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06.02.2008

UPDATE2: Piraterie könnte Prognose 2008 von Premiere schmälern

(NEU: Aussage Kudelski-Sprecher, Analysten, Kurse)

(NEU: Aussage Kudelski-Sprecher, Analysten, Kurse)

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Der Pay-TV-Sender Premiere AG rechnet infolge von Verschlüsselungspiraterie im Jahresschlussquartal 2007 mit negativen Auswirkungen auf die Geschäftsprognose für 2008. Ein Gutachten habe ergeben, dass es kriminellen Hackern gelungen sei, mit modifizierten Digital-Receivern Pay-TV-Programme illegal zu empfangen, teilte der in Unterföhring ansässige Sender am Mittwoch mit. Die im Ausland hergestellten Receiver würden mittlerweile im größeren Umfang in Deutschland verkauft. Dies habe seit dem Weihnachtsgeschäft auch Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf und das Wachstum von Premiere. Sprecher Torsten Fricke sagte auf Anfrage von Dow Jones Newswires, negative Effekte könnten nicht ausgeschlossen werden. Allerdings könne durchaus auch der gegenteilige Fall eintreten, dass Zuschauer durch die illegale Nutzung auf den Geschmack kämen und nach der Schließung der Verschlüsselungslücke den Sender abonnierten. Der Sender will den weiteren Angaben zufolge ab dem zweiten Quartal 2008 eine neue Verschlüsselungstechnologie einführen und damit die bestehende Sicherheitslücke im Verschlüsselungssystem Nagravision der schweizerischen Konzerns Kudelski schließen. Geplant sei die Nutzung einer neuen Smartcard-Generation, hieß es. Fricke zufolge sprich Premiere mit Kudelski und anderen Providern über ein neues System. Auf Basis vorläufiger Zahlen steigerte der Bezahlfernsehsender Premiere 2007 verglichen mit dem Vorjahr sein EBITDA auf 83,4 (47,9) Mio EUR. Der Umsatz ging in dem Vergleichszeitraum auf 984,5 (1,055) Mio EUR zurück. Beide Kennziffern lägen im Rahmen der eigenen Erwartungen, hieß es. Nach dem vierten Quartal 2007 zählte Premiere den weiteren Angaben zufolge 4,279 (3,409) Millionen Abonnenten, davon 3,651 Millionen direkte Kunden und 628.000 indirekte Kunden über arena und Unitymedia. Den vollständigen Geschäftsbericht für 2007 will das Unternehmen am 14. Februar 2008 veröffentlichen. Im November hatte der Sender seine Prognose für den erwarteten Geschäftsverlauf 2008 zurückgezogen und angekündigt, dass am 14. Februar eine neue Prognose bekanntgegeben werden soll. Ein Sprecher von Kudelski äußerte sich zuversichtlich, dass der Vertrag mit Premiere wie vereinbart bis 2015 weiter erfüllt werde. Kudelski werde die fraglichen Karten austauschen, fügte er hinzu. Dies sei das übliche Vorgehen in solchen Fällen. Ein Analyst des Schweizer Brokers Helvea sagte hingegen, das Risiko, das Kudelski Premiere als Kunden verliere, sei recht groß. Goldman Sachs änderte am Mittwoch seine Empfehlung für die Titel von Kudelski auf "verkaufen" von "neutral".

Die Aktien des Schweizer Konzerns verloren am frühen Nachmittag 15,6% auf 16,45 CHF. Die im MDAX gelisteten Papiere von Premiere legten um 0,4% auf 14,00 EUR zu.

Webseite: http://www.premiere.de http://www.kudelski.com - Von Hans Schoemaker, Archibald Preuschat und Frances Palgrave, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/pal/cbr

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