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17.05.1996 - 

Auslieferung zunächst nur an OEMs

Upgrades sollen das Interesse an Windows 95 aufleben lassen

17.05.1996

Lange Gesichter bei Microsoft. Nur knapp eine Milliarde US-Dollar konnte der Redmonder Softwareriese in den letzten fünf Monaten mit Windows-95-Applikationen einnehmen. Im Gegensatz dazu brachten die 16-Bit-basierten "Ladenhüter" für Windows 3.x der Gates-Company im letzten Jahr etwa 5,7 Milliarden Dollar ein. Grund für Microsoft mit zwei neuen Upgrades um das Interesse der Kundschaft zu kämpfen. Wie der Softwarekrösus ankündigt, sollen diese jedoch vorerst ausschließlich sogenannten Original Equipment Manufacturers (OEMs) zur Verfügung stehen und erst ab 1997 allgemein zugänglich gemacht werden.

Konkret plant Microsoft mit dem ersten, für Mitte 1996 angekündigten Upgrade, das Dateisystem File Allocation Table (FAT) 32 zu überarbeiten, um die Dateizuordnung auf Festplatten mit einer Größe über 2 TB zu verbessern. Darüber hinaus sind ein neues Set an Sicherheits-Features für Entwickler sowie Erweiterungen der PCMCIA-Unterstützung vorgesehen, die den Einsatz mehrerer Smart-Cards erlauben sollen. Außerdem tüftelt die Gates-Company an Extensionen der Power-Management-Funktionalität, über die sich Systeme selbständig aus- und einschalten sollen. Die Version 3.0 des Upgrades, das für Ende dieses Jahres geplant ist, wird zusätzlich das kürzlich angekündigte Win-32-Treibermodell enthalten.

Um der IBM Paroli bieten zu können, die mit OS/2 Warp 3 (Merlin) standardmäßig Spracherkennungs-Funktionalität bietet (siehe CW Nr. 18 vom 3. Mai 1996, Seite 1), wird künftig auch Windows 95 derartige Extras enthalten. So hat Microsoft das sogenannte Speech Recognition Application Programming Interface (SRAPI) angekündigt, mit dem sich Applikationen via Spracheingabe steuern lassen. Das SRAPI-Entwicklungs-Kit soll Bibliotheken, Dokumentationen sowie Module für die Verbindung mit Visual C++ 2.2 und 4.0, Borland C++ 4.5 und Watcom C++ 10.5 enthalten. Des weiteren plant Microsoft die Freigabe der Sprach-Schnittstelle für OS/2-, Java-, Netware- und Unix-Plattformen.

Doch mit derartigen Funktionen ist Microsoft für den Geschmack einiger Benutzer etwas spät dran: "Einige der Neuerungen haben wir bereits zum Auslieferungszeitpunkt erwartet", kritisierte ein europäischer Hardwarehersteller den Termin für die Upgrades. Viele Anwender plagen unterdessen ganz andere Sorgen: "Windows-95-Applikationen werden so lange keinen Durchbruch erleben, bis die Konfusion mit dem Desktop-System und Windows NT 4.0 geklärt ist", prognostiziert Chris Le Tocq, Analyst des Marktforschungsinstituts Dataquest.