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26.05.2010

UPDATE2: Telefonica kämpft um Übernahme von Brasilcel

(NEU: Reaktion von Telefonica auf Anfrage der Börsenaufsicht)

(NEU: Reaktion von Telefonica auf Anfrage der Börsenaufsicht)

Von Jason Sinclair DOW JONES NEWSWIRES

MADRID (Dow Jones)--Der spanische Telekomkonzern Telefonica erhöht den Druck auf die Portugal Telecom, um deren Anteil an der gemeinsamen Holding Brasilcel zu übernehmen. In einer Investorenpräsentation kündigte die Telefonica SA am Mittwoch an, Dividendenzahlungen aus dem Gemeinschaftsunternehmen an den portugiesischen Wettbewerber blockieren zu können.

Die Telefonica SA hatte vor rund zwei Wochen 5,7 Mrd EUR in bar für den 50-prozentigen Anteil der Portugal Telecom an der gemeinsamen Holding geboten. Die Offerte war von den Portugiesen jedoch zurückgewiesen worden. Mit der Übernahme erhielte der Madrider Konzern die Kontrolle über den brasilianischen Mobilfunkbetreiber Vivo Participacoes, an dem die Holding zu 60% beteiligt ist.

Auf den Cashflow von Vivo habe die Portugal Telecom keinen direkten Zugriff, sondern müsse sich mit Telefonica über eine Ausschüttung einigen, teilte Telefonica nun mit. Laut der Geschäftsordnung von Brasilcel müssen beide Konzerne wichtige Entscheidungen wie die Dividende oder strategische Maßnahmen in Brasilien gemeinsam absegnen. Die mögliche Dividende dürfte sich in diesem Jahr auf geschätzte 111 Mio EUR belaufen.

Ein Sprecher der Portugal Telecom reagierte auf die Ankündigung der Spanier mit den Worten: "Telefonicas Strategie ist Erpressung."Der spanische Konzern solle seine Sitze im Aufsichtsrat des Lissabonner Konzerns wegen "mangelnder Loyalität" und einem Interessenkonflikt aufgeben.

Das Joint Venture der beiden Konzerne besteht seit 2001. Für beide Telekomkonzerne ist Vivo ein bedeutender Vermögenswert. Der Mobilfunkbetreiber trug im ersten Quartal rund die Hälfte zum Umsatz der Portugal Telecom bei und zeigte als einziges Segment ein erhebliches Umsatzwachstum. Dementsprechend erklärten die Portugiesen Vivo zu einem Kernbestandteil ihres Geschäftes und ein Ausstieg aus dem brasilianischen Markt gefährde ihre langfristigen Wachstumsaussichten.

Ein Telefonica-Sprecher erklärte, der spanische Konzern schließe auch ein feindliches Übernahmangebot für die Portugal Telecom nicht aus, falls diese ihre Beteiligung an Brasilcel nicht verkaufe. Die "Financial Times" hatte zuvor am Mittwoch unter Berufung auf Finanzvorstand Santiago Fernandez Valbuena von dieser Option berichtet. "Wir haben nie gesagt, dass wir keine feindliche Übernahme starten", sagte Fernandez Valbuena der Zeitung.

Telefonica habe noch keine Entscheidung über ein Gebot für Portugal Telecom getroffen, teilte das spanische Unternehmen der portugiesischen Börsenaufsicht mit. Sie schließe ein solches Vorhaben aber auch nicht aus. Die Börsenaufsicht hatte Telefonica zuvor um Klarstellung gebeten, unter welchen Umständen sie eine Offerte für den portugiesischen Wettbewerber unterbreiten würde.

Telefonica, die selbst 10% an dem Wettbewerber hält, begann am Mittwoch eine Roadshow, um bei anderen Großaktionären wie etwa den US-Investoren Brandes Funds und Blackrock, um Unterstützung für ihren Vorstoß zu erhalten.

Portugals Marktregulierer forderte die Spanier auf, ihre Gründe darzulegen, die eine solche Offerte rechtfertigten. Laut ING-Analyst John Davies ist Telefonica zwar in der Lage, die Portugal Telecom komplett zu übernehmen. Ein gutes Verhältnis zur portugiesischen Regierung sei aber äußerst wichtig, damit die Geschäfte in dem Land gut liefen. Zudem passe eine Übernahme nicht zur Konzernstrategie.

Webseiten: www.telefonica.com www.telecom.pt - Von Jason Sinclair, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 103, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/sha/kla/bam/jhe

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