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08.08.2007

UPDATE2: Mehrere Interessenten für freenet-Übernahme

(NEU: Mehr von Spoerr, Hintergrund)

(NEU: Mehr von Spoerr, Hintergrund)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Für eine mögliche Übernahme von freenet gibt es nach Angaben des Internet- und Mobilfunkanbieters mehrere Interessenten. Mit diesen führe man Gespräche, sagte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Spoerr am Mittwoch zu Dow Jones Newswires. Seine Äußerungen sorgten für ein starkes Kursplus der freenet-Aktie, nachdem in der jüngsten Zeit skeptische Stimmen laut geworden waren, es käme womöglich niemand für einen Kauf in Frage. Auch mit dem Halbjahresbericht bewirkte freenet Freude an der Börse, denn das Gewinnwachstum fiel höher aus als erwartet.

Spoerr sagte, es gebe durchaus Interessenten für die freenet AG, die erst im März aus einer Fusion entstanden war. Der Vorstandsvorsitzende hatte lange vergeblich nach weiteren eigenen Übernahmemöglichkeiten Ausschau gehalten und sich schließlich entschlossen, den größten Teil der Barmittel, die dafür in Frage kamen, an die Aktionäre auszuschütten.

Zugleich kündigte er vor einem Monat an, dass freenet nun auch dafür offen sei, als Ganzes von einem Wettbewerber übernommen zu werden, sofern dies wertsteigernd sei. Die Investmentbank Morgan Stanley wurde beauftragt, entsprechende Möglichkeiten auszuloten. Gleichzeitig ist Spoerr aber weiterhin bereit, bei passender Gelegenheit selbst noch Zukäufe zu tätigen. Eine Vorentscheidung in die eine oder andere Richtung sei noch nicht getroffen, sagte der Unternehmenschef im Interview mit dieser Nachrichtenagentur.

Die Analysten des Bankhauses Sal. Oppenheim hatten kürzlich in einer Studie mit Blick auf die inländischen Wettbewerber erklärt, es dürfte kaum Interessenten für freenet geben. Der einzige potenzielle Kaufkandidat sei Telecom Italia mit der deutschen Tochter Hansenet. Doch habe sich der italienische Konzern einen Abbau der Schulden auf die Fahnen geschrieben, was eine Übernahme wenig wahrscheinlich mache. Nach Ansicht der Bank ist freenet außerdem im DSL-Geschäft nicht mehr wettbewerbsfähig, weshalb Spoerr den Kundenstamm hier veräußern sollte.

Der Manager trat dieser Darstellung entgegen und betonte, das Zusammengehen von Mobilfunk und Internet zahle sich mehr und mehr aus. So sei das Konvergenzprodukt freenetKomplett aus DSL-Anschluss, Festnetztelefon und Handy seit Beginn der Vermarktung im Juli sehr gut angenommen worden, sagte er Dow Jones. "Der Merger war die richtige Strategie", verteidigte Spoerr den Zusammenschluss von freenet mit der früheren Muttergesellschaft mobilcom.

Unter anderem der Mobilfunk-Konkurrent und Großaktionär Drillisch hatte gefordert, freenet wieder aufzuspalten. Auf der Hauptversammlung Ende vorigen Monats hatte das Thema noch einmal öffentlich für Aufregung gesorgt. Seither herrsche im Kreis der Gesellschafter aber wieder Ruhe, sagte Spoerr. Er selbst arbeitet nun daran, seine geschäftlichen Ankündigungen weiter umzusetzen. Fortschritte gibt es offenbar bei den Bemühungen, freenet im Mobilfunk vom Zwischenhändler zum "virtuellen Netzbetreiber" weiterzuentwickeln.

Hierbei würde das Unternehmen eigene Angebote auf der Grundlage angemieteter Leitungskapazität anbieten. Dazu muss freenet mit einem der infrastrukturbasierten Anbieter einen Vertrag schließen. Spoerr sagte, die Verhandlungen dazu hätten begonnen, und er rechne in der zweiten Jahreshälfte mit einem Abschluss.

Im zweiten Quartal gewann freenet im Mobikfunk sehr viele Kunden hinzu, während im DSL-Bereich analog zur Marktentwicklung eine Abflachung zu verzeichnen war. Operativ verdiente das Hamburger TexDAX-Unternehmen mehr als erwartet - das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 70% auf knapp 71 Mio EUR.

Dafür sorgte jedoch nur ein buchhalterischer Eeffekt. Denn die Kosten für die Gewinnung und Bindung der Kunden fließen teilweise nicht mehr in die Erfolgsrechnung ein, sondern werden in der Bilanz aktiviert und nach und nach abgeschrieben. Bereinigt um diesen Effekt lag das EBITDA im Zweitquartal leicht unter Vorjahr. Auf Halbjahresebene ergab sich aber ein Plus von 5%.

Unter dem Strich wies freenet im zweiten Quartal einen doppelt so hohen Überschuss von fast 40 Mio EUR aus. Der Umsatz ging freilich unter anderem wegen der veränderten Rechnungslegung um fast 6% auf 467 Mio EUR zurück.

Analysten lobten den Zwischenbericht und sprachen wie etwa Thomas Friedrich von der HypoVereinsbank von "starken Zahlen". Die WestLB stufte die Aktie sogar höher und empfiehlt sie jetzt zum Kauf. An der Börse zog der Kurs vor allem nach Spoerrs Interviewäußerungen noch einmal stark an und lag am Nachmittag in der Spitze um 6,5% im Plus bei 17,25 EUR.

Webseite: http://www.freenet-ag.de/

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires; +49 (0)211 - 13872 13,

TMT.de@dowjones.com

DJG/stm/rio

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