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19.11.2009

UPDATE2: Infineon will Gewinn erzielen und Dividende zahlen

(NEU: Zusammenfassung, Aussagen Vorstandssprecher, Finanzvorstand, Aktienkurs)

Von Martin Rapp DOW JONES NEWSWIRES

NEUBIBERG (Dow Jones)--Der Chiphersteller Infineon hat im Schlussquartal 2008/09 wieder profitabel gewirtschaftet und will diesen Trend fortsetzen. Nachdem im Gesamtjahr noch ein hoher Verlust verbucht wurde, strebt das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 (30. September) auch unter dem Strich schwarze Zahlen an. Die Aktionäre können dann auch mit einer Dividende rechnen.

"Wir hatten im zurückliegenden vierten Quartal einen Nettogewinn, und ich sehe keinen Grund, warum das nicht auch im Jahr 2009/10 so sein sollte", sagte Marco Schröter, Finanzvorstand des in Neubiberg bei München ansässigen Chipherstellers am Donnerstag in der Pressekonferenz zur Vorstellung des Jahresergebnisses. Ein positives Nettoergebnis im Gesamtjahr hatte Infineon zuletzt 2004 erzielt.

Von Juli bis September erlöste Infineon 855 Mio EUR. Das Segmentergebnis, welches die Summe der in den einzelnen Sparten erzielten Gewinne bzw Verluste darstellt, erreichte 52 Mio EUR. Als Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 14 Mio EUR ausgewiesen.

Dabei haben sich zuletzt die Sparanstrengungen des Unternehmens niedergeschlagen. Das positive Segmentergebnis im vierten Quartal führte der Konzern unter anderem auf die strikte Kostenkontrolle zurück. Unter anderem wurden binnen eines Jahres rund 3.500 von zuvor knapp 30.000 Stellen abgebaut.

Zudem berichtete das Unternehmen von steigender Nachfrage in allen Geschäftssegmenten. Infineon produziert Logikchips, die in Autos, Maschinen, Mobiltelefonen und Pässen Verwendung finden.

Im Gesamtjahr konnte sich Infineon der Rezession und damit der Abschwächung der Nachfrage nach Halbleitern aber nicht entziehen und verzeichnete einen Erlösrückgang um knapp ein Viertel auf 3,03 Mrd EUR. Das schrumpfende Geschäftsvolumen machte sich auch im operativen Ergebnis bemerkbar. Das Segmentergebnis lag 2008/09 mit minus 167 Mio EUR deutlich im negativen Bereich. Im Vorjahr hatten die Segmente mit einem Plus 237 Mio EUR abgeschlossen.

Dadurch schrieb Infineon 2008/09 einen dreistelligen Millionenverlust. Den Aktionären wird ein Fehlbetrag von 623 Mio EUR zugerechnet. Im Vorjahr war allerdings ein Verlust von fast 3 Mrd EUR angefallen. Damals mussten hohe Aufwendungen für die inzwischen insolvente Speicherchiptochter Qimonda getätigt werden.

Im Gesamtjahr will der Chiphersteller "auf Grund der derzeit hohen Nachfrage und Auftragsbestände" den Umsatz um mindestens 10% steigern. Schröter bezifferte das Verhältnis von Auftragsbestand zu Umsatz konzernweit auf 1,2. Das Unternehmen habe bislang keine Aufträge für das laufende Geschäftsjahr verloren, so der Manager.

Das Segmentergebnis will Infineon in den positiven Bereich bringen. Man gehe von einer positiven Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Sowohl Umsatz- als auch Ergebnisprognose unterstellen eine stabile bzw wachsende Weltwirtschaft sowie keine weitere Abschwächung des Dollarkurses.

Ob der positive Trend der Konjunktur anhalten wird, wurde vom Infineon-Vorstand als unsicher bezeichnet. Momentan reiche die Sicht zwei Quartale weit, sagte Schröter. Die Jahresprognose sei bewusst konservativ ausgefallen. "Wir wollen lieber positive als negative Überraschungen bieten", erklärte Schröter.

Mit einer für dieses Jahr avisierten Marge um 5% verdient Infineon jedoch noch nicht die Kapitalkosten - ein Ziel, das das Unternehmen mittelfristig erreichen will. Die dafür angesetzte Spanne von 8% bis 10% werde erreicht, wenn das Vorhaben einer Marge von 10% beim Segmentergebnis geschafft werde, erläuterte Schröter. Wann das sein wird, ließ der Manager offen.

Vorstandssprecher Peter Bauer wies auf die Notwendigkeit hin, die Sparanstrengungen fortzusetzen. Da Maßnahmen wie Kurzarbeit oder unbezahlter Sonderurlaub ausliefen, sei mit einem Anstieg der Betriebskosten zu rechnen. Deshalb müssten "punktuell" Prozesse weiter verschlankt und Effizienzen gesteigert werden, sagte Bauer, ohne dabei konkreter zu werden. "Es wird keinen unternehmensweiten Stellenabbau geben", versprach er allerdings.

Angesichts der Krise hatte Infineon sich zuletzt auf den Erhalt der Liquidität konzentriert. Durch Maßnahmen wie eine Kapitalerhöhung wurden knapp 1 Mrd EUR eingenommen und die Verbindlichkeiten um 320 Mio EUR auf 850 Mio EUR verringert. Die Nettofinanzposition, also die liquiden Mittel abzüglich der Schulden, ist mittlerweile wieder positiv und liegt bei 657 Mio EUR.

Auch deshalb bezeichnete Schröter seine Stimmung am Ende des Geschäftsjahres als "zufrieden, aber nicht entspannt". Ein kleiner Nettogewinn im vierten Quartal sei kein Grund zum Ausruhen, erklärte der Finanzvorstand. Die gelungene Refinanzierung und die Festigung der Bilanzstruktur wertete er dagegen als Erfolg.

Im Jahresverlauf war Infineon, auch im Zuge der Qimonda-Pleite, vom Kapitalmarkt mit Skepsis betrachtet worden. Der Kurs der Aktie fiel zeitweilig auf 0,35 EUR, der Wert wurde aus dem DAX genommen. Mittlerweile hat sich der Kurs deutlich erholt und Infineon gehört wieder dem Leitindex an.

Am Tag der Zahlenvorlage scheinen Anleger aber erstmal einen Teil der Gewinne der zurückliegenden Monate mitzunehmen. Die Aktie ist in einem schwachem Markt Tagesverlierer mit einem Abschlag von 7,4% auf 3,21 EUR.

Da half auch nicht, dass Schröter in der Pressekonferenz für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende in Aussicht stellte. Über diese Möglichkeit habe er sich bereits Gedanken gemacht, sagte der Manager.

Webseite: www.infineon.com -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 211 13 87 214; martin.rapp@dowjones.com DJG/mmr/has Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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