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09.08.2007

UPDATE2: Sparkurs beschert Telekom höheren Gewinn

(NEU: Analystenkommentare, Details)

(NEU: Analystenkommentare, Details)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

BONN (Dow Jones)--Der Sparkurs bei der Deutschen Telekom AG beginnt sich auszuzahlen. Der Bonner Konzern gab am Donnerstag überraschend einen höheren operativen Gewinn für das zweite Quartal bekannt. Das verhalf der Aktie zu einem deutlichen Kursplus und machte sie zum Tagesgewinner im DAX. Getrieben wurde das Wachstum erneut vom ausländischen Mobilfunk, während die Telekom im deutschen Festnetz wieder mehr als eine halbe Million Telefonanschlüsse verlor. Allerdings konnte der Bereich seinen Ertragsrückgang eindämmen.

Der Vorstandsvorsitzende Rene Obermann sagte in Bonn, die Telekom sei mit ihren Maßnahmen zur Kostenkontrolle und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf gutem Wege. Das Sparprogramm habe in den ersten sechs Monaten bereits zu Einsparungen von 800 Mio EUR geführt; im Gesamtjahr sollen es 2 Mrd werden. Dank der Kostensenkungen legte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ohne Sondereffekte im zweiten Quartal unerwartet um knapp 2% auf 4,9 Mrd EUR zu.

Die Analysten hatten mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet, nachdem das Betriebsergebnis in den ersten drei Monaten noch um 6% rückläufig gewesen war. Zur Jahresmitte hat die Telekom damit knapp die Hälfte des operativen Gewinns von rund 19 Mrd EUR eingefahren, den sie sich für 2007 vorgenommen hat. Obermann bekräftigte diese Planung. Trotz des Streiks, der sie einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet habe, liege die Telekom mit ihren Zielen voll auf Kurs.

Unter dem Strich sah das Bild allerdings anders aus. Der Überschuss sackte zwischen April und Juni um 40% auf gut 600 Mio EUR ab. Die Telekom führte das auf gestiegene Abschreibungen auf die hinzugekommenen Mobilfunkgesellschaften PTC in Polen und tele.ring in Österreich zurück; außerdem sei der Steueraufwand gestiegen.

Das Mobilfunkgeschäft im Ausland war erneut der Dynamo für das Umsatzwachstum der Telekom und sorgte im zweiten Quartal für ein Plus von 3% auf 15,6 Mrd EUR. Dabei legte der größte Telefonanbieter Europas außerhalb Deutschlands erneut um 14% zu, während er im Inland angesichts des zunehmenden Wettbewerbs um 6% schrumpfte. Der größte Antrieb kam einmal mehr von T-Mobile in den USA, die zwischen April und Juni erstmals mehr als eine Mrd EUR zum Betriebsergebnis besteuerte.

Außerdem gewann der amerkanische Ableger 860.000 neue Kunden, während die Mobilfunksparte insgesamt um 2,6 Millionen auf 112 Millionen wuchs. In Deutschland, wo T-Mobile allein auf rund 430.000 neue Vertragskunden kam, war das Ergebnis weiter rückläufig, verbesserte sich aber gegenüber dem ersten Quartal erheblich. Besonders neue Tarife wie das vor einem Jahr eingeführte Homezone-Angebot seien erfolgreich, unterstrich Obermann.

Unter dem starken Wettbewerb hatte auch die Festnetzsparte weiter zu leiden. Im Frühjahr kehrten weitere 516.000 Kunden der Telekom den Rücken. Damit hat der Ex-Monopolist in den ersten sechs Monaten schon 1,1 Mio Schmalbandanschlüsse verloren. Dem stehen aber klare Zuwächse im zukunftsträchtigen Breitbandgeschäft gegenüber. Das zweite Quartal brachte der Telekom in Deutschland gut 370.000 neue DSL-Kunden; vor einem Jahr waren es nur 15.000 gewesen.

Außerdem bewirkten die Kosteneinsparungen, dass die operative Inlandsmarge gegenüber den ersten drei Monaten anzog. Im gesamten Festnetzbereich fiel der Ergebnisrückgang 15% um drei Prozentpunkte niedriger aus als im Erstquartal.

Auch der Geschäftskundenbereich wies erneut einen rückläufigen Umsatz und Betriebsgewinn auf. Obermann sagte, die Telekom sei weiter auf der Suche nach einem Partner für die T-Systems, die ein integriertet Anbieter für IT und Telefonie bleiben solle. Allerdings ist der Konzern erst jetzt dabei, die Geschäftsbereiche abzugrenzen, die für eine Partnerschaft in Frage kommen. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick trat Spekulationen entgegen, es gebe keine Interessenten. Die Telekom hätte längst einen Partner auswählen können, wenn sie es schon gewollt hätte.

An der Börse kam der Zwischenbericht gut an. Der Kurs der T-Aktie lag Mittag um 1,2% im Plus bei rund 13,20 EUR und war mit Abstand der größte Gewinner im DAX. Außerdem gab es viele positive Analystenkommentare. Die WestLB hob sogar das Kursziel leicht an.

Webseite: http://www.telekom3.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

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