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07.04.2008

UPDATE2: Patentrechtsurteil dürfte FMC nur geringfügig belasten

(NEU: Analysteneinschätzung, aktueller Kurs)

(NEU: Analysteneinschätzung, aktueller Kurs)

Von Olaf Ridder und Heide Oberhauser-Aslan

Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)--Die überraschende Niederlage im langjährigen Patentstreit mit dem US-Wettbewerber Baxter International wird das Ergebnis des Dialysedienstleisters Fresenius Medical Care (FMC) nach Einschätzung von Analysten selbst dann nur geringfügig belasten, wenn FMC mit seiner Berufung scheitert. Ein Sprecher des DAX-Unternehmens aus Bad Homburg sagte am Montagmorgen man gehe angesichts früherer Jury-Entscheidungen vor US-Gerichten und der Haltung des US-Patentamtes nicht davon aus, dass das Urteil vom Freitag wirksam werde.

Das Bundesbezirksgericht für Nordkalifornien hatte FMC am Freitag untersagt, ihr absatzstarkes Hämodialyse-Gerät 2008K ab dem nächsten Jahr mit der bisher verwendeten Touchscreen-Benutzeroberfläche weiter in den USA zu vertreiben. Für die Zeit ab November 2007 sprach das Gericht Baxter Lizenzzahlungen zu, die sich je verkaufter Maschine auf 10% des Verkaufspreises und für Verbrauchsmaterial auf 7% belaufen.

Die Auseinandersetzung zwischen Baxter und FMC geht bis in das Jahr 2003 zurück. In einem ersten Urteil vor zwei Jahren hatte Baxter eine Niederlage kassiert. Die Jury des zuständigen Bezirksgerichts erklärte seinerzeit die Baxter-Patente für unwirksam und gewährte den beantragten Verkaufsstopp nicht.

Laut FMC konnte Baxter im vergangenen Oktober mit 14,3 Mio USD nur einen Bruchteil seiner Entschädigungsforderungen durchsetzen. Am vergangenen Freitag nun sei Baxter mit dem Versuch gescheitert, eine Neubestimmung der Entschädigungssumme und ein neues Verfahren in dem Streit durchzusetzen. Lediglich mit der bisherigen Touchscreen-Bedienoberfläche habe die zuständige Richterin den Vertrieb der 2008K in den USA untersagt.

Sollte das Urteil wider Erwarten Bestand haben, ist Fresenius nach eigener Darstellung darauf vorbereitet, das Gerät auch mit einer alternativen Benutzeroberfläche zu verkaufen. Das Unternehmen erwartet aber, dass es vor der Berufungskammer am US-Bundesgericht Recht bekommt.

Vorstandsvorsitzender Ben Lipps verwies darauf, dass auch das US-Patentamt in einer Neubewertung alle aus den Patenten abgeleiteten Ansprüche für unwirksam erklärt habe: "Wir sind daher zuversichtlich, dass die Berufungskammer die Patente für ungültig erklären wird". Eine "nennenswerte Beeinträchtigung unseres Geschäfts in Nordamerika" sei nicht zu erwarten.

Laut Mitteilung der Anwaltskanzlei Bell, Boyd & Lloyd, die Baxter in dem Fall vertritt, kommt das Gerät 2008K in den USA auf einen Marktanteil von 90%. Im ersten Quartal trug die 2008K nach FMC-Angaben erheblich zum 17-prozentigen Umsatzwachstum des Konzerns mit Dialyseprodukten in den USA bei.

Angaben zu genauen Verkaufszahlen des Gerätes macht das Unternehmen nicht. Laut Mitteilung legte das Bundesbezirksgericht im vergangenen Oktober bei Festlegung der Entschädigungssumme für einen Zeitraum von vier Jahren für die USA einen Umsatz von mehr als 2 Mrd USD mit Hämodialyse-Geräten und Verbrauchsmaterial zugrunde.

Der FMC-Sprecher wollte sich auch nicht zu der Frage äußern, in welcher Höhe Belastungen auf das Unternehmen zukommen, sollte das am Freitag verhängte Verkaufsverbot nebst Lizenzzahlungen rechtskräftig werden. UniCredit-Analyst Christian Cohrs bezifferte die Belastung in einer ersten groben Schätzung mit 0,10 EUR je Aktie. Die Lizenzgebühren für die Zeit vom November 2007 bis Ende 2008 dürften sich in Grenzen halten. Cohrs bestätigte die Einstufung der FMC-Aktie deshalb mit "kaufen".

Auch die Analysten von Merck Finck & Co sehen die Negativeffekte für FMC als eher begrenzt an und bestätigten ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Im ungünstigsten Fall dürfte die EBIT-Marge im laufenden mit 50 Basispunkten unter den Lizenzzahlungen leiden. Dies entspräche einer Belastung von etwa 50 Mio USD, sagte MeFiCo-Analyst Carsten Kunold zu Dow Jones Newswires. Wie FMC selbst geht Kunold aber davon aus, dass das Urteil vor dem Hintergrund der Entscheidungen des US-Patentamtes keinen Bestand haben wird.

Die Fresenius-Medical-Care- Aktie eröffnete am Montagmorgen mit einem Abschlag von 1,5%. Anschließend erholte sich das Papier allerdings. Um 12.30 Uhr notierte es bei 32,89 EUR und damit nahezu unverändert.

Webseiten: http://www.fmc-ag.de/ http://www.baxter.com/ http://www.bellboyd.com/ -Von Olaf Ridder und Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/rio

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