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03.03.2009

UPDATE2: Siemens und Rosatom wollen Kerntechnik-JV

(NEU: Weitere Aussagen von Löscher und Kirienko sowie Hintergrund) Von Beate Preuschoff Dow Jones Newswires

(NEU: Weitere Aussagen von Löscher und Kirienko sowie Hintergrund) Von Beate Preuschoff Dow Jones Newswires

BERLIN (Dow Jones)--Die Siemens AG und das staatliche russische Kernenergieunternehmen Rosatom haben am Dienstag in Berlin ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens (JV) im Bereich Kerntechnik unterzeichnet.

Ein endgültiger Vertragsabschluss über das Joint Venture soll bis spätestens Mai erreicht werden, sagte der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher nach der Unterzeichnung. "Knackpunkte" für die weiteren Verhandlungen sehe er nicht. Bereits seit mehr als 20 Jahren bestehe eine sehr vertrauensvolle Partnerschaft auf Projektbasis mit Rosatom.

"Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir bis Mai zum endgültigen Vertragstext kommen", sagte der Siemens-CEO. Auch der Rosatom-Generaldirektor Sergey Kirienko zeigte sich zuversichtlich, rasch "weitere erfolgreiche Verhandlungsschritte" erreichen zu können.

"Die klare Marschrichtung, das klare Ziel ist, hier einen zukünftigen Weltmarktführer zu etablieren", sagte Löscher. "Angesichts der Renaissance der Kernenergie in der Welt wollen wir einen Spieler ins Spiel bringen, der im Kernenergiemarkt eine wichtige Rolle spielen kann", sagte Kirienko. Gemeinsam wollen Siemens und Rosatom künftig schlüsselfertige Kraftwerke weltweit anbieten.

Es werde nun eine gemeinsame Expertengruppe gebildet, die analysieren solle, in welchen Märkten Siemens und Rosatom als Gemeinschaftsunternehmen zuerst aktiv werden sollten. "Dabei gibt es überhaupt keine Beschränkungen und keine Sperrzonen", sagte Kirienko. Er versicherte, sowohl Siemens wie auch Rosatom würden alle ihre Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen erfüllen. "Bei neuen Projekten wird das neue Unternehmen dann Vertragspartner sein", sagte der Rosatom-Generaldirektor.

Löscher sagte, das unterzeichnete MoU beinhalte bislang Eckpunkte, aber noch keine Festlegungen auf konkrete Projekte oder Details der Partnerschaft. Letztere müssten in den weiteren Verhandlungen geklärt und festgeschrieben werden. Kirienko sagte, mit dem MoU finde "quasi die Grundsteinlegung statt".

"Wir haben heute hier eine klare Absichtserklärung abgegeben für ein weltweit agierendes Gemeinschaftsunternehmen", sagte Löscher. Insofern sei der Abschluss des Partnerschaftsabkommens von Rosatom mit Toshiba im vergangenen Jahr "überhaupt nicht" irritierend. "Das sehe ich durchaus positiv", sagte der Siemens-Vorstandsvorsitzende. Die Vereinbarung von Rosatom und Toshiba stehe den Gesprächen von Siemens und Rosatom "in keinster Weise entgegen".

Mit der Vereinbarung könne die Siemens AG einen wichtigen Schritt in Richtung einer engeren Zusammenarbeit mit Rosatom gehen, sagte der Siemens-Vorstandsvorsitzende. Rosatom soll an dem Joint Venture eine Mehrheit von 50% plus einer Aktien halten.

Das Gemeinschaftsunternehmen soll die Entwicklung der russischen Druckwasserrekator-Technologie (WWER) weiter vorantreiben. Inhalte des Joint Ventures sollen darüber hinaus Marketing und Vertrieb und der Bau neuer sowie die Modernisierung bereits bestehender Kernkraftwerke sein.

Die Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung kommt nur wenige Wochen, nachdem Siemens ihren Rückzug aus einer Partnerschaft mit dem französischen Kernenergieunternehmen Areva erklärt hatte. Der Münchener DAX-Konzern hatte zum 30. Januar 2009 einen Joint-Venture-Vertrag mit Areva gekündigt, womit das gemeinsame Joint Venture Areva NP spätestens zum 30. Januar 2012 beendet wird. Im Rahmen des Rückzugs wird Siemens seinen 34%-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen an Areva verkaufen.

Als Begründung für den Ausstieg hatte Siemens Ende Januar auf fehlende unternehmerische Einflussmöglichkeiten bei Areva NP verwiesen. Allerdings hatte CEO Löscher betont, dass das Thema Atomenergie für Siemens damit nicht beendet sei, sondern der Konzern auch künftig alle Optionen prüfen werde, um sich weiter im Kernkraftwerksgeschäft zu engagieren.

Anfang Februar nahm dann eine etwaige künftige Kernenergie-Kooperation zwischen Siemens und einem russischen Partner erste Konturen an. Bei einem Treffen zwischen dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin und Siemens-CEO Löscher war der Konzern zu Gesprächen mit Rosatom eingeladen worden, bei denen die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit der beiden Unternehmen in diesem Bereich ausgelotet werden sollte.

Siemens arbeitet bereits seit den 1990er Jahren mit Rosatom auf einigen Feldern zusammen.

Webseite: http://www.siemens.com -Von Beate Preuschoff, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4122, beate.preuschoff@dowjones.com (Philip Grontzki hat zu diesem Bericht beigetragen) DJG/DJN/beo/jhe Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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