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30.01.2008

UPDATE2: SAP stellt für 2008 höhere Marge in Aussicht

(NEU: Analysteneinschätzungen, Aktienkursverlauf) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Analysteneinschätzungen, Aktienkursverlauf) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

WALLDORF (Dow Jones)--Die SAP AG hat im vierten Quartal 2007 beim Konzerngewinn einen Rückgang um 6% auf 756 Mio EUR verzeichnet, beim Jahresgewinn aber noch ein Plus von 3% auf 1,92 Mrd EUR erreicht. Bei der Vorlage der Jahreszahlen gab SAP am Mittwoch erstmals auch eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr, die von Analysten positiv aufgenommen wurde.

Der Softwarekonzern rechnet im laufenden Jahr mit einer operativen Marge zwischen 27,5% und 28,0%. Diese Prognose ist um einmalige Abschreibungen auf die abgegrenzten Supporterlöse aus der Akquisition von Business Objects und akquisitionsbedingte Aufwendungen bereinigt und entsprechend nur bedingt mit der Zielspanne des Vorjahres von 26% bis 27% zu vergleichen. Auch ist die neue Prognose um Wechselkurseffekte bereinigt.

Mitte Januar hatte SAP für das abgelaufene Jahr bereits vorläufige Zahlen für Umsatz und operative Marge vorgelegt. Damals hatte SAP eine operativen Marge von 26,5% (27,3%) für 2007 berichtet. Die nun veröffentlichte neuen angepassten Kennziffern für die operative Marge von 26,7% (27,4%) wurden inklusive Akquisitionskosten gerechnet. Im Jahr 2007 war die Marge zudem von 26,7% mit 0,3 Prozentpunkten aus Wechselkurseffekten belastet worden.

Analysten und Investoren werteten die SAP-Prognosen in ersten Einschätzungen als tendenziell positiv. Nach Einschätzung von Analysten der Citigroup zeigt der SAP-Ausblick eine Verbesserung der Margen und Zutrauen in den Zukauf von Business Objects. Die Umsatzprognose liege im Rahmen der Erwartungen, für Business Objects lasse sich ein Wachstum von 4% bis 13% ableiten. In einem Integrationsjahr sei dies eine zurückhaltende Prognose, wie die Analysten anmerken. Citigroup bekräftigte ihre "Buy"-Empfehlung und setzte ein Kursziel von 55 EUR.

Die Analysten der LBBW sehen in dem nunmehr vollständig vorgelegtem Geschäftsbericht für 2007 keine wesentlichen Neuerungen. Weitaus interessanter als die Zahlen sei der Ausblick des Managements auf 2008. Aus den Angaben von SAP lasse sich ein EBIT von etwa 3,4 Mrd EUR errechnen. Die LBBW-Schätzung für 2008 betrage ohne die Berücksichtigung von Business Objects 2,95 Mrd EUR. Dies bedeute, dass die Belastungen aus zu zahlenden Zinsen und Integrationskosten 450 Mio EUR übersteigen müssten, bevor sie ihre Schätzung bei der Einrechung von Business Objects reduzieren müssten, so die Experten.

Zufrieden mit dem SAP-Ausblick zeigte sich auch Michael Bahlmann von M.M.Warburg in einer ersten Einschätzung. SAP habe den Ausblick mit und ohne Einbeziehung von Business Objects (BO) angegeben. Dabei gefalle besonders, dass die Wachstumserwartung für SAP ohne BO exakt auf dem Niveau des Vorjahres liege. Dies sei beruhigend, da es zeige, dass SAP nicht von der Kreditkrise betroffen sei.

Zudem solle die operative Marge 2008 sogar ein leichtes Wachstum zeigen, obwohl die Investitionen für Business by Design höher ausfielen. Der Analyst empfiehlt SAP weiter mit "Kaufen".

SAP hatte am Morgen für den Software- und softwarebezogenen Umsatz im laufenden Jahr einen Wachstumvon wechselkursbereinigt 24% bis 27% angekündigt. Diese Prognose beinhaltet auch das Geschäft der zugekauften Business Objects SA. SAP will den französischen Wettbewerber für über 4,8 Mrd EUR übernehmen und hat dafür bereits die Zustimmung der Aktionäre des Business-Intelligence-Anbieters.

Das bisherige Geschäft von SAP soll bei den Software- und softwarebezogenen Umsätzen 2008 um 12% bis 14% wachsen. Damit gab sich der Softwarehersteller die gleichen Zielvorgaben wie für das Vorjahr. Die meisten Analysten hatten im Vorfeld bereits mit einem "unveränderten Ausblick" gerechnet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte SAP hier die Prognose mit einem Plus von 17% übertroffen.

Belastend auf das Ergebnis sollen sich 2008 wie bereits im Vorjahr zusätzliche Investitionen in das Mittelstandssegement auswirken. Diese stehen im Zusammenhang mit dem Start der neuen Mittelstandssoftware Business ByDesign. Im laufenden Jahr will das Unternehmen hier rund 175 Mio bis 225 Mio EUR investieren.

Im vergangenen Jahr hatte SAP hierfür rund 125 Mio EUR ausgegeben. Mit den nun für 2008 angekündigten Ausgaben für Business ByDesign würde SAP bei den Gesamtkosten in der unteren Hälfte der zuvor von 2007 bis Ende 2008 insgesamt in Aussicht gestellten Investitionssumme von 300 Mio bis 400 Mio EUR liegen.

Es könne allerdings sein, dass SAP auch im ersten Quartal des kommenden Geschäftsjahres 2009 noch Aufwendungen für Business ByDesign verbuchen werde, sagte Finanzvorstand Werner Brandt während der Vorstellung der Jahreszahlen für 2007 in Frankfurt. Dabei wolle SAP die für die Einführung des neuen Produkts selbst gesetzte Obergrenze für Investitionen von 400 Mio EUR aber "auf keinen Fall" überschreiten.

Die im Herbst 2007 vorgestellte Software Business ByDesign ist ein Kernbestandteil der Mittelstandsstrategie von SAP und soll die bisherigen Produkte "Business One" und "Business All-in-One" ergänzen. Die Software ist für mittlere und kleine Betriebe mit rund 100 bis 500 Mitarbeitern konzipiert.

Die SAP-Aktie legte nach Vorlage des Geschäftsberichtes zum Handelstart rund 4% zu. Im weiteren Handelsverlauf gab das Papier allerdings wieder einen Teil seiner Gewinne ab und notierte um 12.50 Uhr in einem etwas leichteren Gesamtmarkt noch 1,5% im Plus bei 31,93 EUR und gehörte damit zu den fünf größten Gewinnern im DAX.

Webseite: http://www.sap.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030 industry.de@dowjones.com DJG/abe/jhe

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