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30.07.2009

UPDATE2: Wirtschaftskrise belastet Siemens-Auftragseingang im 3Q

(NEU: Details, CEO, CFO, Kurs) Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Details, CEO, CFO, Kurs) Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Wirtschaftskrise hat den Auftragseingang der Siemens AG im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 stark belastet. Die Neuaufträge brachen um 28% auf 17,16 Mrd EUR nach 23,68 Mrd EUR im Vorjahr ein, wie das Münchner DAX-Unternehmen mitteilte. Damit fiel der Rückgang noch deutlicher aus als von Analysten erwartet.

Vor allem im Industriegeschäft bricht dem Konzern nach Angaben vom Donnerstag das Neugeschäft weg. Operativ hat Siemens zwischen April und Juni jedoch mehr verdient als von Beobachtern geschätzt.

"Erwartungsgemäß hat das wirtschaftliche Umfeld deutliche Spuren im Neugeschäft hinterlassen", erklärte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher. "Das Verhältnis von Neuaufträgen zu Umsatz lag im dritten Quartal bei 0,94 und damit erstmals seit 2005 unter eins", sagte Finanzvorstand Joe Kaeser. Im dritten Quartal habe das Unternehmen Auftragsstornierungen von rund 500 Mio EUR verzeichnet.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 17,5% beim Auftragseingang gerechnet. Der nun berichtete Rückgang sei "schockierend", schrieb die BHF-Bank. Die Siemens-Aktie verliert in einem freundlichen Gesamtmarkt bis 14.44 Uhr 1,0% auf 56,45 EUR.

Gleichzeitig konnte Siemens mit einem operativen Gewinn im Kerngeschäft, also den Bereichen Industrie, Energie und Medizintechnik, die Konsensschätzung übertreffen. Der Wert ging im dritten Quartal zwar auf 1,67 (2,10 Mrd) EUR zurück, lag damit aber über den von Analysten erwarteten 1,54 Mrd EUR. Dies veranlasste die Landesbank Baden-Württemberg, ihre Bewertung auf "Kaufen" von "Halten" zu erhöhen.

Den Gesamtumsatz gab Siemens mit 18,35 Mrd EUR an, nach 19,18 Mrd EUR im Vorjahr. Der Auftragsbestand lag Ende Juni bei 84,3 Mrd EUR.

Die Wirtschaftskrise hat im dritten Quartal nicht nur den Auftragseingang, sondern auch die Margen des Technologiekonzerns schrumpfen lassen. Von den drei Sektoren Industrie, Energie und Medizintechnik lag nur der Energiebereich im Margenband, das der Konzern als Bestandteil seines Unternehmensprogramms "Fit4 2010" festgelegt hat. Siemens stellt diese Margenbänder inzwischen in Frage. Sie berücksichtigen laut Löscher nicht die "strukturellen Effekte" der Finanzkrise.

Siemens rechnet damit, dass das Marktumfeld für ihren größten Sektor Industrie weiter schwierig bleiben wird. Im Sektor Energie, der im dritten Quartal noch ein Umsatzwachstum von 10% erzielte, verschoben Kunden Projekte und schränkten damit laut Siemens die Aussichten auf neue Aufträge ein. In der Medizintechnik hat die Division Workflow & Solutions einen Quartalsverlust von 107 Mio EUR verbucht, weil für Verzögerungen bei Aufträgen in der Partikeltherapie Rückstellungen über 128 Mio EUR gebildet wurden.

Siemens hält weiterhin an ihrer Prognose fest, beim operativen Gewinn aus dem Kerngeschäft besser als im Vorjahr abzuschneiden und auf dieser Basis mehr als 6,6 Mrd EUR zu verdienen.

Bislang will der Münchener DAX-Konzern weitgehend mit Kurzarbeit durch die Krise kommen. In einzelnen Geschäftsbereichen baut der Mischkonzern allerdings bereits Arbeitsplätze ab. Zudem will Siemens das schwache Wirtschaftsumfeld nun für Übernahmen nutzen. Der Zeitpunkt für Akquisitionen sei gekommen, sagte Löscher am Donnerstag. Interessant seien dabei vor allem die Bereiche Erneuerbare Energien und Solar.

Webseite: www.siemens.de -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 69 29725-104, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/bam Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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