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23.08.1996 - 

Pilotphase für Automotive Network Exchange

US-Automobilindustrie testet Intranet

Kernstück des von der Automotive Industry Action Group (AIAG) gesponserten TCP/IP-basierten Branchennetzes sind mehrere Vermittlungsknoten (ANX Exchange Points), von denen zunächst einer im Südosten der Automobilhochburg Michigan installiert wird. Über diese Verbindungsstellen wird der direkte Datenaustausch zwischen den drei Branchenriesen und verschiedenen Internet-Service- Providern (ISPs) geregelt.

Von Bedeutung ist dabei die Zusammenarbeit mit mehreren ISPs, die man über eine Art Zertifizierungsverfahren auswählen will. Als Voraussetzung für die Teilnahme der Dienstleister an ANX gilt deren Zusage, die Verfügbarkeit von Leitungen und Übertragungskapazitäten zu garantieren. Ein weiteres Kriterium ist die Bereitstellung von Verschlüsselungstechniken, die zwischen den Firewalls der einzelnen Teilnehmer greifen, um zum Beispiel CAD- Daten zu schützen.

Das Netz ist so strukturiert, daß Hersteller und ISPs direkt über die Knoten miteinander verbunden sind, während sich Zulieferer und Kunden über den jeweiligen Provider in das Netz einwählen. Es wird erwartet, daß bis Ende nächsten Jahres insgesamt mehrere tausend Firmen an das Netz angeschlossen sind. Das Potential liegt zwischen 3000 und 100000 Teilnehmern, je nachdem, wie eng der direkte und indirekte Zulieferkreis gezogen wird.

Das Netzkonstrukt soll verhindern, daß ein kompletter Industriezweig von einem einzigen Internet-Zugangsanbieter abhängig wird, erklärte Chrysler-Mitarbeiter Robert Moskowitz. Gleichzeitig will man für den heterogenen Verbund eine Transferleistung sicherstellen, die ein ISP sonst allenfalls für das eigene Netz zusagen würde. Dabei ist abzusehen, daß die Netzressourcen bis auf das Äußerste in Anspruch genommen würden. Neben Electronic Data Interchange (EDI) und E-Mail auf Basis des Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) beziehungsweise Lotus Notes will man auch interaktives Engineering im Netz betreiben. Es gehe nicht an, daß das Herunterladen eines Soundfiles das Netz für zeitkritische Anwendungen blockiere, so Moskowitz.

Gegen die Nutzung des Internet für eine branchenumfassende Kommunikationslösung sprechen bisher die mangelnde Sicherung von geschäftskritischen Informationen und die langen Antwortzeiten, die zur Übertragung großer Dateien anfallen. Deshalb bevorzugen Hersteller und Zulieferer derzeit noch private Netze wie das "Ford Net" oder den Weg über lediglich einen ISP mit entsprechenden Leistungszusagen.