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30.07.2008

UPDATE2: MAN übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen

(NEU: Aussagen Pressegespräch, aktueller Aktienkurs)

(NEU: Aussagen Pressegespräch, aktueller Aktienkurs)

Von Christoph Baeuchle

DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die MAN AG bekommt die sich abkühlende Konjunktur bislang kaum zu spüren und verzeichnet bei den Aufträgen im Nutzfahrzeugbereich lediglich einen leichten Rückgang. Im laufenden Jahr dürfte sich die sinkende Nachfrage noch nicht im Ergebnis niederschlagen, entsprechend bestätigte der Münchner Maschinen- und Nutzfahrzeughersteller seine Prognose für 2008.

Im zweiten Quartal übertraf der im Leitindex DAX notierte Konzern die Erwartungen sehr deutlich: Bei 4,26 (Vorjahr: 3,47) Mrd EUR Umsatz erzielte er einen um 39% höheren operativen Gewinn von 562 (403) Mio EUR. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 3,98 Mrd EUR Einnahmen und 502 Mio EUR gerechnet.

Auch die von ihnen befürchtete Abschwächung unter dem Strich blieb aus: Der Nettogewinn stieg auf 446 (440) Mio EUR. An der Börse wurde die Halbjahresbilanz positiv aufgenommen. Analyst Eerik Budarz vom Bankhaus Metzler sprach von "sehr zufriedenstellenden Zahlen".

Mit der Entwicklung im Bus-Sparte zeigt sich MAN-CEO Hakan Samuelsson weiterhin zufrieden, er rechne für das Gesamtjahr mit einem Gewinn im zweistelligen Millionen-EUR-Bereich. Im ersten Halbjahr hat die Bus-Sparte 3 (minus 13) Mio EUR zum operativen Ergebnis beigetragen.

Die MAN-Aktie eröffnete den Handel am Mittwoch mit 4,8% Aufschlag, gab dann allerdings nach. Gegen 12.23 Uhr rutscht die Aktie dann ins Minus und notiert mit einem Abschlag von 0,2% auf 65,66 EUR.

Zur Abschätzung der künftigen Entwicklung achten Beobachter bei MAN auf die Auftragseingänge. Diese stiegen von April bis Juni um 8% auf 5,11 (4,75) Mrd EUR. Damit übertraf der DAX-Konzern auch hier die Konsensschätzung von 4,65 Mrd EUR Neubestellungen.

Verantwortlich für den Anstieg ist die Sparte Industriedienstleistungen, wo der Auftragseingang nach einer Großbestellung im zweiten Quartal um 146% auf 1,01 (0,41) Mrd EUR zulegte.

Dagegen verbuchte die größte Konzernsparte - der Nutzfahrzeugbereich - im zurückliegenden Quartal ein Auftragsminus von 8% auf 2,766 (2,994) Mrd EUR. Nach Stückzahlen und im ersten Halbjahr ging das Nutzfahrzeug-Auftragsvolumen um 15% zurück. Den Rückgang führt MAN auf gestiegene Dieselpreise, die Erhöhung der Lkw-Maut sowie schwierige Finanzierungsbedingungen zurück.

Auch Wettbewerber wie Scania und Volvo mussten in den vergangenen Monaten zum Teil erheblich Auftragsrückgänge hinnehmen, die bis zu 50% erreichten. Die Abschwächung kommt auch bei MAN nicht unerwartet: Bereits Mitte Juli hatte MAN-CEO Hakan Samuelsson eine leichte Abschwächung der Lkw-Nachfrage vermeldet.

Beobachter sehen MAN verglichen mit der Branche allerdings im Vorteil: Umsätze und Auftragseingang seien gemessen an Konkurrenten wie Daimler oder Volvo noch sehr stark, sagte Analyst Budarz vom Bankhaus Metzler in seiner ersten Reaktion auf die Zahlen.

Ein Viertel der Auftragseingänge im Nutzfahrzeugbereich kommen aus dem Schwellenländern. Hier rechnet MAN-CEO Hakan Samuelsson weiter mit Impulsen aus Osteuropa, "der Markt in Russland ist stabil und robust". Hier will MAN das Vertriebsnetz bis Jahresende von derzeit 20 auf 35 Servicepunkte erhöhen.

Für die zweite Jahreshälfte gibt sich MAN vorsichtig: Für das Gesamtjahr 2008 rechne er mit einem Auftragseingang auf dem Niveau des Vorjahres oder einem leichten Rückgang im einstelligen Prozentbereich, erklärte Samuelsson. Bislang rechnete MAN mit einem Auftragseingang in der Größenordnung des Vorjahres. Damals waren es 19,37 Mrd EUR Neubestellungen.

Die im April angehobene Jahresprognose von 10% Umsatzwachstum bei einer Umsatzrendite auf dem Niveau des ersten Quartals von knapp 12% bekräftigte MAN. Auch der operative Gewinn solle stärker ausfallen als die 1,73 Mrd EUR des Vorjahres. Dass MAN den Ausblick angesichts der starken Zahlen nicht erhöht, wertet Analyst Budarz als "gesunde Vorsicht" im erwartbar schwierigeren konjunkturellen Umfeld.

Keine Neuigkeiten gibt es in Sachen der geplanten Dreierallianz von MAN, Volkswagen und Scania. Erneut bestätigte Samuelsson Gespräche mit Volkswagen über eine Zusammenarbeit im Motorenbereich in Brasilien. Es sei nicht ganz einfach und dauere Zeit, so Samuelsson weiter. Zu einem Werk für die Motorenproduktion wollte sich der MAN-CEO nicht konkret äußern, machte aber die Andeutung, dass Südamerika weit entfernt sei.

Webseite: http://www.man.eu Von Christoph Baeuchle, Dow Jones Newswires, +49 (0)711 2287 412, christoph.baeuchle@dowjones.com DJG/cba/cbr

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