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31.07.2007

UPDATE3: MAN blickt optimistischer auf das Gesamtjahr

(NEU: Aussagen von PK, weitere Analysten, Aktienkurs aktualisiert)

(NEU: Aussagen von PK, weitere Analysten, Aktienkurs aktualisiert)

Von Michael Brendel

Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die MAN AG hat vor dem Hintergrund eines positiv verlaufenen Quartals einen etwas optimistischeren Ausblick für das Gesamtjahr gegeben. Mit den am Dienstag vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal wurden die Erwartungen des Marktes zumindest beim operativen Gewinn übertroffen. Allerdings kündigte MAN eine Restrukturierung für das im ersten Halbjahr defizitäre Bus-Geschäft an.

Von April bis Juni wurde aufgrund der anhaltenden Lkw-Nachfrage im Kernmarkt Europa und der guten Konjunktur im weltweiten Maschinen- und Anlagenbau der Umsatz erhöht und der Gewinn überproportional dazu gesteigert. Die Erlöse stiegen um 9% auf 3,5 Mrd EUR, der operative Gewinn nahm auf 403 (262) Mio EUR zu. Der DAX-Konzern lag beim Umsatz im Rahmen der Analystenerwartungen, übertraf dieser aber beim operativen Ergebnis. Hier waren 380 Mio EUR prognostiziert worden.

Damit verbesserte sich die Umsatzrendite für das erste Halbjahr um auf 10,7% (7,8%) und erreichte den Angaben zufolge erstmals in der Unternehmensgeschichte einen zweistelligen Wert. Auch abzüglich der Scania-Dividende von 43 Mio EUR habe sich die Marge noch auf 10% belaufen, hieß es. aus der Der Auftragseingang des Konzerns nahm 17% auf 4,8 Mrd EUR zu, der Auftragsbestand lag um 20% höher bei 13,5 Mrd EUR.

"Alle Geschäftsbereiche der MAN Gruppe konnten ihre Ergebnisse teilweise deutlich verbessern.", teilte der Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson am Dienstag bei Vorlage des Quartalsberichts mit. Der Nutzfahrzeug-Bereich profitierte dabei von einer anhaltend hohen Nachfrage im Kernmarkt Europa. Das operative Ergebnis kletterte den Angaben zufolge im zweiten Quartal auf 233 (171) Mio EUR. Analysten hatten lediglich mit einer Ergebnisverbesserung auf 219 Mio EUR gerechnet.

Die Ergebnisse der Sparten Turbomaschinen sowie der Industriedienstleistungen lag dagegen leicht unter den Schätzungen der Analysten. Die Turbomaschinen-Sparte, unter deren Dach Kompressoren sowie Gas und Dampfturbinen hergestellt werden, schrieb einen operativen Gewinn von 23 (18) Mio EUR. MAN führte dies auf die verbesserte Auslastung und höherer Auftragsqualität zurück. Der Gewinn bei Industrieleistungen entwickelte sich rückläufig auf 21 (28) Mio EUR. Dagegen lag die Sparte Dieselmotoren mit einem operativen Gewinn von 66 (50) Mio EUR etwas über den Erwartungen der Analysten, die 59 Mio EUR veranschlagt hatten.

Nicht erfüllt wurden dagegen die Erwartungen des Marktes beim Vor- und Nachsteuerertrag. Das Ergebnis vor Steuern erreichte 630 (230) Mio EUR und der Nettogewinn 440 (196) Mio EUR. Darin enthalten ist ein außerordentlicher Ertrag von 370 Mio EUR durch den mit der DaimlerChrysler AG in Sachen ERF geschlossenen Vergleich. Erwartet worden waren aber 716 Mio EUR vor bzw 591 Mio EUR nach Steuern. Hier belasteten vor allem Rückstellungen für die Restrukturierung des Busgeschäfts und Abschreibungen auf den Kauf von Neoplan.

Vor diesem Hintergrund kündigte der Konzern eine Restrukturierung des Bus-Geschäftes an. Hier sei die Zielrendite "trotz massiver Anstrengungen bislang nicht annähernd" erreicht worden, hieß es im Zwischenbericht. Für das erste Halbjahr wurde sogar ein Verlust von 13 Mio EUR ausgewiesen. Neben einer Abwertung von 65 Mio EUR aus dem Neo-Plan-Erwerb würden nun zusätzlich Aufwendungen von 65 Mio EUR erwartet, für die Rückstellungen gebildet worden seien.

Nach Angaben von Finanzvorstand Karlheinz Hornung werden aber keine weiteren Kosten für die anstehende Restrukturierung erwartet. In diesem Zusammenhang werde auch erwogen, Produktionskapazitäten in Niedriglohnstandorte wie Polen zu verlagern, sagte der Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson in München vor Journalisten. Bis zum Jahr 2010 solle dann wieder eine operative Rendite von 8,5% erzielt werden. Es gebe dort ein Kostenproblem. Daher müsse eine "nachhaltige Lösung ohne Kompromisse" gefunden werden, um sichere Arbeitsplätze zu bieten.

Die Schwierigkeiten im Busgeschäft sehen Analysten indes gelassen. Die Probleme in diesem Geschäftsfeld seien bekannt, sagte Analyst Christian Aust von der Landesbank Baden-Württemberg. Entscheidend sei, dass MAN dies nun anpackt.

Auf den Rest des Geschäftsjahres blickte der Vorstand zuversichtlicher als bislang. Die Umsatzrenditeschätzung wurde erhöht, nun wird ein Wert von "knapp über" 10% (Vorjahr 8,5%) erwartet, nachdem zuvor eine Marge in der Höhe von etwa 9,5% in Aussicht gestellt worden war. Zudem wird nun mit einem Auftragsplus von rund 5% gerechnet. Bislang war ein stabiler Auftragseingang von 16,6 Mrd EUR erwartet worden.

Als "sehr gut" bezeichnete Nord/LB-Analyst Frank Schwope die Zahlen, die die "operative Stärke" des Konzerns belegen. Die angehobenen Ziele für das Gesamtjahr würden zudem das Potenzial des Konzerns unterstreichen. Positiv überrascht zeigte sich auch Hermann Reith von der BHF-Bank. Vor allem im Vergleich zu den Ergebnissen der Wettbewerber Scania und Volvo stünden die MAN-Zahlen im "positiven Kontrast".

Die MAN-Aktie legte am Dienstag bis 12.30 Uhr um 5,6% auf 108,42 EUR zu. Bereits am Vortag hatte das Papier mit 2,4% im Plus geschlossen. Seit Jahresbeginn hatte das Papier um 47% zugelegt und damit deutlich besser als der DAX (plus 11,6%) abgeschnitten. Neben der guten Nutzfahrzeugkonjunktur hatte sich hier auch die Anteilserhöhung durch die Volkswagen AG ausgewirkt. Der Wolfsburger Konzern will die eigenen Lkw-Aktivitäten mit denen von MAN und dem schwedischen Hersteller Scania zusammenführen.

Zu diesem Thema hatte Samuelsson am Berichstag allerdings "keine Neuigkeiten". Es gebe derzeit keine Gespräche mit Scania.

Webseite: http://www.man.de

-Von Michael Brendel, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3115,

michael.brendel@dowjones.com

DJG/mbr/brb

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