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18.04.1980 - 

Bühler-Miag installiert Infosofts CCA und stellt wenig später fest:

Urlaubsflaute brachte Rechenzentrum in Verlustzone

18.04.1980

BRAUNSCHWEIG (je) - Kostenwahrheit und -klarheit fordern immer mehr Unternehmensleitungen auch von Ihren EDV-Abteilungen; sie sollen exakt vorrechnen, was ihr Rechenzentrum leistet. So war es auch bei den Braunschweiger Bühler-Miag-Werken GmbH, die zu diesem Zweck das Softwarepaket "Computer Center Accounting" (CCA) installiert haben.

Sie erwarben es von Infosoft in Weiherhof-Zirndorf; dieses Softwarehaus hat CCA von der Agena GmbH in Leinfelden-Echterdingen, dem Entwickler dieses Pakets, in den Vertrieb übernommen, Rechenzentrumsleiter Willem Reparon von den Bühler-Miag-Werken berichtet über die CCA-Installation: Die Forderung, die Leistungen des RZ zu verrechnen wurde von unserer Geschäftsleitung im Spätsommer 1978 gestellt. Dem Wunsch entsprechend sollte das RZ mit Wirkung zum 1. Januar 1979 eine Verrechnungskostenstelle werden. Es wurden von uns mehrere Accounting-Systeme untersucht.

Das System CCA war zwar nicht das günstigste, jedoch in der Handhabung einfachste. Was von uns auch nicht gewünscht wurde, war ein Tuning-System. Bei manchen Anbietern wurde die Tuning-Möglichkeit zwar hervorgehoben, das bedingte jedoch ein zusätzliches Interface, was wiederum zu einem erhöhten Overhead führen kann.

Um zu einer übersichtlichen und gerechten Verteilung der Kosten zu kommen war es notwendig, sämtliche Job-Steuerkarten im Bereich des Job-Namens und der User-Information neu zu gestalten. Darin ist heute das Arbeitsgebiet, der Bereich, eine Chiffre und die vom CCA vorgesehene Klassifikation der Arbeiten enthalten. Wir erhalten somit eine deutliche Aussage und Verrechnung für Produktion und Entwicklung.

Bei der Festlegung der Kostensätze wurden vier Kriterien ausgewählt:

1. Die vom CCA ermittelte Job-Zeit (nicht Duration)

2. Kanalzugriffe auf Platten

3. Kanalzugriffe auf Bänder

4. Druckerzeit und Materialverbrauch pro Form-Nummer.

Die entsprechenden Sätze wurden für das ganze Jahr festgelegt.

Es lag natürlich auf der Hand, daß im ersten Jahr mit einer erheblichen Unter- oder Überdeckung zu rechnen wäre. Es ist jedoch festzustellen, daß wir bis einschließlich des Verrechnungsmonats Oktober lediglich 12 000 Mark Unterdeckung haben. Diese Unterdeckung ist zu

einem erheblichen Maße durch die Urlaubszeit zustande gekommen, wird jedoch, wie sich zeigt, durch den derzeit erhöhten Anfall an Arbeiten sicher wieder zurückgehen,

Wenn man das CCA richtig einsetzt und sich eingehend damit befaßt, kann auch ein gewisses Tuning durchgeführt werden. Alles in allem läßt sich sagen, daß dieses System den Wünschen entspricht und - was wichtig ist - von der Gesamt-Jobzeit lediglich drei Prozent beansprucht.

CCA, so unterstreicht Infosoft, ist ein System zur Ermittlung und Verrechnung aller DV-Kosten, nämlich Hardware, Software, Personal und RZ-Material. Da sich die von IBM zur Verfügung gestellten Accounting-Daten - so fährt der Anbieter erläuternd fort - nur bedingt für ein echtes Messen und Tunen eignen, liegt das Hauptgewicht des Computer Center Accounting Systems auf der Abrechnung und der Dokumentation. Aufgrund dieser Daten ist auch die Erkennung von etwaigen System-Engpässen möglich. Die detaillierte Untersuchung von Engpässen oder des gesamten System-Verhaltens sollte jedoch im Bedarfsfall mit geeigneten Software-Tools vorgenommen werden.

