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16.04.1993 - 

In Zeiten des Sparens sind ausgereifte Verwaltungsprogramme unverzichtbar

US-Anwender fordern vehement intelligente Management-Tools

In ihrer Forderung nach intelligenten Verwaltungs-Tools sehen die Netzexperten, einem Bericht der CW-Schwesterpublikation "NetworkWorld" zufolge, den einzigen Ausweg, um die Funktionsfaehigkeit der rasant wachsenden Netze bei gleichbleibenden Mitarbeiterzahlen zu gewaehrleisten. Doch bisher suchen die Anwender laut eigenen Aussagen meist vergeblich nach entsprechenden Applikationen.

Fuer John McConnell, Vice-President der Infonetics Research Inc., sind die bisher erhaeltlichen Werkzeuge nichts weiter als huebsche Netzmonitore mit "Klingeln, Pfeifen und farbenpraechtigen Icons". Mit echtem Netzwerk-Management hat das fuer den LAN-Spezialisten nichts zu tun.

McConnells Meinung teilt Gus Coronel, Senior Network Engineer und LAN-Verwalter beim amerikanischen Transportministerium, voll und ganz. Unter Netzwerk-Management versteht der LAN-Experte mehr als ein kleines Licht, das blinkt, wenn das Netz in die Knie geht. Bedauerlicherweise bieten, so Coronels Markteinschaetzung, die meisten Tools der Hersteller nicht mehr.

Vor dem Hintergrund der komplizierter werdenden Netze, die neben der alltaeglichen Kommunikation und Textverarbeitung immer mehr zeitkritische Applikationen unterstuetzen muessen, waechst der Anwenderwunsch nach funktionierenden, effizienten Tools. Fuer McConnel beispielsweise reicht es dabei nicht, dass die Software beim Ausfall einer von zwei Internetworking-Verbindungen einer Company einfach den ganzen Verkehr auf die andere Leitung routet. Intelligentes Netz-Management muesse vielmehr, so der Consultant,den Verkehr auf der verbleibenden Verbindung steuern und weniger wichtige Datenpakete unterdruecken.

Loesungsvorschlaege nicht auf 30 CD-ROMs

Features wie dieses werden fuer die Netzverwalter mit steigender Netzgroesse immer wichtiger. Auch John Scoggin, Netz-Supervisor der Delmarva Power & Light Corp., hat bisher noch kein entsprechendes Tool gefunden. Dabei brennt dem IT-Manager das Problem auf den Naegeln.

Einer Infonetic-Studie zufolge explodiert die Groesse der Corporate Networks geradezu. Waehrend die End-Nodes, LANs, Bridges und Routers Zuwachsraten von 50 bis 150 Prozent verbuchen, steigt die Zahl der Mitarbeiter, die dieses Netzkonglomerat verwalten, um bescheidene fuenf bis zehn Prozent.

Auf Herstellerseite sieht man dies jedoch anders. Fuer die Anbieter von Management-Werkzeugen sind die besten Tools nutzlos, solange die Anwender den Stellenwert des Netzwerk-Managements in den Unternehmen nicht revidieren. Trotz dieser Kritik wird auf Herstellerseite die Notwendigkeit erkannt, dass neue Produkte ueber bessere Management-Moeglichkeiten verfuegen muessen. Darauf sollten die Hersteller, so die Selbstkritik mancher Anbieter, den Schwerpunkt bei Neuentwicklungen legen.

Darueber hinaus verlangt beispielsweise David Fowler, Marketing-Vice-President bei Chipcom, die Portierung des Netz-Management-Gedankens von der WAN-Welt in die LAN-Umgebung. Bisher, raeumt Fowler ein, habe man von Herstellerseite aus das Netz in einem Gebaeude immer anders behandelt wie ein WAN. Damit muesse endlich Schluss sein, fordert der Netzexperte.

Diese Analogie zwischen WANs und LANs loest bei Roger Dev, Direktor der Software-Entwicklung bei Cabletron, Skepsis aus. Fuer Dev ist die LAN-Technik noch nicht ausgereift genug. Zudem, so die Einschaetzung des Managers, "aendere sich die LAN-Technologie jeden Tag". Deshalb sei es schlicht unmoeglich, ausgereifte Management-Tools zu entwickeln.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma sehen einige Hersteller in dem Angebot eigener Management-Dienstleistungen. Die Anwender lehnen diese Idee bis dato jedoch ueberwiegend ab und fordern von den Anbietern bessere Dokumentationen zur Selbsthilfe. Zudem sollten neue Loesungsvorschlaege nicht, wie heute oft Usus, auf 30 verschiedenen CD-ROMs ausgeliefert werden, sondern online ueber ein WAN abrufbar sein.