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19.09.1986 - 

Amerikanische Computerhersteller greifen hohe US-Chip-Preise an:

US-Anbieter fürchten um ihre Existenz

PALO ALTO (CWN) - Nach den amerikanischen Chip-Produzenten scheint es nun den Computeranbietern an den Kragen zu gehen. Grund: Die sprunghaft gestiegenen Preise für RAM-Chips nach Beilegung des Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Japan bringen die Abnehmer zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten.

Am 31. Juli wurde nach mehr als einem Jahr der Streit zwischen amerikanischen und japanischen Chip-Herstellern geschlichtet. Dabei versprachen die Amerikaner, ihre Anti-Dumping-Klagen gegen die japanischen Wettbewerber einzustellen, wenn die Japaner ihre Halbleiterprodukte in den USA nicht länger unter Preis verkaufen würden. Die Japaner waren somit gezwungen, die Preise für ihre Chips deutlich abzuheben, was auf dem amerikanischen Markt drastische Preissprünge zur Folge hatte.

Dieses Abkommen griffen jetzt Vertreter von rund 40 amerikanischen System- und Periphericherstellern heftig an. Sie sagen das Ende der heimischen Computerproduktion voraus, wenn die Regierung dieser Preisentwicklung im Halbleiterbereich nicht bald ein Ende bereite. Seit Juli, so Ralph Thompson, Senior-Vice-President der amerikanischen Elektronikverbandes AEA, sind die Preise für RAMs teilweise zwischen 100 und 600 Prozent gestiegen. Angesichts dieser hohen Kosten sähen viele System und Peripherichersteller ihre Existenz in den USA gefährdet. Da Abkommen zwischen den USA und Japan nur den amerikanischen Markt betreffe, hielten die Chip-Preise in anderen Ländern das vorangegangene Niveau. Dies werde zur Folge haben, so Thompson weiter, daß vor allem kleine und mittlere Hersteller ihre Produktion bald ins Ausland verlegen müßten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die amerikanischen System- und Peripheriehersteller sind sich einig, daß die Bemühungen der Regierung, die US-Chip-Produzenten im heimischen Markt vor unfairen japanischen Wettbewerbspraktiken zu schützen, schlecht durchdacht worden seien. Das Ergebnis sei, wenn auch unbeabsichtigt, ein katastrophaler Schlag gegen die amerikanischen Unternehmen, die solche Chips zur Herstellung ihrer Produkte kauften. Ivan Toledo, Vice-President Marketing/Verkauf bei der Deico Electronics Inc" Sunnyvale/Kalifornien, wörtlich:" Mit dem Versuch, das amerikanische RAM-Geschäft wiederzubeleben, das schon tot ist, trägt die Regierung nun zum Tod einer wesentlich wichtigeren Industrie bei - nämlich der Abnehmer der Memory-Chips".