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08.11.2007

UPDATE2: Siemens plant Aktienrückkäufe über bis zu 10 Mrd EUR

(Wiederholung vom Vorabend) Von Alexander Becker Dow Jones Newswires

(Wiederholung vom Vorabend) Von Alexander Becker Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Siemens AG hat sich wie von Analysten und Investoren seit längerem gefordert eine Zielgröße zur Optimierung der Kapitalstruktur gesetzt und ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Bis zum Jahr 2010 will das Unternehmen demnach Aktien für bis zu 10 Mrd EUR zurückkaufen, teilte der Münchner DAX-Konzern am Mittwochabend mit.

Basis für das Aktienrückkaufprogramm ist ein neues Kapitalstrukturziel. Das Kapitalstrukturziel ist definiert durch den Quotienten "Bereinigte industrielle Nettoverschuldung" zu "EBITDA" und wird in Höhe des 0,8-fachen bis 1,0-fachen als Zielgröße festgelegt, teilte das Unternehmen weiter mit. Bis zum Geschäftsjahresende 2010 soll dieser Zielwert erreicht werden.

Mit diesem Schritt kommt Siemens Forderungen von Analysten und Investoren nach, sich stärker an den Interessen der Aktionäre zu orientieren. Diese hatten wiederholt moniert, dass sich Siemens zu sehr auf das Wachstum des Unternehmens konzentriere und dabei die finanziellen Interessen der Anteilseigner vernachlässige.

Finanzvorstand Joe Kaeser hatte bereits im Sommer ein Verschuldungsziel angekündigt, mit dem das Verhältnis aus EBITDA zur Nettoverschuldung abgebildet wird. Aus dieser Kennziffer hatten Analysten im Vorfeld abgeleitet, wie viel überschüssiges Kapital Siemens im Unternehmen hat und möglicherweise an seine Aktionäre über Sonderdividenden und Aktienrückkäufe ausschütten kann.

Die Analysten der Deutschen Bank etwa sehen diese Summe bei bei einem EBITDA- Multiple von 2,0 bis 2,5 bei 21 Mrd bis 27 Mrd EUR. J.P. Morgan kommt mit einem konservativeren EBITDA-Multiple von 1,5 als Grundlage auf rund 15 Mrd EUR ausschüttungsfähiges Kapital.

"Dieser Schritt komplettiert das im "Fit for 2010" Programm aufgesetzte Zielgrößensystem von Siemens. Wir behalten unsere traditionell solide Finanzpolitik bei. Zugleich optimieren wir unsere Kapitalstruktur auf Basis umfassender Wettbewerbsanalysen", wird Kaeser nun in der Mitteilung zitiert.

Siemens ist den Angaben zufolge durch Beschluss der Hauptversammlung vom 25. Januar 2007 zum Erwerb eigener Aktien von bis zu 10% des Grundkapitals bis zum 24. Juli 2008 ermächtigt. Im Rahmen dieser bestehenden Ermächtigung hat der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen, dem der Aufsichtsrat zugestimmt hat, wie Siemens weiter mitteilte.

Dies ermögliche, über die Börse bis zu maximal 82 Mio Aktien zum Zwecke der Einziehung und Kapitalherabsetzung sowie bis zu maximal 7 Mio Stück Aktien zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Aktienvergütungs- und Belegschaftsprogrammen zu erwerben. Dies entspricht auf Basis des derzeitigen Aktienkurses einem Volumen von rund 8,5 Mrd EUR. Am Mittwoch hatte die Siemens-Aktie den Handel bei 95,15 Mio EUR beendet.

Der Beginn des Aktienrückkaufprogramms einschließlich Details zum Zeitraum werden den Angaben zufolge gesondert bekannt gegeben. Ferner sei beabsichtigt, dass Vorstand und Aufsichtsrat der anstehenden Hauptversammlung am 24. Januar 2008 vorschlagen werden, erneut den Rückkauf von Aktien bis zu 10% des Grundkapitals zu autorisieren.

"Aufgrund der starken operativen Cash-Flow Generierung und des hohen zu erwartenden Verkaufserlöses aus VDO sehen wir Potenzial zur Optimierung unserer Kapitalstruktur", wird der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher in der Mitteilung zitiert. Mit dem Aktienrückkaufprogramm schaffe Siemens "Wert für unsere Aktionäre und erhalten uns zugleich finanzielle Flexibilität", so Loescher weiter.

Siemens hatte den Verkauf der Automotive-Tochter an die Continental AG für 11,4 Mrd EUR Ende Juli mitgeteilt. Derzeit steht noch die Genehmigung der Transaktion durch die EU-Wettbewerbsbehörde aus. Das Closing wird nach Angaben der Beteiligten noch im laufenden Quartal erwartet.

Die Kennziffer "bereinigte industrielle Nettoverschuldung" schließt etwa die Verbindlichkeiten der Siemens-Finanztochter Siemens Financial Services aus oder aber auch entsprechend die Hybridanleihe des Konzerns, die zur Hälfte zum Eigenkapital gerechnet wird, sagte ein Siemens-Sprecher auf Nachfrage.

Weitere Details zum Aktienrückkauf und dem neuen Gearing-Ziel will das Unternehmen den Angaben zufolge am Donnerstag bei der Vorlage der Jahreszahlen nennen.

Webseite: http://www.siemens.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/raz/jhe

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