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27.07.2007

UPDATE3: Infineon setzt Qimonda-Anteilsverkäufe auf die Agenda

(NEU: Aussagen CEO und CFO, Aktienkursentwicklung, Analystenkommentare)

(NEU: Aussagen CEO und CFO, Aktienkursentwicklung, Analystenkommentare)

Von Alexander Becker

Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Infineon Technologies AG hat den Verkauf ihrer Beteiligung an ihrer Speicherchiptochter ganz oben auf die Agenda gesetzt. Ein Verkauf von Qimonda-Anteilen habe für das Unternehmen "Priorität", sagte Finanzvorstand Rüdiger Günther am Freitag während einer Telefonkonferenz zu den Drittquartalszahlen. Im Berichtszeitraum hatte ein schwaches Qimonda-Geschäft Infineon deutlich tiefer in die Verlustzone gedrückt.

Der Infineon-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ziebart bekräftigte in der Telefonkonferenz, sich langfristig von Qimonda trennen zu wollen und gab der Infineon-Aktie damit am Vormittag weiteren Auftrieb. So sei nach wie vor geplant, mittelfristig bei Qimonda nur noch einen Minderheitsanteil zu halten und langfristig ganz auszusteigen. "Wir sondieren derzeit aktiv Optionen für Anteilsverkäufe", so Ziebart.

Laut Finanzvorstand Günther werden derzeit "alle Optionen" für einen Verkauf geprüft. Konkrete Angaben dazu, was diese Optionen wären machte er nicht. Günther sagte lediglich, dass sich das Unternehmen derzeit nicht mit einem Investor über den Verkauf des gesamten Anteils unterhält. Weitere Angaben zu dem Verkauf von Beteiligungen wollte das Management auch auf Nachfrage nicht machen.

Infineon hält rund 86% an dem an der NYSE gelisteten Speicherchiphersteller und konsolidiert Qimonda voll. Die Beteiligung steht laut Finanzvorstand Günther mit 15,25 USD je Aktie in den Büchern von Infineon. Am Mittwoch hatte die Qimonda-Aktie den Handel bei 15,29 USD beendet. Die Analysten von Sal.Oppenheim sehen allerdings angesichts von erwarteter weiterer Verluste derzeit wenig Chancen für einen bevorstehenden Verkauf von Qimonda-Anteilen.

Am Markt sorgten die Aussagen zur Trennung von Qimonda zunächst für eine positive Reaktion. So setzte sich der Aufwärtstrend am Freitag fort und verhalf Infineon auf den zweiten Platz unter den Gewinnern im DAX. Händler verweisen auf die "positiven" Aussagen zur geplanten Trennung von der Beteiligung an Qimonda. In der Spitze legte das Papier um rund 5% zu. Um 13.20 Uhr hatte das Infineon-Papier allerdings in einem schwächeren Gesamtmarkt wieder einen Teil der Gewinne abgegeben und notierte noch 2,2% im Plus bei 12,47 EUR.

Ein Grund dafür könnten Analystenkommentare zu den Drittquartalszahlen sein, die diese als enttäuschend bezeichneten. Auf Konzernebene hatte Infineon in Folge der bereits am Dienstag vorgelegten schwachen Qimonda-Zahlen die Ergebnisprognosen der Analysten deutlich verfehlt. Diese hatten bei einem Umsatz von insgesamt 1,803 Mrd EUR ein EBIT von minus 164 und ein Konzernergebnis von minus 146 Mio EUR erwartet. Infineon wies nun einen Umsatz von lediglich 1,751 Mrd EUR, ein EBIT von minus 280 Mio EUR sowie einen Konzernfehlbetrag von 197 Mio EUR aus.

Qimonda hatte am Dienstag vor allem mit einem deutlich höher als erwarteten Verlust die Analystenerwartungen enttäuscht. Bei einem im Vergleich zum Vorjahr um 24% niedrigeren Umsatz von 740 Mio EUR wies Qimonda ein EBIT von minus 323 (Vj 100) Mio EUR aus. Qimonda hatte die schwachen Zahlen vor allem mit dem deutlichen Preisrückgang bei DRAM-Chips im Berichtszeitraum begründet.

