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24.01.2008

UPDATE2: Siemens präsentiert Aktionären operative Stärke

(NEU: Aktienkursentwicklung, Analysteneinschätzungen) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aktienkursentwicklung, Analysteneinschätzungen) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Siemens AG hat im ersten Quartal 2007/08 erneut operative Stärke gezeigt und sich neue ambitionierte Ziele gesetzt. Die Aktie notierte am Mittag in einem sehr festen Gesamtmarkt 5,4% im Plus bei 86,65 EUR. Angesichts eines Plus von 6,2% des DAX liegt Siemens damit aber lediglich im Mittelfeld des Index.

Einen deutlichen Kurssprung machte die Aktie des Münchener Konzerns am Vormittag, als der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme zu Beginn der Hauptversammlung ankündigte, in Kürze Gespräche mit dem US-Justizministerium und der US-Börsenaufsicht SEC über einen Vergleich zu beginnen.

Damit könnte Siemens bei der Aufarbeitung ihrer Korruptionsaffären einen wichtigen Schritt vorankommen. Eine Strafe der SEC würde voraussichtlich die größten finanziellen Folgen für den Siemens-Konzern im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen haben.

Positiv am Markt wurden auch die ebenfalls veröffentlichten Details zum Aktienrückkaufprogramm aufgenommen. So will Siemens am 28. Januar mit einer ersten Tranche im Volumen von rund 2 Mrd EUR starten. Bis Ende April sollen Aktien für diesen Gegenwert zurückgekauft werden.

Auch die operative Entwicklung stieß bei Anlegern und Analysten zunächst auf eine positive Resonanz. Im ersten Quartal 2007/08 steigerte Siemens dank des VDO-Verkaufs ihren Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr auf 6,5 Mrd EUR und übertraf die Erwartungen der Analysten damit deutlich. Im Nettoergebnis enthalten sind Mittelzuflüsse aus dem Verkauf Automobilzulieferertochter Siemens VDO an die Continental AG von rund 5,4 Mrd EUR.

Das operative Ergebnis der Bereiche, der Indikator für die operative Ergebnisstärke des Unternehmens, legte im Berichtszeitraum um 16% auf 1,719 Mrd EUR zu und lag damit ebenfalls über der Konsensprognose. Auf vergleichbarer Basis zeigte das Unternehmen eine Book-to-Bill-Ratio von 1,3 zu 1 und damit in etwa auf Niveau des Vorjahresquartals. Im Geschäftsjahr 2007/08 hatte dieser Wert bei 1,2 zu 1 gelegen. Während der Auftragseingang um 9% auf 24,242 Mrd EUR zulegte, stieg der Umsatz um 10% auf 18,4 Mrd EUR.

Die nach Umsatz größten Bereiche Automation & Drives (A&D), Medical Solutions (Med) und Power Generation (PG) wiesen im Berichtszeitraum erneut zweistellige Wachstumsraten beim Auftragseingang aus. Auf der Ergebnisseite zeigten sich die einzelnen Bereichen insgesamt sehr unterschiedlich.

Während die Marge von A&D deutlich über den Zielvorgaben des Unternehmens und den Erwartungen der Analysten lag, enttäuschte Power Generation mit einer Marge von lediglich 4,5%. Das Zielmargenband liegt bei 10% bis 14%. Insgesamt erreichten im Berichtszeitraum drei der zehn operativen Geschäftsbereiche die für das Jahr 2010 geltenden Margenziele des Konzerns. Drei Bereiche übertrafen die Vorgaben, vier verfehlten die Margenziele.

Die Analysten von M.M. Warburg (MMW) äußerten sich insgesamt zufrieden mit den Zahlen. Für die einzige deutlich negative Überraschung habe die Sparte Power Generation gesorgt. Aufgrund von deren Verlusten werde man die Gewinnschätzung für 2008 verringern müssen. MWW bestätigten ihr "Buy"-Rating. UniCredit-Analyst Roland Pitz spricht von guten operativen Zahlen, die Siemens für das erste Quartal ausweise. Der Konzern komme zudem mit der Neuorganisation gut voran. Auch Pitz hat ein "Buy-Rating" auf das Siemens-Papier.

Weniger positiv sehen die Analysten der LBBW die ihrer Einschätzung nach "sehr durchwachsenen" Zahlen. Der Umsatz habe unter den Markterwartungen gelegen. Das EBIT der Bereiche habe den Konsens nur aufgrund überraschend niedriger Restrukturierungsaufwendungen im Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks übertreffen. Bereinigt um diesen Effekt habe das EBIT unter den Erwartungen der Bank gelegen. LBBW bekräftigte ihr "Verkaufen"-Empfehlung mit einem Kursziel von 83 EUR.

"Siemens hat ein starkes Wachstumspotenzial", sagte Löscher mit Blick auf die Book-to-Bill-Ratio. Kurzfristig sieht er keine Beeinträchtigungen durch die jüngsten Entwicklung in der Weltwirtschaft. Die Auswirkungen der Immobilienkrise in den USA würden zumindest "nicht unmittelbar" auf das Geschäft durchschlagen. Angesichts voller Auftragsbücher legt Löscher nun auch für die Ertragsstärke die Latte im Konzern höher, um "bei der Ertragskraft zu den besten Wettbewerbern" aufzuschließen.

So straffte Siemens die Margenziele für die neuen Sektoren Industry und Energy. Für den Industry-Sektor gilt nun das Zielband von 9% bis 13% und im Energy-Sektor von 11% bis 15%. Damit hebt Siemens die Ziele für den Industry-Sektor nur am oberen Rand des Zielbandes und für den Energy-Sektor sowohl am oberen wie auch am unteren Ende der Spanne an. Auf vergleichbarer Basis lagen die Industry-Margenziele zuvor bei 9% bis 11% und die Energy-Vorgaben bei 9% bis 13%. "Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt", so Löscher.

Im Oktober hatte Siemens angekündigt, die bisherige Bereichsstruktur aufbrechen und das operative Geschäft komplett neu ordnen zu wollen. Der wesentliche Baustein dieser Neuordnung ist die Aufteilung des operativen Geschäfts in drei Sektoren mit jeweils einem dafür verantwortlichen CEO. Die Sektoren wiederum sind in insgesamt 15 Divisionen aufgeteilt. Damit kommt Siemens Forderungen von Analysten und Investoren nach, das Management des Konzerns direkter am operativen Geschäft auszurichten.

Webseite: http://www.siemens.de - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 505 industry.de@dowjones.com DJG/abe/

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