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30.04.2009

UPDATE2: MAN steuert besser durch die Krise als erwartet

(NEU: Mit Samuelsson, Aktienkurs) Von Katharina Becker DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Mit Samuelsson, Aktienkurs) Von Katharina Becker DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer MAN AG hat sich trotz dramatisch gesunkener Lkw-Verkäufe zu Jahresbeginn besser geschlagen als erwartet. Operativ erwirtschafteten die Münchener in den ersten drei Monaten einen Gewinn von 100 Mio EUR und damit nicht einmal ein Viertel des Vorjahresergebnisses, wie der DAX-Konzern am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten jedoch mit einem deutlich stärkeren Einbruch gerechnet.

Dabei profitierte MAN im ersten Quartal von dem anhaltend stabilen Geschäft mit Dieselmotoren - etwa für Kraftwerke - und einem gestiegenen Gewinn bei Turbomaschinen, die den Einbruch im Kerngeschäft mit Lkw und Bussen abfedern konnten. Anders als von Analysten erwartet erreichte aber auch die wichtige Nutzfahrzeugsparte knapp die Gewinnzone.

Unter dem Strich halbierte sich der Gewinn nach Anteilen Dritter nahezu auf 179 Mio EUR. Darin enthalten waren jedoch auch 125 Mio EUR Gewinn des Anlagenbauers MAN Ferrostaal. Die Münchener hatten Ende März 70% an dem Industriedienstleister an den Staatsfonds aus Abu Dhabi IPIC verkauft.

Damit zeigte sich MAN im ersten Quartal robuster als die Wettbewerber Daimler und Volvo. Der weltgrößte Lkw-Hersteller Daimler hatte von Januar bis März ebenso wie die weltweite Nummer zwei, Volvo, einen Verlust in seinem Lkw-Geschäft ausgewiesen. Der schwedische Konkurrent Scania hatte einen Gewinneinbruch von 93% gemeldet.

In Anbetracht der anhaltend schwachen Nachfrage nach Lkw und Schiffsmotoren rechnet MAN kurzfristig nicht mit einer Besserung der Lage. Im Vergleich zu dem guten Jahr 2008 stellt sich der Konzern daher auf weniger volle Auftragsbücher, niedrigere Einnahmen und sinkende Gewinne ein.

Von Januar bis März standen in den Büchern der Münchener nicht einmal mehr halb so viele neue Aufträge wie noch ein Jahr zuvor. Am deutlichsten hielten sich die Kunden mit Neubestellungen für Lastwagen zurück.

MAN hatte aufgrund der schwierigen Situation in der Branche bereits einen verschärften Sparkurs angekündigt. Durch Produktionskürzungen, Kurzarbeit, den Abbau von Leiharbeitern und deutlich reduzierte Investitionen sollen die Kosten im Kerngeschäft mit Nutzfahrzeugen im laufenden Jahr um eine halbe Milliarde EUR sinken. Davon sollen 300 Mio EUR in der Produktion eingespart werden. Mit dem Sparprogramm liege MAN "voll im Plan", sagte der Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson.

Samuelsson rechnet im ersten Halbjahr 2009 mit einem Einbruch bei den Lkw-Verkäufen um bis zur Hälfte. Um nicht noch weiter auf Halde zu produzieren, werde die Fertigung entsprechend gekürzt. Sollte die Kreditklemme die Finanzierung von Investitionen der vorwiegend mittelständischen Kunden jedoch weiter behindern, könnten die Verkaufszahlen noch verheerender ausfallen, befürchtete MAN. Dann sei auch ein Verlust im Kerngeschäft nicht mehr auszuschließen.

Linderung soll die Übernahme des schweren Lkw-Geschäfts von Volkswagen in Brasilien verschaffen. MAN hofft dadurch auf Einsparpotentiale von 50 Mio bis 70 Mio EUR pro Jahr. Die einstige Volkswagen-Tochter wird jedoch erst ab dem zweiten Quartal in den Büchern der Münchener berücksichtigt.

An der Börse sorgten die Nachrichten aus München für Kauflaune. Nach Handelsbeginn kletterte der Kurs der MAN-Papiere zeitweise um bis zu 7,5%. Im Verlauf des Tages büßte die Aktie jedoch einen Teil ihrer Gewinne ein und notierte gegen Mittag bei 48,56 EUR, 5,8% im Plus.

Webseite: http://www.man.eu -Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 112, katharina.becker@dowjones.com DJG/kat/roa Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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