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29.07.2010

UPDATE2: MAN will 2010 nach starkem 1. Halbjahr wieder wachsen

(NEU: Zusammenfassende Berichterstattung)

(NEU: Zusammenfassende Berichterstattung)

Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der Nutzfahrzeug- und Motorenbauer MAN erwartet nach dem Ende der Krise und einer deutlichen Geschäftserholung im ersten Halbjahr auch wieder Wachstum im Gesamtjahr. Der DAX-Konzern peilt für 2010 einen deutlichen Anstieg bei Auftragseingang und Umsatz an und will zugleich profitabler werden. Von Januar bis Juni legte der Umsatz um 19% auf 6,7 Mrd EUR zu. Operativ verdienten die Münchener 404 (244) Mio EUR und nach Steuern und Dritten unverändert 201 Mio EUR.

Die MAN-Aktie kann von der Halbjahresbilanz nicht profitieren. Sie verliert am Donnerstag. Beobachter verweisen auf die starke Entwicklung in den vergangenen Wochen und nennen den Ausblick vergleichsweise zurückhaltend.

Ziel der Münchener ist es, die Einnahmen auf Gesamtjahressicht um mehr als 10% zu steigern und die Umsatzrendite auf dem Niveau des ersten Halbjahres bei 6% zu halten, nachdem bislang nur ein nicht spezifizierter Gewinnanstieg in Aussicht gestellt worden war. Im Gesamtjahr 2009 hatte die Marge bei 4,2% gelegen.

Vorstandssprecher Georg Pachta-Reyhofen sagte, MAN habe sich gut entwickelt: "Die zaghaften Erholungssignale vom Jahresbeginn wurden bestätigt und verstärkt". Es sei allerdings in vielen Bereichen noch ein weiter Weg zurück zur hohen Auslastung der vergangenen Jahre.

Sollten die vorgegebenen Jahresziele in diesem Jahr erfüllt werden, würde MAN tatsächlich noch weit hinter den Rekordwerten von 2008 zurückbleiben: In dem Boomjahr hatte das Unternehmen eine Umsatzrendite von 11,6% erreicht.

In den ersten sechs Monaten des Jahres profitierte MAN vor allem von der weiterhin starken Entwicklung des von Großaktionär Volkswagen übernommenen Lateinamerikageschäfts. Speziell in Brasilien boomt die Lkw-Nachfrage, unter anderem dank Steuervergünstigungen. Aber auch das im vergangenen Jahr kriselnde europäische Nutzfahrzeuggeschäft erholte sich, so dass MAN in dem Geschäftsbereich im zweiten Quartal wie angekündigt erstmals seit einem Jahr wieder schwarze Zahlen schrieb.

Auf Konzernebene nahm MAN zwischen Januar und Juni neue Aufträge im Wert von 7,27 (Vorjahr: 4,57) Mrd EUR in die Bücher. Das Wachstum bei den Bestellungen, die ein wichtiger Indikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung sind, und bei den Gewinnkennziffern beschleunigte sich im zweiten Quartal deutlich: So legte der Auftragseingang um fast zwei Drittel auf 3,75 Mrd EUR zu. Das operative Ergebnis verdoppelte sich mit 276 (144) Mio EUR annähernd.

Positiv auf die Ertragslage wirkten sich in den ersten sechs Monaten Lizenzerträge aus der Kooperation mit dem chinesischen Partner Sinotruk in Höhe von 40 Mio EUR aus. Die im Vorjahr verbuchten 125 Mio EUR Gewinn aus dem Verkauf eines Mehrheitsanteils an Ferrostaal fehlten allerdings.

Mit den vorgelegten Zahlen schnitt MAN besser ab als erwartet. Die Aktie verliert am Donnerstag in Frankfurt trotzdem an Boden: Während der DAX freundlich tendiert, notiert das Papier am späten Vormittag bei 71,01 EUR und damit rund 2,7% unter dem Vortagesschluss. Der Ausblick sei nicht stark genug, um die Aktie über das Jahreshoch zu heben, meinte ein Händler. Die MAN-Aktie hat 2010 bisher nahezu die Hälfte an Wert hinzugewonnen.

Im vergangenen Jahr hatte MAN schwer unter der Wirtschaftskrise gelitten. Anders als einige der größten Konkurrenten verdienten die Münchener aber im operativen Geschäft Geld - zwar rund drei Viertel weniger als im Rekordjahr 2008, immerhin aber immer noch etwa eine halbe Milliarde Euro. Netto war der Lkw-Hersteller aufgrund von Abschreibungen und Kosten im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre dagegen in die roten Zahlen gerutscht.

Bereits zum Jahresauftakt verzeichnete der DAX-Konzern allerdings erste Erholungszeichen: Die Bestellungen stiegen im ersten Quartal gegenüber dem extrem schwachen Vorjahr um mehr als die Hälfte, der Umsatz um fast ein Viertel. Die größten europäischen MAN-Konkurrenten Daimler, Scania und Volvo haben starke Halbjahreszahlen bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht und machen damit Hoffnung, dass sich der Aufwärtstrend in der Branche fortsetzt.

Webseite: www.man.eu -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 114, nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/rio

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