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08.01.1988 - 

Softwareanbieter attackieren Hongkong-Kopierer:

US-Firmen schließen Pakt gegen Piraten

HONGKONG (CW) - Nach vergeblichen Einzelaktionen gegen die Software-Piraterie aus Fernost wollen die großen amerikanischen Hersteller das Problem nun gemeinsam lösen. Auf Initiative des Softwarehauses Ashton-Tate sollen Detektive in die kriminelle Szene eingeschleust werden.

Spitze eines Eisbergs: Im November beschlagnahmten Zollbeamte in Hongkong mehr als 20 000 Disketten und Manuals im Wert von rund zwei Millionen Dollar. In den etablierten Kaufhausern der britischen Kronkolonie werden seit etwa zwei Jahren die Software-Raubkopien ebenso selbstverständlich angeboten wie gefälschte Designer-Jeans oder nachgemachte Parfums, erklärte Thomas Chan von Ashton-Tate, der den Vorsitz in der Koalition der Hersteller gegen die Software-Räuber übernommen hat.

Jede einzelne Untersuchung koste Hunderte von Stunden an Arbeit und bringe zusätzlich noch Verfahrenskosten von 25 000 bis 50 000 Dollar mit sich. Angesichts der Dimensionen der Piraterie könne ein einzelnes Unternehmen dessen gar nicht Herr werden. Meist werden die Programme nämlich privat kopiert - und für nur 10 bis 25 Dollar verkauft.

"Der Kunde kann nicht immer unterscheiden, ob er ein gefälschtes Produkt kauft oder nicht. Die Fälscher in Hongkong kopieren die Programme auf handelsübliche Disketten und kleben Etiketten darauf, die mit einem Nadeldrucker hergestellt wurden. Handbücher werden einfach photokopiert. Oftmals ist dann allerdings der Druck schwach und die Schrift schwer zu lesen - wenn das Ganze also schon nach einer Fälschung aussieht, dann ist es auch eine, erklärt Duff Thompson, General Counsel bei der Word Perfect Corp. Er versteht die konzertierte Aktion der Softwarehersteller als ersten Schritt gegen die Kriminalität mit Programmen.

Ashton-Tate-Manager Chan plant die Aktivitäten der Gruppe auszuweiten und mit zehn Mitgliedern eine "Business Software Association" zu gründen. Die neue Gesellschaft soll seinen Vorstellungen nach über einen Fond von 750 000 Dollar verfügen, um gezielt Operationen in Hongkong, Taiwan and Singapur finanzieren zu können. Zu den Unternehmen, die Geld beisteuern; gehören Autodesk, Lotus, Microsoft und Word Perfect, IBM und Apple.