Als besondere Merkmale von CCA gibt Infosoft an:

- Keine Eingriffe in die IBM-Software, sondern eindeutige Schnittstellen,

- Einmalige Eingabe von Texten, Preisen, Beständen und Beschreibungen,

- Tages-, Monats- und Jahresabrechnungen ohne SORT-Läufe,

- Material-Bestandsabrechnung als Hilfsmittel für Bestellungen,

- Personalabrechnung über Tätigkeitsberichte,

- Möglichkeit zur Abrechnung aller, Hard- und Software-Komponenten,

- Korrektur und Umbuchung aller Tagesdaten vor deren Verdichtung,

- Prüfung auf gültige Programme, Jobs, Gebiete etc.,

- Belastung von abgebrochenen Jobs auf andere Kostenträger,

- Tägliche Aufbereitung und Verdichtung der anfallenden Accounting-Daten,

- Klassifizierung sämtlicher Arbeiten in zehn Klassengruppen mit je zehn Klassen möglich (zur Definition von Echtarbeit, Test, Umwandlung, Programmierung etc.),

- Zentrale Speicherung aller Parameter und Steuerdaten,

- Ausgewogene Bewertung und Budget-Kontrolle durch verschiedene Bewertungs- und Umlageverfahren,

- Möglichkeit unterschiedlicher Verrechnungssätze (Mandantenfähigkeit),

- Schnelle Installation,

- Benutzerindividuelle Anpassung des Accounting-Systems an gegebene Job-Nomenklatur sowie an den Aufbau der 16stelligen Benutzerangabe,

- Selektionsmöglichkeit der gewünschten Auswertungen,

In der Tagesabrechnung stellt CCA folgende Auswertungen zur Verfügung:

- Job-Step-Aktivität sortiert nach Job-Name und Step-Nummer, die vom CCA vergeben wird,

- Aktivitäten für Abfühler, Drucker und Stanzer je Job,

- Aktivitäten pro Maschine und Partition (maximal 26 Maschinen zu je zwölf Partitions),

- Partition/Programmübersicht im Einminuten-Rhythmus,

- CICS-Abrechnung ab Release 1.5 (in Vorbereitung) sowie Reports über Transaktionen, Programme, Terminals, CICS,

- ICCF-Abrechnung (in Vorbereitung),

- VM-Abrechnung (in Vorbereitung).

Die Monatsabrechnung enthält Personal-Abrechnung (Tätigkeitsberichte der Mitarbeiter), Material-, Software-, Programm- und Job-Abrechnung, Abrechnung der Arbeitsgebiete, Kostenstellen und Aufträge, die Abrechnung je Maschine und Partition sowie eine Online-Abrechnung; ferner eine Kurzübersicht pro Tag der CPU-Aktivitäten sowie Aktivitäten pro Klassengruppe mit Budget-Gegenüberstellung.

In der Jahresabrechnung schließlich sind alle Monatsabrechnungen - mit veränderter Listenform - enthalten, mit einer Ausnahme: Ein zusätzliches Entscheidungskriterium für das CC hat Infosoft noch zu bieten: den Anschluß an das "hauseigene" Arbeitsvorbereitungssystem AVS. Das CCA informiert das AVS nicht nur über gelaufene oder abgebrochene Jobs, sondern errechnet auch Durchschnitts- und Vorhersagewerte von Echtläufen für die Zeitplanung im AVS. Dies ist die Voraussetzung für eine weitgehend automatisierte Arbeitsvorbereitung und -planung im Rechenzentrum.

CCA kostet bei Infosoft in Standalone-Version 12 000 Mark, in Verbindung mit AVS 9000 Mark. Bei einem Zweijahresmietvertrag hegt der monatliche Mietzins bei 400 respektive 300 Mark. Die Wartung, die im ersten Jahr kostenlos ist, hat einen Jahressatz von 900 Mark. Die genannten Preise enthalten keine Schulungs- oder eventuellen Reisekosten.

Informationen: Infosoft, Talblick 9, 8502 Weiherhof-Zirndorf, Tel.: 09 11/60 78 24