Ohne Qimonda lag der Umsatz von Infineon bei 1.011 (Vj 978) Mio EUR und das EBIT bei 13 (Vj minus 28) Mio EUR. In der Bewertung dieser Zahlen waren sich die Analysten uneins. Während Sal. Oppenheim die Entwicklung in der Sparte Automotive Industrials & Multimarket (AIM) als enttäuschend wertete, zeigte sich ein anderer Analyst, der anonym bleiben wollte, hier eher positiv überrascht. Dresdner Kleinwort sieht die Entwicklung im Rahmen der Erwartungen.

In der Sparte AIM steigerte Infineon den Gewinn über der Konsensprognose. Das EBIT legte auf 81 Mio von 70 Mio EUR im Vorjahr und 66 Mio EUR im Vorquartal zu. Im EBIT des dritten Quartals 2006/07 ist dabei allerdings ein Gewinn von 17 Mio EUR im Zusammenhang mit dem Verkauf des POF-Geschäfts enthalten. Infineon hatte das POF-Geschäft Anfang April an die Avago Technologies verkauft, dabei aber keinen Verkaufspreis genannt.

In der Com-Sparte senkte Infineon den Com-Fehlbetrag etwas stärker als erwartet auf minus 34 Mio von minus 61 Mio EUR im Vorjahreszeitraum und minus 53 Mio EUR im Vorquartal. Beim Umsatz verfehlte das Com-Segment aber mit 259 Mio EUR die Erwartungen der Analysten. Diese hatten bei einem Umsatz von 269 Mio mit einem EBIT-Fehlbetrag von 35 Mio EUR gerechnet.

Die Dresdner-Kleinwort-Analysten sehen den Grund hier vor allem in einem schwachen Festnetz-Geschäft. Das im Blickpunkt von Anlegern und Analysten stehende Segment drahtlose Kommunikation dürfte sich dagegen stark entwickelt haben. Laut Infineon stiegen hier die Lieferungen von Mobiltelefonplattformen wie erwartet stark an. Dieses resultiere sowohl aus dem fortgesetzten Hochlauf der Produktion bei bisherigen Kunden als auch aus dem Beginn des Hochlaufs bei neuen Kunden.

Die drahtlose Kommunikation war in den vergangenen Quartalen defizitär und vor allem für die Verluste der Com-Sparte verantwortlich. Hier bekräftigte Infineon frühere Angaben, nach denen im Segment drahtlose Kommunikation im vierten Quartal des Kalenderjahres 2007 der Breakeven erreicht werden soll.

Im laufenden vierten Quartal rechnet Infineon für die Segmente ohne Qimonda mit einem weiterem Umsatzwachstum. Dieses resultiere "hauptsächlich aus dem Segment Kommunikationslösungen" und "zu einem geringeren Teil" aus dem AIM-Segment. Das Unternehmen gehe davon aus, dass das EBIT "stark steigen" und sich die EBIT-Marge verbessern wird. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen keine nennenswerten Netto-Sonderaufwendungen.

Angesichts der Unternehmenssteuerreform 2008, die voraussichtlich im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2007 in Kraft treten werde, rechnet Infineon mit möglichen zusätzlichen Steueraufwendungen. Finanzvorstand Günther sieht diese m zweistelligen Mio-EUR-Bereich.

Ziebart bekräftigte in der Telefonkonferenz das mittelfristige Ergebnisziel, nach dem im Geschäftsjahr 2008/09 ohne Qimonda eine EBIT-Marge von 10% erwirtschaftet werden soll. Im kommenden Geschäftsjahr 2007/08 wolle man sich "auf einem guten Weg" dorthin befinden. Konkrete Angaben dazu lehnte Ziebart auch auf Nachfrage ab. Im abgelaufenen dritten Quartal lag diese Kennziffer gerade einmal bei 1,3%.

Webseite: http://www.infineon.de

- Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030

industry.de@dowjones.com

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