Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.07.1991 - 

PC-Expo in New York

US-Fachmesse ganz im Zeichen der IBM-Microsoft-Konfrontation

NEW YORK (jm) - Die PC-Expo, in den USA neben der Comdex die bedeutendste Fachmesse rund um den PC, war dieses Jahr überschattet durch Gerüchte über mögliche Kooperationen der marktbeherrschenden Industriegrößen IBM und Apple. Einen anderen Deal, zwischen Lotus und Big Blue, hoben deren Manager aus der Taufe.

Mittlerweile haben sich die Gerüchte um eine Zusammenarbeit auf dem Hard- und Softwaresektor zwischen der IBM und Apple unter Einbeziehung von Prozessorlieferant Motorola in gewisser Hinsicht bestätigt. Die Macintosh-Entwickler und Big Blue haben eine Absichtserklärung für weitreichende Kooperationen unterzeichnet. Allerdings bedarf dieser "Letter of intent" noch der Verwirklichung durch zu unterzeichnende Verträge.

Die New Yorker Messe vermittelte dem Besucher ansonsten ein Gefühl von der in der Branche momentan stattfindenden Auseinandersetzung zwischen der IBM und Microsoft. Windows präsentierte sich in einem eigenen Pavillon, IBM versuchte dagegen, mit täglich mehrfach abgehaltenen und gar nicht pomadigen Shows in einem gesonderten Saal die Aufmerksamkeit der Besucher auf ihre überfällige Version 2.0 von OS/2 zu lenken.

Motto für das 32-Bit-Betriebssystem, das auf allen Rechnern des Pressezentrums installiert war: "Ein besseres DOS als DOS, ein besseres Windows als Windows und ein besseres OS/2 als OS/2. "Interessant auch die Tatsache, daß Borland im OS/2-Competence-Center der IBM schon eine OS/2-Version seines Entwicklungs-Tools "Officevision" zeigte.

Eine Vereinbarung über die Entwicklung dieser Version - Officevision für Windows stellte Borland bereits im Februar 1991 vor - war erst kurz vorher zwischen den Armonkern und Philippe Kahns Softwarefirma abgeschlossen worden.

Ein kleines Schmankerl konnten Besucher auf dem HP-Stand unter die Lupe nehmen: Deren Umgebung Newwave lief unter OS/2 und dem Presentation Manager. HP offeriert dem Anwender hiermit die Migration von "Newwave for DOS" auf "Newwave for OS/2", wobei für den Anwender kein Unterschied in der Benutzeroberfläche besteht.

Bald Wordperfect für Windows

Interessenten von Wordperfect für Windows werden sich nach Unternehmensangaben auf der PC-Expo nicht mehr lange gedulden müssen, um ihre Textverarbeitung unter der DOS-Erweiterung zu nutzen. Die Version soll in den nächsten Wochen an Betatester gehen.

Da die Mormonen für sehr gewissenhafte Tests im eigenen Haus bekannt sind, gehen Branchenbeobachter davon aus, daß das von Wordperfect genannte Auslieferungsdatum im dritten Quartal nunmehr realistisch ist.

Die an Vorstellungen und Ankündigungen eher arme Messe sah an der Softwarefront die Wiedergeburt von Dbase-Entwickler Ashton-Tate. Eine in New York vorgestellte Version von Dbase IV dient als Frontend für Microsofts SQL Server und stellt für Ashton-Tate einen wesentlichen Baustein in ihrer Strategie dar, verschiedene Systemplattformen miteinander zu verbinden.

Mit der Client-Server-Version von Dbase öffnen sich für Dbase IV nun sowohl DOS- als auch OS/2-Datenbankserver-Umgebungen.

Schon vorher hatte Ashton-Tate eine Dbase-IV-Version für 386- und 486-PCs vorgestellt, die unter fünf verschiedenen Unix-Derivaten läuft: SCO Unix System V/386 und Xenix 386, ATRTs System V/386, Interactives Unix System V/386 sowie Everex Version Esix System V.

Das Datenbank-Management-System SQL Server, entwickelt von der Sybase Inc. und lizenziert an Microsoft, unterstützt sowohl Transaktionsprozesse als auch Entscheidungs- und Management-Hilfe-Anwendungen wie etwa Verkaufsanalysen auf PC-basierten LANs.

Auch Oracle hatte neue Front-ends zu bieten: "Oracle for 1-2-3 Datalens", "SQL Forms Runtime for Macintosh" und "Oracle Card for Macintosh" stellen Abfrage-Alternativen auf allen Oracle-Serverplattformen dar.

So kann der Anwender beispielsweise mit der Datalense-Version direkt aus der Lotus-Tabellenkalkulation (1-2-3, Version 3.0) Abfragen an die Datenbank starten und entsprechende Reports, Grafiken und Statistiken generieren.

Abgesehen von Intels Präsentation der 486-CPU mit 5 Megahertz, in deren Gefolge 13 Unternehmen Mono- und Multiprozessor-Rechner mit diesem Chip vorstellten, konnten die Hardwarehersteller in New York mit Neuigkeiten nicht besonders glänzen.

Deutlich wurde aber auch auf dieser Messe das Interesse der Industrie an Notepads, die nicht mehr mit einer Tastatur, sondern einem Eingabestift arbeiten. Die Grid Systems Corp., eine Tochter der Tandy Corp., stellte neben einem 386SX-Laptop und einem mit einem CD-ROM-Laufwerk ausgestatteten Tragbaren die zwei neuen DOS-kompatiblen Rechner "Gridpad HD" und "Gridpad RC" vor.

Gemeinsam mit Pen Pal Associates Inc. konnte Grid darüber hinaus mit "Gridpen-Pal" eine Entwicklungssoftware präsentieren, mit der sich Anwendungen für Grid-Systeme schreiben lassen. Außerdem verwiesen die Grid-Leute auf einen gerade abgeschlossenen Vertrag mit Gilette, wonach der Rasierschaumproduzent 300 der Gridpad-HD-Rechner gekauft hat.

Der Gridpad HD besitzt eine 20-MB-Festplatte und ein RAM-Karten-Laufwerk, Gridpad RC weist statt der Harddisk zwei Einschübe für RAM-Karten auf. Diese entsprechen der PCMCIA-Konvention (Personal Computer Memory Card International Association), welche sich als Standard durchsetzen könnte.

Die mit einem hintergrundbeleuchteten LC-Monitor ausgestatteten Systeme haben in der englischen Firma "Eden" einen Nachahmer gefunden. Auf dem Intel-Stand wurde ein dem Gridpad RC ähnliches Demonstrationsmodell mit zwei Flash-Karten-Einschüben ausgestellt.

Über das Kartenlaufwerk "Thincard Drive" von Databook in einem PC ließen sich Betriebssystem sowie Anwendungen auf die zwei Flash-Karten von Intel transferieren