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08.09.2009

UPDATE2: Telekom will in JV mit FT Mobilfunkmarkt in UK anführen

(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz, Aktie, Analyst)

(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz, Aktie, Analyst)

Von Matthias Karpstein

DOW JONES NEWSWIRES

BONN (Dow Jones)--Nach anhaltenden Diskussionen über einen Verkauf ihrer verlustreichen Sparte T-Mobile UK strebt die Deutsche Telekom nun in einem Gemeinschaftsunternehmen mit der France-Telecom-Tochter Orange UK die Führung am umkämpften britischen Mobilfunkmarkt an. Deutsche Telekom AG und France Telecom SA haben daher exklusive Verhandlungen zur Zusammenlegung beider Sparten aufgenommen, wie sie am Dienstag mitteilten. Beide Telekommunikationsunternehmen sollen daran je 50% halten. Für Ende Oktober rechnen sie mit dem Vertragsabschluss.

Am Markt wurden die Pläne positiv aufgenommen. Die Aktien der Deutschen Telekom lagen gegen 13.09 Uhr um 2,3% höher als zum Vortagsschlusskurs bei 9,67 EUR. Die Anteilsscheine der France Telecom gewannen ebenfalls 2,3% auf 18,53 EUR.

Das Gemeinschaftsunternehmen würde am britischen Mobilfunkmarkt für eine neue Rangordnung sorgen. Gemeinsam kämen T-Mobile UK und Orange UK auf Basis der Daten per Ende Dezember auf 28,4 Mio Kunden und damit 37% der britischen Mobilfunknutzer. Somit würden die bisherige Nummer drei und Nummer vier zum künftigen Marktführer verschmelzen. Das Joint Venture würde die Telefonica-Tochter O2 als bisherigem Marktführer mit einem Marktanteil von 27% ebenso hinter sich lassen wie Vodafone mit 25% der Mobilfunkkunden.

Vom Gemeinschaftsunternehmen erwartet die Deutsche Telekom zwar Synergien von mehr als 4 Mrd EUR, mit einem starken Wachstum der Kundenzahl kalkuliere das Unternehmen allerdings nicht: "Wir waren nicht so naiv, in diesem Markt mit einem großen Wachstum der Kundenzahl oder dem durchschnittlichen Erlös je Kunde (ARPU) zu rechnen", sagte Timotheus Höttges, Finanzvorstand der Deutschen Telekom, am Dienstag während einer Telefonkonferenz.

LBBW-Analyst Stefan Borscheid hält das Joint Venture zwar für sinnvoll und weißt darauf hin, dass die Deutsche Telekom damit auf dem britischen Markt vertreten bleibe, was für das Management des Konzerns wichtig sei. Borscheid zweifelt in seiner Analyse allerdings auch daran, dass das Gemeinschaftsunternehmen eine langfristige Lösung sein kann. Von einem Verkauf der Sparte hätte er sich den stärkeren Effekt auf den Aktienkurs erwartet.

Kritisch äußerte sich auch Martin Gutberlet von Gartner Research: "Der Merger löst nicht unbedingt Probleme, weil der Marktanteil nicht der Schlüssel dazu ist, das Geschäft profitabel zu machen.

Laut Höttges hat das Unternehmen alle wichtigen Optionen für seine verlustreiche britische Tochter geprüft, bevor man sich für die französische Variante entschieden hat. Dabei sei auch ein Verkauf in Betracht gezogen worden. Der Ex-Monopolist geht aber davon aus, mit dem Gemeinschaftsunternehmen für den Konzern und seine Anteilseigener die beste Lösung gefunden zu haben.

Angelegt ist das Gemeinschaftsunternehmen auf mindestens drei Jahre. Für diesen Zeitraum gebe eine Vereinbarung, im Joint Venture zu verbleiben, erklärte Höttges. Das Joint Venture sei keine "rein und wieder raus"-Angelegenheit, fügte er hinzu.

Es gebe im Zusammenhang mit dem Gemeinschaftsunternehmen auch keine Put- oder Call-Optionen. Nach Ablauf der vereinbarten Zeit hätten beide Unternehmen das Recht, ihre Anteile zu verkaufen. Dazu sei bereits ein Weg festgelegt worden, wie ein fairer Marktpreis ermittelt werden kann, sagte Höttgens. Die Führung des Gemeinschaftsunternehmens werden sich beide Partner teilen. CEO wird demnach Tom Alexander, derzeit CEO der France-Telecom-Tochter Orange UK. Richard Moat, momentan CEO von T-Mobile UK, werde COO des Gemeinschaftsunternehmens. "Der CFO wird von unserer Seite kommen, der Direktor für Human Ressources von der französischen Seite", ergänzte Höttges. Auch der Aufsichtsrat soll zu gleichen Teilen mit Vertretern beider Unternehmen besetzt werden.

Durch die Integration der beiden Sparten und Kosteneinsparungen sollen im Gemeinschaftsunternehmen Synergien von mehr als 4 Mrd EUR stecken. Nach 2014 könnten im Geschäftsbetrieb jährlich 445 Mio EUR gespart werden, erwarten beide Unternehmen. Diese würde sich zu fast gleichen Teilen auf Netzwerk und IT, Distribution und Marketing sowie andere Einsparungen verteilen, heißt es in einer Präsentation. Der Abbau von Arbeitsplätzen gehört ebenfalls zu den Fusionsplänen.

Auf die derzeitige Schulden- oder Dividendenpolitik beider Unternehmen haben die Fusionspläne keine Auswirkungen, geht aus der Präsentation hervor. Die Deutsche Telekom bestätigte in der Präsentation entsprechend ihren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Finanzvorstand Höttges präzisierte in der Telefonkonferenz, dies beziehe sich auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und den freien Cashflow. Die France Telecom lässt ihre Prognose von 8 Mrd EUR organischem Cashflow für 2009 ebenfalls unverändert.

Webseiten: www.telekom.com www.francetelecom.com

-Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 69 29725-102,

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