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07.05.2008

UPDATE2: Heidelberger Druck sieht 2008/09 keine Marktbesserung

(NEU: Aussagen Telefonkonferenz, Analysteneinschätzung, Aktienkurs)

(NEU: Aussagen Telefonkonferenz, Analysteneinschätzung, Aktienkurs)

Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

HEIDELBERG (Dow Jones)--Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat nach einem Umsatz- und Ergebnisrückgang im Geschäftsjahr 2007/08 (per 31. März) auch für das laufende Jahr eine verhaltene Prognose abgegeben. "2008/09 zeichnet sich marktseitig keine Besserung ab", teilte der MDAX-Konzern am Mittwoch bei der Vorlage seiner vorläufigen Jahreszahlen mit. Das operative Ergebnis wird erneut unter dem Vorjahreswert erwartet.

Entscheidend für den weiteren Geschäftsverlauf und einen konkreten Umsatz- wie Ergebnisausblick werde der Verlauf der wichtigsten Branchenmesse drupa im Mai und Juni sein. Die Messe findet alle vier Jahre statt. Traditionell entwickelt sich das Geschäft von allen Druckmaschinenherstellern im Jahr vor der Messe eher verhalten.

Nach der Messe will das Unternehmen dann auch seine konkreten Pläne für die geplante Kostensenkungen präsentieren. "Wir werden in den kommenden acht Wochen jeden Bereich unter die Lupe nehmen, welchen Wertbeitrag er liefert", sagte der Vorstandsvorsitzende Bernhard Schreier in einer Telefonkonferenz.

Dabei schloss Schreier auch einen Stellenabbau nicht aus. Hier ist der Handlungsspielraum allerdings durch den bis zum Jahr 2012 geltenden Beschäftigungstarifvertrag eingeschränkt. Schreier zufolge biete aber auch dieser Pakt Flexibilität für das Unternehmen.

So gelte dieser nicht für Zeit- und Leiharbeiter, zudem gebe es die Möglichkeit von Vorruhestandsregelungen. Über die Größenordnung der Personalanpassungen und ob diese im In- oder Ausland erfolgen, werde nach der drupa entschieden. Heidelberger Druckmaschinen hatte Anfang April die Umsatz- und Gewinnprognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal gesenkt und dieses mit den schwierigen Marktbedingungen begründet. Hier hatte das Unternehmen bereits Kostensenkungsmaßnahmen angekündigt, von denen auch Arbeitsplätze betroffen sein könnten.

Die IG Metall hatte damals darauf verwiesen, dass das Unternehmen dabei kurzfristig lediglich bei Leih- und Zeitarbeitern sowie befristeten Verträgen tätig werden könnte. Der Effekt daraus wäre allerdings vergleichsweise gering. Am größten Heidelberg-Standort Wiesloch/Heidelberg komme man bei beiden Gruppen auf maximal rund 500 Beschäftigte kommen. Insgesamt arbeiten über 9.000 Mitarbeiter an dem Standort. Bis zur drupa herrscht bei Heidelberger Druck weiter Unklarheit über die weitere Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr.

Die Einschätzung des weiteren Geschäftsverlaufes im Hinblick auf den Umsatz 2008/09 sei im Vorfeld der drupa "schwierig", so der Druckmaschinenhersteller. Das Unternehmen werde daher die Umsatzprognose für das Gesamtjahr Anfang August mit den Erstquartalszahlen veröffentlichen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr fiel der Umsatz um 3,5% auf 3,670 Mrd EUR. Das Nachsteuerergebnis sank auf 142 Mio EUR von 263 Mio EUR im Vorjahreszeitraum. Im Schlussquartal musste Heidelberger Druckmaschinen zudem noch einmal einen deutlichen Rückgang des Auftragseingang um über 12% hinnehmen. Insgesamt fiel der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2007/08 um 5,3% auf 3,65 Mrd EUR. Der Auftragsbestand reduzierte sich per Ende März um 14% auf 874 Mio EUR.

Schon heute sei absehbar, dass im laufenden ersten Quartal der Umsatz unter dem Wert des Vorjahres liegen und das betriebliche Ergebnis negativ sein werde, so das Unternehmen. Wie das erste Quartal werde auch das Gesamtjahr von Sonderaufwendungen für die drupa, Serienanläufen und dem starken Euro belastet und das betriebliche Jahresergebnis unter Vorjahr liegen. Dieses war 2007/08 auf 268 Mio von 362 Mio EUR im Vorjahr gefallen.

Damit fielen die Erträge aber nicht so stark, wie von Analysten erwartet. Diese hatten im Mittel bei einem Umsatz von 3,685 Mrd EUR mit einem operativen Ergebnis von 264 Mio EUR und einem Nachsteuerergebnis von 136 Mio EUR gerechnet. "Das vergangene Geschäftsjahr war vor allem im zweiten Halbjahr durch schwächere Konjunkturaussichten beeinflusst", so der Vorstandsvorsitzende Schreier. Das habe in einigen Regionen zu Investitionszurückhaltungen geführt. So seien die Auftragseingänge zwar in Deutschland gestiegen, in den USA sei die Investitionsneigung der Kunden wegen Rezessionsängste und die weiteren Auswirkungen der Kreditkrise gesunken. Auch in Großbritannien und Japan sei der Geschäftsjahresverlauf nicht zufriedenstellend gewesen. Gestützt wurde das Auftragsvolumen dagegen durch die Erholung des chinesischen Marktes.

Die Analysten der UniCredit bezeichneten die vorgelegten Zahlen als erwartungsgemäß. Angesichts des schwierigen Marktumfelds und der daher schwer zu prognostizierenden Ergebnisentwicklung sehen sie bis auf weiteres nur ein geringes Potential für einen Aktienkursanstieg und bestätigen daher ihre "Hold"-Empfehlung mit einem Kursziel von 16,00 EUR.

Positiv nahmen am Berichtstag die Anleger die vorgelegten Zahlen und Aussagen des Managements auf. Die Heidelberger-Druck-Aktie notiert am Mittag in einem festeren Marktumfeld 3,9% im Plus bei 16,42 EUR und ist damit zweitstärkster Wert im MDAX.

Trotz des deutlichen Ergebnisrückgangs will das Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 0,95 EUR und damit genauso viel wie im Vorjahr zahlen. "Wir haben in einem schwierigen Umfeld erneut einen guten Free Cashflow erwirtschaftet", begründete Finanzvorstand Dirk Kaliebe diesen Schritt. Dieser lag bei 215 Mio EUR nach 229 Mio EUR im Vorjahreszeitraum.

Webseite: http://www.heidelberg.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/smh/cbr

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