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05.10.1990 - 

Neuerlicher DEC-Quartalsverlust möglich

US-Analysten: Digital muß Personal abbauen

BOSTON (IDG) - In amerikanischen Analystenkreisen ist der IBM-Rivale Digital Equipment Corp. aufgrund unbefriedigender Geschäftsergebnisse - man rechnet gar mit einem weiteren Quartalsverlust - erneut ins Gerede gekommen. Drastische Personalkürzungen seien unausweichlich.

Am 30. September endete für DEC das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Obwohl konkrete Zahlen noch ausstehen, rechnen zahlreiche US-Analysten aufgrund schwacher Geschäfte im Heimmarkt sowie in Europa mit einem schlechteren Ergebnis, als dies von DEC selbst prognostiziert wird. So verkündete Mark Steinkrauss, DECs Director of Investor Relations, man erwarte keine "rote Tinte" im Finanzstatement für den ersten Abschnitt.

"Wir haben hart gearbeitet, um einen weiteren Minusbetrag zu verhindern." Allerdings wolle er den zweiten Quartalsverlust in der DEC-Firmengeschichte nicht gänzlich ausschließen. Im letzten Abschnitt des abgeschlossenen Geschäftsjahres 1990 (30. Juni) hatte der Mini-Marktführer aus Maynard erstmals einen Nettoverlust von 256,7 Millionen Dollar oder 2,11 Dollar pro Aktie ausgewiesen.

Weniger optimistisch, was die DEC-Ziele betrifft, ist John Logan, Analyst bei der in Boston ansässigen Aberdeen Group Inc. Schon das vergangene Jahr, so Logan, habe sich ein Abwärtstrend bei Umsatz und Gewinn gezeigt. Die Frage sei jetzt, wie weit hinunter dieser Trend gehen werde. Er prophezeit DEC einen Betriebsverlust von 100 Millionen Dollar für die ersten drei Monate des laufenden Fiskaljahres, was ein Minus von annäherend 0,85 Dollar pro Aktie bedeuten würde.

Viele Marktbeobachter machen für die Probleme des Computerriesen die personelle Überbesetzung verantwortlich. Zwar ist DEC derzeit bemüht, an die 6000 Mitarbeiter loszuwerden, die aus "freiem Entschluß" gehen sollen. John Jones, AnaIyst in Diensten von Montgomery Securities Inc., ist jedoch der Meinung, daß DEC die Zahl der Belegschaft noch weitaus stärker werde verringern müssen, um den Umsatz pro Mitarbeiter wieder steigern zu können. Derzeit liege er bei rund 100 000 Dollar. Dagegen weise IBM einen Pro-Kopf-Umsatz von 180 000 Dollar aus, Hewlett-Packard nehme 158 000 Dollar pro Mitarbeiter ein.

Darüber hinaus glaubt John Adams, Chairman der Bostoner Kapitalanlage-Gesellschaft Adams, Harkness & Hill, daß DEC beim Personalabbau weit aus aggressiver vorgehen müsse. Dies bedeute auch Kündigungen. "Man kann eine solche umfangreiche Mitarbeiterreduzierung, die das Unternehmen benötigt, nicht nach dem Freiwilligkeits-Prinzip erreichen."