das Kursziel bei 9,00 EUR.

Heidelberger Druck hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit schwachen Zahlen enttäuscht. Im Frühjahr belasteten zwei Gewinnwarnungen innerhalb von wenigen Wochen das Vertrauen in das Management und in der Folge auch den Aktienkurs. Mitte Juli musste das Unternehmen dann erneut unter den Erwartungen von Analysten und Investoren liegende Erstquartalszahlen 2008/09 melden.

In der Druckindustrie gilt die Preislage nach wie vor als angespannt, und steigende Rohstoffkosten sind von den Konzernen meist nur schwer an die Kunden weiterzugeben. Zudem belastet die Unternehmen aus der Eurozone die Aufwertung der Gemeinschaftswährung. Anders als die boomende Maschinenbauindustrie kämpfen die Druckmaschinenhersteller auch mit strukturellen Problemen. Der Markt in den Industrieländern gilt als beinahe gesättigt.

Webseite: http://www.heidelberg.com - Von Alexander Becker und Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30; industry.de@dowjones.com DJG/ncs/abe/brb/kla

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