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26.03.2009

UPDATE2: Heidelberger Druckmaschinen weitet Stellenabbau aus

(NEU: Aussagen CEO Schreier, Verteilung Stellenabbau)

(NEU: Aussagen CEO Schreier, Verteilung Stellenabbau)

Von Christine Benders-Rüger und Barbara Millner DOW JONES NEWSWIRES

HEIDELBERG (Dow Jones)--Der Maschinenbaukonzern Heidelberger Druckmaschinen steckt angesichts einer Auftragsflaute tiefer in der Krise als bislang angenommen und weitet daher sein Maßnahmenpaket zur Kostensenkung nochmals deutlich aus. Nun will das Unternehmen insgesamt 5.000 Arbeitsplätze streichen, doppelt so viele wie bislang geplant. Um die Personalanpassungen auch durch betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen, wird der MDAX-Konzern den Tarifvertrag zur Zukunftssicherung zum 30. Juni 2009 kündigen.

Die Einsparungen sollen bis zum Geschäftsjahr 2010/11 auf 400 Mio EUR von zuvor 200 Mio EUR verdoppelt werden. Den Aufwand für die Kostensenkungsprogramme insgesamt beziffert das Heidelberger Unternehmen auf 170 Mio bis 190 Mio EUR. Davon werde der größte Teil noch im laufenden Geschäftsjahr verbucht, kündigte Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreiber am Donnerstag in einer Telefonkonferenz an.

Zudem werde das Unternehmen die Investitionen gegenüber der üblichen Größenordnung von 200 Mio EUR mehr als halbieren.

Die Finanzierung der geplanten Maßnahmen sei gesichert, sagte Schreier und verwies auf noch freie Kreditlinien im Volumen von 700 Mio EUR. Pläne für eine Kapitalerhöhung gebe es nicht, hieß es mit Blick auf den aktuellen Börsenkurs. Gegen 14.12 Uhr notierten Heidelberger Druck ähnlich wie der breite Markt 0,5% leichter bei 3,88 EUR.

Mitte 2008 hatte Heidelberger Druckmaschinen bereits ein Paket zur Kostenreduzierung verabschiedet. Dies wurde wegen des Wirtschaftsabschwungs Ende Oktober 2008 ausgeweitet; zugleich wurde eine beschleunigte Umsetzung angekündigt. Insgesamt wollte Heidelberger Druck zu diesem Zeitpunkt weltweit 2.500 Stellen streichen.

Bis Ende Februar seien 1.500 Arbeitsplätze abgebaut worden, sagte der CEO. Von den nun noch anstehenden Stellenstreichungen von insgesamt 3.500 entfallen 3.000 auf Deutschland, der Rest auf das Ausland. Besonders hart getroffen wird in Deutschland der Hauptstandort Wiesloch-Walldorf, an dem die Produktion der Packaging-Produkte konzentriert werde. Dort werde sich der Konzern von 2.000 Mitarbeitern trennen. Der Stellenabbau erfolge überwiegend durch betriebsbedingte Kündigungen.

Die seit Herbst 2008 zu verzeichnende Investitionszurückhaltung habe sich auch 2009 fortgesetzt, teilte Heidelberger Druckmaschinen mit. Gründe hierfür seien vor allem eine geringe Auslastung der Druckereien sowie die restriktive Kreditvergabe der Banken an die Kunden des Druckmaschinenherstellers. Heidelberger Druckmaschinen geht nun davon aus, dass der Auftragseingang des laufenden vierten Quartals 2008/09 unter 500 Mio EUR und damit unter dem des bereits schwachen Vorquartals von 560 Mio EUR liegen werde.

Kurzfristig rechnet Heidelberger Druckmaschinen mit keiner Besserung, so dass im kommenden Geschäftsjahr 2009/10 mit einem Umsatzrückgang im Jahresvergleich zu rechnen sei. Eine Einschätzung für die Ergebnisentwicklung 2009/10 wollte Schreier nicht geben.

"Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Maschinenbausektor in den vergangenen Monaten weiter stark belastet", sagte der Manager. "Wir haben bereits im vergangenen Jahr mit einem Kostensenkungsprogramm auf die Krise reagiert. Bedingt durch die schwierige konjunkturelle Lage ist die Nachfrage weiter gesunken, und wir sehen derzeit keine Anzeichen für eine kurzfristige Besserung", fügte er hinzu.

Um die "notwendigen Personalanpassungen" auch durch betriebsbedingte Kündigungen realisieren zu können, kündigt Heidelberg den zuletzt im Oktober 2007 verlängerten Tarifvertrag zur Zukunftssicherung zum 30. Juni 2009. "Bei der Verlängerung des Zukunftssicherungsvertrages vor zwei Jahren war eine derart dramatisch negative Entwicklung der Weltkonjunktur nicht absehbar. Aufgrund der globalen Finanzmarktkrise haben wir leider keine Alternative zur Kündigung des Vertrages. Nur so können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit auch im Interesse der Belegschaft sichern", sagte Schreier weiter.

Während der Telefonkonferenz zur Präsentation der Drittquartalszahlen Anfang Februar hatte der Manager einen weiteren Stellenabbau bei einer weiteren Marktabschwächung nicht ausgeschlossen. Und auch am Donnerstag konnte er nicht sagen, ob die "Planmarke" von dann rund 15.000 Mitarbeitern eine "Schlussmarke" sei. Mit Blick darauf, dass aktuell keine Ende des Abschmelzungsprozesses zu sehen sei, müsse der Konzern die Zahl in einem Jahr überprüfen. Der CEO gab sich aber zuversichtlich, dass mit der aktuellen Mitarbeiterzahl die Bodenbildung zu schaffen sei.

Webseite: http://www.heidelberg.com/ -Von Christine Benders-Rüger und Barbara Millner, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com DJG/cbr/bam

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