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27.04.2009

UPDATE2: Krones wagt keine konkrete Prognose für 2009

(NEU: Weitere Details, Weitere Aussagen Management, aktueller Aktienkurs)

(NEU: Weitere Details, Weitere Aussagen Management, aktueller Aktienkurs)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Wirtschaftsflaute hat im ersten Quartal 2009 deutliche Spuren in der Bilanz des Anlagenbauers Krones hinterlassen: Sowohl auf operativer Ebene als auch unter dem Strich rutschte der MDAX-Konzern erwartungsgemäß in die roten Zahlen. Mit Verweis auf das extrem schwierige Umfeld wagte der oberpfälzische Spezialist für Verpackungs- und Abfüllanlagen auf der Bilanzpressekonferenz am Montag keine konkrete Prognose für das laufende Jahr. Der Kurs gab bis 12.49 Uhr um 2,4% auf 24,41 EUR nach.

"Wir müssen davon ausgehen, dass sich die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich auf unsere Umsatz- und Ergebnisentwicklung auswirken wird", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Thaus. Sollte die Investitionszurückhaltung der Kunden weiter so stark anhalten wie zuletzt, warnte der Manager vor einem Umsatzrückgang um bis zu ein Viertel. Sollte dieses Szenario Wahrheit werden, hält Thaus, der bei dem MDAX-Konzern für das Ressort Finanzen zuständig ist, auch einen Verlust für möglich. Konkreter könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht werden.

Die Schwere, mit der die Wirtschaftskrise das Unternehmen zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres erwischte, war laut Thaus überraschend. Zwar sei Krones auf eine Abschwächung des Geschäfts vorbereitet gewesen. Schließlich sei der sinkende Auftragseingang im Schlussquartal ein zuverlässiger Frühindikator gewesen. Allerdings sei das Ausmaß der Krise so nicht erwartet worden.

Vor allem zum Jahresauftakt setzte die Wirtschaftskrise dem Anlagenbauer zu: Im ersten Quartal schrieb Krones sogar rote Zahlen. Für den Zeitraum Januar bis März fiel ein Verlust von 4 Mio EUR vor Steuern an; netto lag der Fehlbetrag bei 5,1 Mio EUR. Im Vorjahresquartal hatte Krones noch deutlich schwarze Zahlen geschrieben. Ursächlich für die deutlichen Gewinneinbußen waren neben den Auswirkungen der Konjunkturflaute auch hohe Personalkosten.

Umgesetzt hat Krones mit 482,3 Mio EUR 19% weniger als im Vorjahr. Analysten hatten mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet. Der Auftragseingang ging sogar um fast ein Drittel auf 414,5 Mio EUR zurück, der Auftragsbestand um 15% auf rund 770 Mio EUR. "Die globale Krise ist zwar bei Krones angekommen, aber Krones ist nicht in der Krise", erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende. "Wir stellen uns diesen geänderten Herausforderungen der Märkte", so Thaus. "Wir können die Welt nicht ändern, aber wir können uns ändern".

Um dem erwarteten Gewinnrückgang entgegenzuwirken, hat Krones bereits im Spätherbst 2008 ein umfangreiches Maßnahmenpaket implementiert. Im Zuge des Programms "Conversion" ("Umdenken und Umbauen") wurden bereits rund 800 Leiharbeits- und befristete Arbeitsverträge aufgelöst und die Arbeitszeiten flexibilisiert.

Außerdem wird nach Unternehmensangaben "umfangreiche" Kurzarbeit eingeführt. Diese soll im Juli starten. Betroffen sein könnten nach Aussage des Managements rund 6.000 der in Deutschland Beschäftigen. Per Ende 2008 arbeiteten weltweit rund 10.500 Menschen für den Anlagenbauer, davon etwa 8.500 in Deutschland.

Durch die Nutzung der natürlichen Fluktuation will der Anlagenbauer auch bei der festangestellten Belegschaft Stellen abbauen. Da Krones die Wachstumsaussichten aber für intakt hält, will das Unternehmen sein Stammpersonal auch in der Krise halten.

Zudem sollen Überstunden, Fixkosten und betriebliche Ausgaben zurückgefahren und geplante Investitionen verschoben werden. Sparen will Krones außerdem durch die Verschiebung einer Erhöhung der Tarifgehälter sowie eine "spürbare" Absenkung der Mitarbeitergehälter. Auch die Aktionäre bekommen den Sparkurs zu spüren; für 2008 zahlt Krones erstmals nach neun Erhöhungen in Folge eine niedrigere Dividende.

Bisher gelang es Krones, das Working Capital durch die eingeleiteten Maßnahmen um rund 2% zu verbessern. Nach Aussage von Thaus wurden dadurch etwa 50 Mio EUR an Kapital freigesetzt. Die bereits implementierten Kostensenkungsmaßnahmen werden ihre volle Wirkung nach Unternehmenseinschätzung allerdings erst im Laufe des Jahres entfalten.

Durch das Sparprogramm sei der kurzfristige Handlungsbedarf zwar abgedeckt worden. In den kommenden Monaten werden nach Aussage des Managers aber noch "strukturelle Veränderungen" folgen. Was dies konkret bedeuten soll, war auf der Bilanzpressekonferenz nicht zu erfahren. Direkte, harte Personalmaßnahmen plant das Unternehmen allerdings nicht.

Finanziell sieht sich der Anlagenbauer gut aufgestellt. Thaus sprach von einer "grundsoliden" Finanzposition und verwies auf die Nettoliquidität von rund 108 Mo EUR, der Bankschulden von lediglich 700.000 EUR gegenüberstünden.

Hoffnung auf kurzfristige Besserung der Lage setzt die Krones AG in die im September in München startende Branchenmesse "drinktec", die nur alle vier Jahre stattfindet und von der sich das Unternehmen neue Impulse erhofft.

Eine nachhaltigere Markterholung stellte das in Neutraubling bei Regensburg ansässige Unternehmen allerdings erst für 2010 in Aussicht. Allerdings werde das Marktvolumen wohl niedriger sein als in den Boomjahren 2007 und 2008, so Thaus. Mittel- bis langfristig rechnet Krones mit Wachstum auf den wichtigsten Märkten und will daher auf den Erfolgspfad der vergangenen Jahre zurückkehren. "Wir gehen davon aus, dass wir nach Überwindung der herrschenden globalen Wirtschaftskrise wieder schnell zur gewohnten Stärke unseres Unternehmens zurückfinden werden".

Webseite: http://www.krones.de -Von Nico Schmidt; Dow Jones Newswires; +49 - (0)69 297 25 111; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/brb Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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