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07.08.2008

UPDATE2: Premiere im 2Q operativ besser als erwartet

(NEU: Aussagen Management, Analysteneinschätzung, Aktienkurs) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aussagen Management, Analysteneinschätzung, Aktienkurs) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Die Premiere AG hat im zweiten Quartal bei Umsatz und operativem Ergebnis die Erwartungen der Analysten übertroffen. Premiere stellt weiterhin ein "starkes" zweites Halbjahr 2008 in Aussicht. Das Ergebnis im zweiten Quartal sei wie schon im Weihnachtsgeschäft 2007 und in den ersten drei Monaten 2008 auch durch die Piraterieproblematik beeinflusst worden, berichtete der Pay-TV-Anbieter aus Unterföhring am Donnerstag.

Der Vorstandsvorsitzende Michael Börnicke zeigte sich optimistisch, die Piraterieprobleme wie angekündigt in den Griff zu bekommen. "Die Umstellung verläuft planmäßig, die Sicherheitslücke ist bald geschlossen", wird Börnicke zitiert. Vor wenigen Tagen habe die zweite Phase des Projekts, der Austausch der Smartcards bei Satellitenkunden begonnen, der planmäßig zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein werde.

"Im zweiten Halbjahr wollen wir stark wachsen, viele Neukunden gewinnen und den Umsatz pro Kunde erhöhen." Dabei sei er zuversichtlich, viele "Piraten von den Vorzügen eines Premiere-Abos überzeugen" zu können. Börnicke will hier aus "Hunderttausenden" von Schwarzsehern zahlende Premiere-Abonnenten machen.

Im zweiten Halbjahr lag der annualisierte durchschnittliche Umsatz je Kunde (ARPU) bei 285 EUR nach 258 EUR im Vorjahr. Der Programm-ARPU belief sich auf 196 EUR und fiel damit nach Einschätzung der M.M.Warburg-Analysten etwas schwächer als erwartet aus. Sie empfehlen die Premiere-Aktie als "Sell" mit einem Kursziel von 10,50 EUR.

Auch die Abonnenten-Entwicklung fiel nach Einschätzung der Analysten schwächer als erwartet aus. Zum 30. Juni 2008 zählte Premiere nach eigenen Angaben insgesamt 4.157.810 Kunden, davon waren 3.554.696 direkte Abonnenten sowie 603.114 indirekte arena-Kunden. Die Zahl der direkten Abonnenten stieg damit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,3%. Inklusive der Bundesliga-Wholesale-Abonnenten von Arena sei die Abonnentenzahl aber im Vergleich zum Vorquartal um 3% gefallen.

Im laufenden dritten Quartal will Börnicke nicht zuletzt wegen der verringerten Piraterie-Probleme den Abonnenten-Rückgang stoppen und netto hier wieder einen Zuwachs ausweisen. Zwar werde es auch im dritten Quartal noch Belastungen durch die Schwarzseher-Problematik geben, im vierten Quartal würden die ergriffenen Maßnahmen dann aber ihre volle Wirkung entfalten.

Im zweiten Quartal verzeichnete Premiere ein Umsatzplus von 18,9% auf 272,4 Mio EUR. Das EBITDA lag mit 11,2 Mio EUR leicht über dem Vorjahreswert von 10,2 EUR. Das Ergebnis nach Steuern blieb dagegen mit minus 37,8 (Vj minus 32,6) Mio EUR deutlich unter der Konsensprognose der Analysten. Hier wirkte sich ein im Vorjahresvergleich deutlich höherer Anstieg der nicht cashwirksamen, latenten Steuern auf 17 Mio EUR von 5,5 Mio EUR im Vorjahr aus, so der MDAX-Konzern zur Begründung.

Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von 258,7 Mio EUR und einem EBITDA von 8,7 Mio EUR gerechnet. Das Nachsteuerergebnis wurde bei minus 24,2 Mio EUR gesehen.

Eine konkrete Prognose für Umsatz und Ergebnis im Gesamtjahr 2008 wollte das Premiere-Management nicht geben und verwies zur Begründung unter anderem auf die bislang nicht entschiedene Vergabe der Bundesliga-Übertragungsrechte. Damit fehle Premiere die für Prognosen notwendige Planungssicherheit. Die Live-Übertragung von Bundesliga-Spielen ist ein wichtiger Programmbaustein für den Pay-TV-Anbieter.

Premiere zeigte sich bei der Quartalszahlenvorlage weiterhin zuversichtlich für die Vergabe der Fußball-Bundesliga-Rechte. "Wir haben immer betont, dass sich Premiere auf alle Szenarien vorbereitet. Wenn uns die Ausschreibungsunterlagen vorliegen, werden wir die darin angebotenen Modelle und Pakete prüfen und dafür entsprechende Angebote abgeben", so Börnicke. Daran habe sich durch die aktuelle Situation nichts geändert. "Grundsätzlich wollen und werden wir sicherstellen, dass wir die Bundesliga unseren Abonnenten auch in Zukunft zeigen".

Hier rechnet Börnicke damit, erst im September mehr Klarheit über die möglichen Preise und Vermarktungsmodelle der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu erhalten. Die Auktion der Bundesliga-Rechte müsste dann aber spätestens im November und Dezember abgeschlossen werden, so Börnicke in einer Telefonkonferenz zu den Zweitquartalszahlen.

Vor gut zwei Wochen hatte das Bundeskartellamt dem Vermarktungsmodell eine Absage erteilt, da es die Verbraucher benachteilige. Stattdessen wurde eine zeitnahe Berichterstattung im frei empfangbaren Fernsehen gefordert, konkret am Hauptspieltag Samstag Spielberichte bis 20 Uhr. Nur dann sei die zentrale Vermarktung der Senderechte gerechtfertigt.

Bei Anlegern stießen die vorgelegten Zahlen und Aussagen des Managements offenbar auf positive Resonanz. Bis zum Mittag legte die Premiere-Aktie zu und notiert in einem festeren Gesamtmarkt 2,2% im Plus bei 11,64 EUR, nachdem das Papier zuvor bei 11,79 EUR ein Tageshoch markiert hatte.

News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist derzeit mit 25,01% an Premiere beteiligt.

Webseite: http://www.premiere.de - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/smh/roa

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