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05.11.2009

UPDATE2: Telekom zuversichtlich für 2009 - Aber unsicher bei 2010

(NEU: Aktienkurs, Analyst, Aussagen des Managements)

Von Philipp Grontzki

DOW JONES NEWSWIRES

BONN (Dow Jones)--Die Deutsche Telekom AG gibt sich nach Steigerungen bei operativem Gewinn und freiem Cashflow im dritten Quartal noch optimistischer, ihre Ziele im laufenden Jahr zu erreichen. Mit Blick auf das kommende Jahr gebe es aber einige Entwicklungen, die man sehr sorgfältig und mit Vorsicht beobachte, sagte Vorstandsvorsitzender René Obermann am Donnerstag in Bonn. Die Visibilität für einen Ausblick sei noch zu gering - diesen werde es somit erst im Februar geben.

Zu den Ungewissheiten gehören laut Obermann die jüngsten Entwicklungen bei den Währungen, vor allem mit Blick auf den Dollar, aber auch die noch unsichere wirtschaftliche Erholung in den wichtigsten Märkten Osteuropas sowie der erwartete, aber noch nicht bezifferbare Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Auch die "anhaltend" schwierige Situation in den USA falle in diese Kategorie.

Im dritten Quartal profitierte das Unternehmen von der Erstkonsolidierung der griechischen OTE und erhöhte seinen Umsatz zum Vorjahr um 5,2% auf 16,26 Mrd EUR. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 5,2% auf 5,53 Mrd EUR. Von Dow Jones befragte Analysten hatten im Schnitt Werte von 16,27 Mrd EUR bzw 5,33 Mrd EUR erwartet.

Deutlich übertroffen hat der DAX-Konzern die Erwartungen beim freien Cashflow, der für die Dividendenentscheidung wichtig ist und zwischen Juli und Ende September 3,29 Mrd EUR erreicht hat - Analysten hatten lediglich mit 2,41 Mrd EUR gerechnet. Im Vorjahresquartal lag der Wert bei 2,2 Mrd EUR. Die Telekom führte den Anstieg im Wesentlichen auf eine positive Veränderung des aktiven Working Capital zurück.

OTE steuerte laut der Telekom im dritten Quartal 1,5 Mrd EUR zum Umsatz und 0,6 Mrd EUR zum operativen Ergebnis bei. Die Bonner haben zwar nur eine Minderheitsbeteiligung an OTE, können die Gesellschaft aber dank einer Vereinbarung mit Griechenland seit dem 1. Februar dieses Jahres voll konsolidieren. OTE ist neben dem Heimatmarkt unter anderem auch in Bulgarien und Rumänien aktiv.

Die Ergebnisse der beiden vergangenen Quartale machten den Konzern noch zuversichtlicher, die Prognosen im laufenden Jahr zu erfüllen, sagte Obermann.

Die Telekom rechnet 2009 ohne Einbeziehung von OTE nach wie vor mit einem bereinigten EBITDA um 2% bis 4% unter dem Vorjahreswert von rund 19,5 Mrd EUR, während der freie Cashflow 6,4 (Vorjahr 7) Mrd EUR erreichen soll. OTE soll den Planungen zufolge zusätzlich rund 2 Mrd EUR zum operativen Ergebnis und 0,6 Mrd EUR zum freien Cashflow beisteuern.

Ursprüngliche hatte der Konzern Ende Februar für 2009 exklusive OTE Werte auf dem Vorjahresniveau vorhergesagt, diese Annahmen im April aber zurücknehmen müssen. Begründet wurde dies mit dem Verlauf des ersten Quartals, in dem die Telekom nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien mit der Konjunktureintrübung zu kämpfen hatte. Belastet wurden die Zahlen zudem von den Wechselkursentwicklungen beim polnischem Zloty und beim britischen Pfund.

T-Mobile UK verzeichnete im dritten Quartal verglichen zum Vorjahr ein Umsatzminus von 14,6%, während der operative Gewinn um 17,7% nachgab. Die Telekom will sich in Großbritannien mit der Konkurrenz zusammentun, um wieder an Schlagkraft zu gewinnen, und T-Mobile UK in ein Joint Venture mit der France-Telecom-Tochter Orange UK einbringen. An dem neuen Gemeinschaftsunternehmen sollen beide Konzerne jeweils 50% halten.

In den USA hat die Telekom in den drei Monaten per Ende September netto 77.000 Mobilfunkkunden verloren. Auf Dollarbasis sank der Umsatz von T-Mobile USA um 2,3%, während das bereinigte EBITDA nahezu unverändert blieb.

Finanzvorstand Höttges bekräftigte am Donnerstag, dass die Telekom weiter Kosten senken wolle. Das Ziel des Kostensenkungsprogramms "Save for Service" wurde bereits übertroffen. Dieses sah Einsparungen von brutto 4,7 Mrd EUR bis 2010 verglichen zu 2005 vor - erreicht wurden aber bereits 5,4 Mrd EUR, davon mehr als die Hälfte in Deutschland.

Höttges hatte im August angekündigt, dass die Telekom im vierten Quartal dieses Jahres ein Update zu neuen "Safe for Service"-Initiativen und -Zielen liefern würde. Am Donnerstag sagte er nun, nähere Informationen zur nächsten Phase des Programms würden erst im Februar mitgeteilt, da die Finanzplanung für die kommenden Jahre noch nicht abgeschlossen sei.

Mit Blick auf die Dividende wurde lediglich einmal mehr bekräftigt, dass sich die Telekom hier einer attraktiven Politik verpflichtet fühlt. Laut Obermann wird der Konzern ebenfalls im Februar über die Höhe der Ausschüttung für 2009 entscheiden.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung sei davon auszugehen, dass die Telekom für 2009 eine verglichen zum Vorjahr unveränderte Dividende von 0,78 EUR je Aktie zahlen werde, sagte Stefan Borscheid, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg.

Die T-Aktie konnte von den Quartalszahlen profitieren und kletterte bis gegen 13.32 Uhr um 2,85% auf 9,55 EUR, während der DAX 0,18% nachgab.

Webseite: www.telekom.com - Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107; philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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