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30.07.2008

UPDATE2: Siemens erfreut Anleger mit Drittquartalszahlen

(NEU: Aussagen Telefonkonferenz, Analysteneinschätzung, Aktienkurs)

(NEU: Aussagen Telefonkonferenz, Analysteneinschätzung, Aktienkurs)

Von Alexander Becker

DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Siemens AG hat im abgelaufenen dritten Quartal 2007/08 im operativen Geschäft deutliche Zuwächse erzielt und die Analystenerwartungen bei nahezu allen Kennziffern übertroffen. In den vorgelegten Zahlen finden sich keine Anzeichen für eine abkühlende Geschäftsentwicklung - der Auftragseingang legte mit einem Plus von 21% kräftiger als im Vorquartal zu. Den Umsatz weitete Siemens um 10% aus.

Siemens gab Anlegern und Analysten am Mittwoch außerdem den mit Spannung erwarteten Ausblick auf die Ergebnisentwicklung im nächsten Geschäftsjahr. Die Siemens-Aktie legte am Vormittag in einem freundlich enGesamtmarkt deutlich zu und notierte gegen 11.13 Uhr mit 4,5% im Plus bei 76,55 EUR. Damit ist das Papier der zweitstärkster Wert in einem etwas festeren Leitindex DAX.

Analysten der UBS sprechen in einer ersten Einschätzung von "sehr soliden" Quartalszahlen, auch sei der Ausblick "zuversichtlich" und liege im Rahmen der Erwartungen. Analysten von Dexia sprechen von hochwertigen Ergebnissen. So habe Siemens in einem schwierigen Marktumfeld starke Zahlen präsentiert. Beide Banken empfehlen die Siemens-Aktie als "Buy".

Im dritten Quartal verzeichnete Siemens bei einem Umsatzplus von 10% auf 19,182 Mrd EUR ein operatives Ergebnis von 2,048 Mrd EUR. Das Ergebnis aus fortgeführtem Geschäft lag bei 1,475 Mrd EUR. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel bei 18,675 Mrd EUR Umsatz mit einem operativen Ergebnis von 1,452 Mrd EUR und einem Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft von 1,064 Mrd EUR gerechnet.

Das Nettoergebnis lag mit 1,419 EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,026 Mrd EUR. Allerdings beinhaltete der Vorjahreszeitraum im Zusammenhang mit der Gründung des Joint Ventures Nokia Siemens Networks (NSN) einen positiven Einmaleffekt in Milliardenhöhe. Siemens erzielte mit der Einbringung des Siemens-Carrier-Geschäfts damals einen nicht zahlungswirksamen Vorsteuergewinn von rund 1,7 Mrd EUR.

Der als Indikator für die künftige Umsatzentwicklung viel beachtete Auftragseingang legte von April bis Juni um 21% auf 23,677 Mrd EUR zu und stieg damit ebenfalls stärker als die von Analysten erwarteten 21,294 Mrd EUR. Getrieben wurde der Auftragseingang von mehreren Großaufträgen in den Sektoren Energy und Healthcare.

Siemens-Vorstandsvorsitzender Peter Löscher erwartet nach dem "exzellenten" dritten Quartal eine "abflachende Wachstumsdynamik" beim künftigen Auftragseingang. In einer Telefonkonferenz zu den Drittquartalszahlen bekräftigte er frühere Aussagen, wonach Siemens im nächsten Geschäftsjahr 2008/09 (per 30. September) mit einer "schwächeren weltwirtschaftlichen Situation" rechnet.

Im abgelaufenen dritten Quartal schaffte der Sektor Industry bereits die Margen-Ziele, die der Siemens-Vorstand bis zum Jahr 2010 vorgegeben hat. Die Sektoren Energy und Healthcare lagen darunter.

Die Marge des Healthcare-Sektors wurde dabei durch PPA-Effekte (PPA: Purchase Price Allocation) und Integrationskosten in Folge der Zukäufe Bayer Diagnostics und Dade Behrung um 2,1 Basispunkte belastet. Sie belief sich auf 12,2%. Bis 2010 will Siemens in der Medizintechnik eine Margenband von 14%-17% erreicht haben.

