Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.04.1987 - 

Frage der Migration in Richtung OSI führt zu heftigen Diskussionen:

US-Anwender setzen vorerst mehr auf TCP/IP

MONTEREY (CWN) - Auf der "TCP/IP Interoperability Conference" im kalifornischen Monterey stand vor allem ein Thema im Vordergrund: die Frage der Migration von TCP/IP-Netzen in Richtung offene Systeme Ó la OSI (Open Systems Interconnection).

Die vorherrschende Meinung der rund 700 Anbieter und Anwender läßt sich auf folgenden Nenner bringen: In den USA sind TCP/IP-Netze inzwischen relativ weit verbreitet, sie werden daher sicherlich in den nächsten zehn Jahren noch eine wichtige Rolle spielen. Angesichts der derzeit bereits zu lösenden Probleme bei der Verknüpfung von Internet-Netzen, so hieß es immer wieder auf der Konferenz, sei die Verbindung heterogener Systeme über OSI-Protokolle noch weit komplexer.

"Wir ertrinken in kurzfristig zu lösenden Fragen", faßte etwa Dave Clark vom renommierten MIT (Massachusetts Institute of Technology) die Problematik zusammen, vor der die Betreiber der rund 200 Internet-Netze stehen (dazu gehören beispielsweise das Military Net, das Arpanet und das Netz der National Science Foundation). 40 weitere Mitglieder sollen in Kürze dazukommen.

Standards laufen vorerst parallel weiter

So wird momentan mit Hochdruck an der Entwicklung neuer Routing-Algorithmen und neuer Transport-Protokolle gearbeitet, die für die Koordinierung der Übertragung zwischen den Netzen unumgänglich sind. "Wenn wir hier nicht einen gemeinsamen Ansatz verfolgen", faßte Clark zusammen, "werden wir niemals Netze etablieren, die auch funktionieren". Kernpunkte der nächsten fünf Jahre seien daher die Größe des Internet, die Leistungsgeschwindigkeit in den Netzen sowie das Netzwerkmanagement.

All diese Dinge sieht der MIT-Experte erst recht bei der Entwicklung von OSI-Produkten. Seiner Meinung nach stellt sich vor allem die Frage, wie schnell frühe OSI-Lösungen auf den Markt kommen. Trotz der erklärten Absicht des Verteidigungsministeriums, von TCP/IP- auf OSI-Protokolle zu gehen, würden beide Standards noch eine ganze Weile parallel verwendet werden.

Dennoch gab es in Monterey doch auch eine Reihe von Netzwerk-Experten, die mit einer wesentlich schnelleren Einführung von OSI-Protokollen rechnen. Als Beispiel wurde hier die Migrations-Strategie der Stanford University angeführt: Auf dem dortigen Campus werden - völlig getrennt von TCP/IP - bereits heute OSI-Protokolle implementiert ohne daß ein Übergang zwischen beiden Welten vorgesehen ist.