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13.11.2008

UPDATE2: Premiere-Verlust im 3Q deutlich höher als erwartet

(NEU: Aktienkurs, Analysteneinschätzung)

(NEU: Aktienkurs, Analysteneinschätzung)

Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Die Premiere AG hat im dritten Quartal die Umsatzprognosen der Analysten verfehlt und einen deutlich über den Erwartungen liegenden Verlust ausgewiesen. Für das Gesamtjahr 2008 präzisierte der Pay-TV-Konzern am Donnerstag seine Ergebnisprognose und gab erstmals unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Mark Williams einen Ausblick auf die erwartete Umsatzentwicklung.

Das EBITDA wird 2008 nun in einer Spanne von minus 40 Mio bis minus 60 Mio EUR gesehen. Damit hob das Unternehmen das bisher genannte untere Ende der Spanne von minus 70 Mio EUR an. Der Umsatz wird im laufenden Geschäftsjahr bei über 1,015 (2007: 0,98) Mrd EUR erwartet.

Die Premiere-Aktie reagierte zunächst mit einem deutlichen Abschlag auf die Zahlen und den Ausblick. Nach einem Minus von über 16% zum Handelsstart erholte sich das Papier im weiteren Handelsverlauf aber wieder und notierte in einem festen Gesamtmarkt um 10.55 Uhr noch mit 1,4% im Minus bei 3,34 EUR.

Die Analysten der Commerzbank sprachen von sehr schwachen Quartalszahlen. So bleibe der fundamentale Ausblick für Premiere weiterhin "äußerst herausfordernd". Die Commerzbank-Analysten senkten ihre Kaufempfehlung auf "Sell" von "Reduce" und bekräftigten ihr Kursziel bei 2 EUR.

Im dritten Quartal erwirtschaftete Premiere bei einem Umsatzrückgang auf 244,6 (Vj 247,5) Mio EUR ein EBITDA von minus 27,2 (Vj plus 22) Mio EUR. Der Nettoverlust erreichte 89,1 Mio EUR, hier hatte das Unternehmen im Vorjahreszeitraum noch ein mit 0,1 Mio EUR nahezu ausgeglichenes Ergebnis berichtet. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von 251,3 Mio EUR und einem Verlust von 49,1 Mio EUR gerechnet.

Williams kündigte an, die strategische Überprüfung des Geschäfts bis Ende des Geschäftsjahres abgeschlossen zu haben. Hier mache das Management bislang gute Fortschritte. Angesichts der laufenden Überprüfung sei es derzeit noch nicht möglich, eine Indikation für die Ziele bei Umsatz oder Kundenanzahl zu geben, sagte Williams in einer Telefonkonferenz zu den Drittquartalszahlen.

"Wir machen gute Fortschritte bei der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens und haben bereits damit begonnen, wichtige Korrekturen vorzunehmen", sagte Williams. Premiere konzentriere sich bei der Neukundengewinnung ausschließlich auf Kunden mit Laufzeitabonnements, die meisten Randaktivitäten im Vertrieb habe das Unternehmen eingestellt.

Eine Grundvoraussetzung für zukünftiges Wachstum war das Schließen der Sicherheitslücke Anfang November. Piraterie-Probleme hatten die Ergebnisse von Premiere in den vergangenen Quartalen teilweise deutlich belastet. Nach Angaben des Unternehmens ist die Sicherheitslücke nun zum 10. November endgültig geschlossen worden.

Der Fokus liege nun auf dem Steigerung des Durchschnittsumsatz je Kunde (ARPU), so Williams. Im abgelaufenen dritten Quartal lag dieser monatliche ARPU bei 23,92 EUR. Anfang Oktober hatte Williams, dessen Vorgänger Michael Börnicke sein Amt im September niedergelegt hatte, aufgrund einer neuen Klassifizierung der Abonnements die Zahl der direkten Kunden deutlich nach unten revidiert. Auf Grundlage der neuen Klassifizierung zählte Premiere am 30. September 2008 insgesamt 2,411 Millionen direkte Abonnenten. Zusätzlich hatte Premiere zum Ende des dritten Quartals 704.000 Wholesale-Abonnenten unter Vertrag.

940.000 Abonnenten, die nach der alten Klassifizierung enthalten waren, wurden laut Premiere hingegen herausgerechnet. 606.000 davon wurden nicht mehr berücksichtigt, da diese nur aus Verträgen mit Geschäftspartnern resultieren und bisher nicht zu Abonnement-Aktivierungen geführt haben. Weitere 334.000 Abonnenten, die noch über eine Premiere-Smartcard verfügen, wurden nicht mehr gezählt, weil ihr Abonnement beendet ist und sie derzeit keine Zahlungen leisten.

Angestoßen wurde die Neuklassifizierung der Kunden von Williams. Innerhalb weniger Wochen hat sich inzwischen nahezu der komplette Vorstand bei Premiere ausgewechselt. Am Dienstag kündigte mit Programmvorstand Hans Seger ein weiteres Vorstandsmitglied an, die Führungsriege des Unternehmens zu verlassen.

Im September war der Vorstandsvorsitzende Börnicke überraschend zurückgetreten. Danach legte Finanzvorstand Alexander Teschner sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Anfang Oktober folgte Oliver Kaltner, der als Marketing- und Vertriebsvorstand tätig war.

Die News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist derzeit mit 25,01% an Premiere beteiligt.

Webseite: http://www.premiere.de - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/smh/jhe

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.