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05.06.2008

UPDATE3: TeliaSonera verschmäht France-Telecom-Übernahmeangebot

(NEU: Analystenkommentare)

(NEU: Analystenkommentare)

Von Nicolas Parasie und Philip Fabian

DOW JONES NEWSWIRES

PARIS/STOCKHOLM (Dow Jones)--Die France Telecom hat ihrem skandinavischen Wettbewerber TeliaSonera ein informelles Übernahmeangebot im Wert von 56,225 SEK je Aktie gemacht. Wie am Donnerstagmorgen bekannt wurde, wollen die Franzosen in bar und in Aktien bieten. Die Reaktion von TeliaSonera erfolgte prompt: Der Konzern lehnte das Milliarden-Angebot umgehend als unzureichend ab.

Aus Sicht von TeliaSonera entspricht die Offerte nicht dem potentiellen Wert des Konzerns. "Das Gebot bewertet unser Unternehmen erheblich zu niedrig", sagte Chairman Tom von Weymarn. Er betonte, dass das Board die Offerte einstimmig abgelehnt habe.

France Telecom will bei dem Gebot 52% in bar und 48% in Aktien bieten. Bei der bar entrichteten Komponente bietet France Telecom 63 SEK je Aktie, die Aktienkomponente sieht einen Umtausch von drei eigenen neuen Aktien der France Telecom für elf TeliaSonera-Aktien vor, mit einer Option auf Barzahlung für die ersten 500 TeliaSonera-Aktien.

Nach Berechnungen von Dow Jones Newswires entspricht das Angebot für TeliaSonera einer Bewertung des Unternehmens von 252 Mrd SEK (umgerechnet etwa 27,23 Mrd EUR). Die Aktie von TeliaSonera schloss am Mittwoch bei 53,75 SEK. Am Mittwoch nach Börsenschluss lag die Marktkapitalisierung von TeliaSonera bei 252 Mrd SEK (umgerechnet 27,23 Mrd EUR). Am Donnerstag kletterte die Aktie getrieben von der Übernahmefantasie um 7,4% auf 56,225 SEK.

Die Aktienkurs der France Telecom notierte bis 14.21 Uhr MESZ mit knapp 4% im Minus bei 18,475 EUR. Das Angebot sei "ein schwacher Deal für beide Parteien", sagten die Analysten von Citigroup, die France Telecom auf "hold" und TeliaSonera auf "buy" einstufen. Die Ablehnung TeliaSoneras setze France Telecom unter Druck, die Offerte zu erhöhen. Der französische Konzern solle das Geld lieber für Aktienrückkäufe oder Zukäufe in den Emerging Markets verwenden.

Bei der Dexia waren die Analysten der Meinung, dass das Gebot zu teuer sei.

Mark James von der Investmentbank Collins Stewart sieht wenig Synergieeffekte bei grenzübergreifenden Fusionen in dieser Branche. France Telecom wolle nur größer, nicht aber profitabler werden. Die wesentlichen Vorteile seien seit Bekanntwerden des Plans im April bereits in den Aktienkursen übertragen worden, sagte er mit Verweis auf den Kursverfall des französischen und Kursgewinn des skandinavischen Telekombetreibers.

Als "deutlich zu niedrig", und aus Aktionärssicht "inakzeptabel" bezeichnete dagegen Analystin Helena Nordman-Knutson von Ohman das Gebot. "Politisch sind 65 bis 66 SEK das korrekte Niveau", während France Telecom auf Basis des eigenen Schlusskurses nur 56 SEK geboten habe. Fusionen in dem Sektor seien im Allgemeinen sinnvoll, da Größe ein Schlüsselwort in der Branche geworden sei. In diesem Fall fehle aber die industrielle Logik, fügte sie hinzu.

Der CEO von France Telecom, Didier Lombard, war von der Zurückweisung der Offerte nicht überrascht und bezeichnete die erste Reaktion aus Farsta bei Stockholm als "normal". Er verwies darauf, dass die Verhandlungen sich damit keineswegs in einer Sackgasse befänden und dass noch fünfzehn Verhandlungstage übrig blieben. Er bezeichnete das Gebot in einer Telefonkonferenz als fair für die Aktionäre beider Unternehmen. Auch das vorgeschlagene Verhältnis zwischen Bar- und Aktienzahlung sei ausgeglichen, so dass er nicht vorhabe, daran etwas zu ändern.

France Telecom rechnet ab 2009 mit einer Steigerung des Gewinns je Aktie, falls die Übernahme zustande kommt. Sie wolle die Transaktion bis Ende 2008 unter Dach und Fach bringen; Arbeitsplätze wären davon nicht gefährdet.

Bereits Mitte April hatte die Pariser France Telecom Interesse an TeliaSonera bekundet. Damals hatte die Nachricht Analysten und Investoren ebenfalls eher beunruhigt. Ein Goldman-Sachs-Analyst machte darauf aufmerksam, dass sich die Aktivitäten beider Konzerne auf dem spanischen Markt überschneiden würden und dort Schwierigkeiten mit den Lizenzen zu befürchten seien.

Außerdem erwartete man komplizierte politische Verhandlungen: France Telecom gehört zu 27% dem französischen Staat, der schwedische und der finnische Staat halten jeweils 37% und 13,7% an TeliaSonera. Angeblich soll die französische Regierung hinter der Übernahme des skandinavischen Konzerns stehen.

Sollte die Transaktion zustande kommen, entstünde mit weltweit über 237 Millionen Kunden der nach Umsatz größte Festnetzanbieter Europas. Mit TeliaSonera bekäme France Telecom nicht nur Zugang zu den reifen Märkten Nordeuropas, sondern auch zu einigen wachstumsstärkeren Märkten in Osteuropa und Zentralasien.

Webseiten: http://www.francetelecom.com/ http://www.teliasonera.com/ -Von Nicolas Parasie und Philip Fabian, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 100; unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/phf/rio/cbr/nas

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