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16.02.2009

UPDATE2: Premiere sieht erst Ende 2010 Licht am Tunnelende

(NEU: Aussagen des Managements, Aktienkurs.)

(NEU: Aussagen des Managements, Aktienkurs.)

Von Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Die Premiere AG erwartet nach einem tiefroten 2008 auch im laufenden Jahr keine Besserung. Im Gesamtjahr 2008 summierte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nach Angaben vom Montag auf minus 57 Mio EUR, nachdem im Vorjahr noch 83,6 Mio EUR Gewinn angefallen waren. Für 2009 erwartet Vorstandsvorsitzender Mark Williams ein noch höheres operatives Minus. An dem Plan, im Laufe des vierten Quartals 2010 auf Monatsbasis operativ die Gewinnschwelle zu überschreiten, hält das Unternehmen indes fest.

Per Ende Dezember hatte Premiere 2,399 Millionen direkte Abonnenten, verglichen mit 2,534 Millionen Ende 2007. Das Unternehmen mit Sitz in Unterföhring bei München geht davon aus, dass die Abonnentenzahl im Laufe des ersten Halbjahres 2009 stabil bleiben wird - ein Wachstum wird erst ab dem dritten Quartal erwartet, wenn sich geplante Investitionen wie etwa in Marketing positiv auswirken sollen.

Im vierten Quartal erzielte Premiere ein EBITDA von minus 44,5 Mio EUR und Erlöse von 236,1 (Vorjahr: 261,3) Mio EUR. Von Dow Jones befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 257 Mio EUR und einem EBITDA-Verlust von 40 Mio EUR gerechnet. Die per Anfang Dezember verkaufte Beteiligung an dem Online-Shop-Betreiber Home of Hardware wurde sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr rückwirkend als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen und taucht somit weder im Umsatz noch im EBITDA von Premiere auf. Auch die Zahlen für 2007 wurden entsprechend angepasst.

Im Gesamtjahr 2008 weitete der Sender seinen Nettoverlust auf 269,4 (51,6 Mio EUR) aus. Allein im vierten Quartal erreichte das Minus 114,3 Mio EUR.

Der Gesamtumsatz soll im laufenden Jahr um weniger als 50 Mio EUR klettern. Gepaart mit den geplanten Investitionen werde dies dazu führen, dass der EBITDA-Verlust 2009 höher ausfallen werde als im vergangenen Jahr, sagte Vorstandsvorsitzender Williams bei der Bilanzpressekonferenz am Montag.

Der Cashflow werde 2009 einen negativen Wert zwischen 250 Mio und 275 Mio EUR erreichen, bestätigte Premiere frühere Angaben. Daneben bekräftigte das Unternehmen, beim EBITDA im Laufe des vierten Quartals 2010 auf monatlicher Basis die Gewinnschwelle überschreiten zu wollen. In welchem Monat erstmals der Break-Even erreicht sein wird, wollte Williams nicht sagen. Insgesamt wird der Wert 2010 laut den Planungen negativ ausfallen. Ab 2011 will Premiere sowohl einen Nettogewinn als auch einen positiven Cashflow ausweisen.

Premiere befindet sich inmitten einer Restrukturierung. So stellte CEO Williams Anfang Oktober eine neue Klassifizierung der Abonnenten vor, auf dessen Grundlage Premiere Ende September insgesamt 2,411 Millionen direkte Abonnenten und 704.000 Wholesale-Abonnenten hatte. 940.000 Abonnenten, die nach der alten Klassifizierung enthalten waren, wurden dabei nicht mehr berücksichtigt.

Zugleich erklärte Williams im Oktober, aufgrund zu erwartender Verluste Gespräche mit den Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen zu haben. Die kurz vor Weihnachten festgezurrte neue Finanzierungsstruktur sieht vor, dass bestehende Kreditlinien durch neue, langfristige Kreditzusagen über 525 Mio EUR ersetzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass Premiere durch zwei Kapitalerhöhungen zunächst neues Eigenkapital von 450 Mio EUR zugeführt wird.

Durch eine erste Kapitalerhöhung hat der Sender im Januar bereits 38,4 Mio EUR erlöst. Über die zweite Kapitalerhöhung, die noch im ersten Halbjahr über die Bühne gehen und weitere 411,6 Mio EUR in die Kasse von Premiere bringen soll, werden die Aktionäre im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung am 26. Februar abstimmen.

Die Finanzierungsstruktur soll dem Medienunternehmen die Umsetzung eines neuen Geschäftsplanes ermöglichen, dessen Hauptziele die Steigerung der Zahl der Abonnenten mit Laufzeitverträgen und die Erhöhung des Umsatzes pro Kunde sind. In diesem Rahmen plant Premiere "erhebliche" Investitionen in Programmangebot, Marketing, Vertrieb und Kundenservice. Allein bei Marketing und Vertrieb rechnet der Konzern 2009 mit zusätzlichen Ausgaben von etwa 65 Mio EUR.

Die Aktie reagierte am Montag mit Abschlägen auf die Premiere-Neuigkeiten und notierte gegen 13.30 Uhr bei 2,39 EUR, was einem Minus von knapp 14% entspricht.

News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist nach jüngsten Angaben mit 29% an Premiere beteiligt.

Webseite: http://info.premiere.de -Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/smh Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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