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03.09.1993

US-Anbieter steigern Serviceanteil DV-Leaser bemuehen sich um den Einstieg ins Low-end-Geschaef

CHIKAGO (JDG) Amerikanische Leasing-Unternehmer versuchen, mit dem Wandel der DV-Industrie Schritt zu halten. Sie bemuehen sich, ihre Finanzierungsangebote ueber die Mainframes hinaus auf preiswertes Low-end-Equipment auszudehnen. Ausserdem will die Branche den Return on Investment durch zusaetzliche Serviceangebote erhoehen.

"Viele von uns sind in das kurzfristige Geschaeft mit Workstations eingestiegen", sagte der Chairman und CEO der AT&T- Leasingtochter AT&T Capital Corp., Thomas Wajnert, auf der kuerzlich stattgefundenen Konferenz der Equipment Leasing Association of America (Elaa). Wajnert, dessen Sechs-Milliarden- Dollar-Company 34 grosse Mainframes im Portfolio hat, beschreibt mit diesen duerren Worten einen sich abzeichnenden Paradigmenwechsel der DV-Leaser.

Neue Service-Ansaetze sollen

das Ueberleben sichern

"Die Equipmentkosten sinken pro Jahr von 30 bis 35 Prozent", betont auch Comdisco-Chef Kenneth Pontikes. Deshalb wollen die Kunden seiner Ansicht nach keine Systeme mehr, die sie drei bis fuenf Jahre behalten muessen. Leasingunternehmen muessten sich deshalb zu "Just-in-time-Lieferanten von Computerkapazitaet" entwickeln.

Die Notwendigkeit zum Wandel kommt nicht von ungefaehr. Obwohl Leasinggeber weiterhin enorme Investitionen zu bewaeltigen haben - von den 375 Milliarden Dollar, die im vergangenen Jahr fuer Computerequipment ausgegeben wurden, finanzierte die Branche 32 Prozent - stieg der Return of Investment nicht. Gleichzeitig ist aber die Fremdfinanzierung von computerbezogenen Waren zum wichtigsten Sektor der Branche geworden. Inwischen werden 23 Prozent der Leasing-Dollar fuer die Finanzierung von Rechnern und verwandten Produkten aufgebracht. Das ist einer Elaa-Untersuchung zufolge eine Steigerung gegenueber 1991 um zwei Prozent.

Alle auf der Konferenz anwesenden Branchenvertreter waren sich einig, dass die Geschwindigkeit des technologischen Wandels und die mit der Verteilung von Rechnerkapazitaet verbundenen Kosten die Leaser zwingen, ihren Kunden mehr zu bieten, als "blosse Finanz- Transaktionen".

Um zu ueberleben, planen die Player zur Zeit zusaetzliche Services wie Asset-Management und die auf kurze Zeit beschraenkte Bereitstellung von Computerpower fuer Spitzenzeiten. "Dieses kurzfristig angelegte Geschaeft kann sehr profitabel sein", freute sich Timothy Summers, Vice-President der Research Division bei Hamilton Investments. Er erklaerte, dass ein Laptop mit 486er CPU, der fuer 40 Dollar pro Tag verleast wuerde, sich bereits nach einem Monat amortisiert habe. Wachsen werden seiner Meinung nach nur die Unternehmen, die es schaffen, den Low-end-Markt zu penetrieren und gleichzeitig enge Beziehungen zu den Herstellern aufbauen koennen.

Beides trifft sicher auf die Leasing Solutions Inc. (LSI) zu. Das im kalifornischen San Jose angesiedelte Unternehmen unterhaelt zur Zeit zu acht Herstellern enge Verbindungen. Die letzte Vereinbarung wurde erst im Juni dieses Jahres mit Apple unterzeichnet.

These vom Aussterben der

Mainframes ist uebertrieben

"Als wir uns bei der Gruendung der Company 1986 dafuer entschieden, nicht ins Mainframe-Geschaeft einzusteigen, haben wir uns strategisch richtig ausgerichtet", gab der bei LSI als Manager Investor Relations taetige Timothy Laehy den Konferenzteilnehmern zu bedenken.

Dennoch meinten Pontikes und andere Vertreter der Branche, die These vom Aussterben der Mainframes sei uebertrieben. "Dass High- Tech-Equipment an Wert verliert, ist nichts Neues", sagte der Comdisco-Manager. Allerdings raeumte er ein, dass die Anteile von RZ-Produkten, mit denen der Leaser frueher fast ausschliesslich seine Einnahmen erzielte, heute nur noch ein Drittel des Gesamtleasing-Volumens von 5,2 Milliarden Dollar ausmachten.