Auf auf dem wichtigen US-Gesundheitsmarkt rechnet Löscher in den kommenden sechs bis zwölf Monaten noch mit "schwierigen" Rahmenbedingungen. Medizintechnik-Anbieter kämpfen dort seit mehreren Quartalen mit dem Deficit-Reduction-Programm der US-Regierung.

Insgesamt lagen von den 14 Divisionen des Unternehmens sechs im Rahmen der Zielvorgaben für 2010. Im Industry-Sektor zeigten sich erneut die Divisionen Industry Automation und Drive Technologies als die wichtigsten Ergebnistreiber. Sie steigerten ihr Ergebnis um 91% bzw 40%. Die Mobility-Division blieb mit einer Rendite von 2,8% margenschwach und blieb erneut deutlich unter der Zielvorgabe von 5% bis 7%.

Im Energy Sektor sehen die Analysten der Societe Generale die Entwicklung der Division Fossil Power Generation als positive Überraschung. Die Marge von 10,1% lag nur knapp unter dem Zielband von 11% bis 15%. Im vorigen Quartal hatte Siemens in diesem Geschäftsfeld wegen Projektrisiken mehrere hundert Mio EUR an Belastungen verbuchen müssen.

Die höchste Zuwachsrate des Energy-Sektors zeigte die Division Renewable Energy, die ihr Ergebnis um 148% zum Vorjahr steigerte.

Das Siemens-Management hatte dem Konzern zu Jahresbeginn die größte Umstrukturierung der vergangenen knapp 20 Jahre verordnet. Statt in Geschäftsbereiche ist das Siemens-Geschäft nun in drei Sektoren mit 15 darunter liegenden Divisionen gegliedert. Mit den Drittquartalszahlen berichtet Siemens auch erstmals nach außen in dieser neuen Struktur. Die Energy-Division Service Rotating Equipment wird dabei nicht extern ausgewiesen.

Siemens gab mit den Drittquartalszahlen auch die in Aussicht gestellte neue Ertragsprognose für das kommende Geschäftsjahr 2008/09 und drückte dabei das operative Ergebnis des Kerngeschäfts in den Blickpunkt. Das Ergebnis Summe Sectors soll 2008/09 auf 8 Mrd bis 8,5 Mrd EUR wachsen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag das Sektoren-Ergebnis bei 6,662 Mrd EUR. Dabei soll das Ergebnis der fortgeführten Geschäfte schneller wachsen als das Sektoren-Ergebnis.

Den Umsatz will der Konzern wie im laufenden Jahr organisch zweimal so schnell wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigern. Analysten hatten im Vorfeld der Drittquartalszahlen die Prognose für das nächste Geschäftsjahres in den Blickpunkt gerückt.

"Summe Sectors" ist eine neue Berichtslinie, die Siemens mit der neuen Berichtsstruktur seit dem dritten Quartal ausweist. Hier werden Auftragseingang, Umsatz und Ergebnisentwicklung des von Siemens als Kerngeschäft definierten Geschäfts der drei Sektoren Industry, Healthcare und Energy gezeigt.

Die Sektorübergreifenden Geschäftsbereiche Siemens IT Solutions and Services (SIS), Siemens Financial Services (SFS) sind darin ebenso nicht enthalten wie sonstige Aktivitäten und die Strategic Equity Investments (SEI), in denen Siemens die Beteiligungsergebnisse der Gemeinschaftsunternehmen NSN, Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) und Fujitsu Siemens verbucht.

Für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 bekräftigte Siemens seine Umsatz- und Ergebnisprognose. Demnach soll der Umsatz mindestens zweimal so schnell wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) wachsen und das operative Ergebnis mindestens das Niveau des Vorjahres erreichen.

Für das Geschäftsjahr 2006/07 hatte Siemens hier ein Ergebnis von 6,521 Mrd EUR ausgewiesen. Auch das Ergebnis des fortgeführten Geschäfts soll im laufenden Jahr mindestens das Vorjahresniveau von 3,909 Mrd EUR erreichen.

Webseite: http://www.siemens.com/ -Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)89 - 5521 4030, industry.de@dowjones.com DJG/abe/bam/cbr/rio

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