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04.10.2002 - 

Mobile Commerce/Kommentar

Ursachenforschung

Wolfgang Herrmann Redakteur CW

Wer ist schuld an der desaströsen Lage vieler M-Commerce-Anbieter? Und welche Perspektiven bietet das mobile Geschäft nach all den enttäuschten Erwartungen? Die Berufsoptimisten der gebeutelten Branche sind in sich gegangen und haben ebenso simple wie verblüffende Antworten gefunden. Eine davon lautet: Die Unternehmen haben ihre Angbote schlicht nicht verständlich genug erklärt, die meisten Konsumenten wüssten gar nicht, welche Dienste abrufbereit sind, weil sie niemand darauf aufmerksam macht. Für die Anbieter gehe es nun darum, die konkreten Anwendungen für potenzielle Kunden in den Vordergrund zu stellen.

Solch gut gemeinte Ratschläge werfen einerseits die Frage auf, was die hoch dotierten Marketing-Spezialisten eigentlich bisher getan haben. Andererseits verstellen sie den Blick auf wichtigere Ursachen. Unabhängig von Vermarktungsdefiziten und der schwachen Konjunktur kämpft die Industrie nach wie vor mit strukturellen Problemen. Standards für mobile Bezahlsysteme sind nicht in Sicht, technische Hürden bei der Integration mobiler Anwendungen in die bestehende IT-Infrastruktur der Anbieter noch nicht genommen (Seite 38).

Dessen ungeachtet klammern sich die M-Commerce-Apologeten weiter an Marktprognosen, die etwa ein rasantes Umsatzwachstum für mobile Endgeräte und Milliardeneinnahmen mit der Multimedia-SMS (MMS) verheißen. Doch die Perspektiven im B-to-C-Geschäft bleiben bis auf weiteres düster. Der von E-Plus seit März angebotene i-Mode-Dienst ist bislang keine Erfolgsgeschichte. Und das Marktpotenzial für die MMS erscheint heute deutlich geringer als ursprünglich angenommen.

Vieles spricht dafür, dass sich mobile Dienste noch am ehesten im B-to-B-Sektor vermarkten lassen. Der Einsatz von Mobiltelefonen für die Forschung nach neuen Pflanzenschutzmitteln (Seite 39) mag weniger sexy sein als der Handy-Nightguide von Vodafone. Dafür lassen sich Nutzen und Rentabilität klar belegen.