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09.09.1983 - 

Neue "Boom and Bust"-Periode im amerikanischen Silicon Valley:

US-Halbleitergeschäft zieht kräftig an

SAN DIEGO (VWD) - In den Fabrikhallen des Silicon Valley läuft die Halbleiterproduktion wieder auf Hochtouren. Die Chip-Nachfrage hat in den letzten Wochen dank des starken amerikanischen Wirtschaftsaufschwungs enorm zugenommen.

Alle US-Anbieter wie Texas Instruments, Intel, Motorola, National Semiconductor und Advanced Micro Devices arbeiten wieder voll und verdienen in diesem Bereich entsprechend gut. Die Preise haben sich für Serien-Chips und für die "custom chips" in Sonderausführung und kleinen Serien wieder gefestigt. Selbst die nach wie vor brutale Konkurrenz der Japaner ist nicht ganz so stark spürbar, wie während der vorangegangenen Rezessionszeit, als die Branche nur mit 69 Prozent Kapazitätsauslastung arbeitete und Massenentlassungen vornehmen mußte.

Der jetzige Aufschwung ähnelt der typischen "Boom und Bust-Periode" in der amerikanischen Halbleiterbranche, in der einem starken geschäftlichen Abschwung plötzlich ein ebenso starker Aufschwung folgt. Allerdings finden unter der Oberfläche zur Zeit starke Verschiebungen in der Branche und eine spürbare Konsolidierung gegenüber den außerordentlich erfolgreichen Japanern statt. Für 1983 erwartet das US-Handelsministerium in der Halbleiterbranche einen Umsatzanstieg von 9,5 auf 11,3 Milliarden Dollar, wobei die Auslieferung von integrierten Schaltkreisen von 6,8 Milliarden auf 8,3 Milliarden Dollar steigen dürften. Möglicherweise ist dies aber angesichts des jüngsten starken Nachfragezuwachses zu niedrig gegriffen.

Die amerikanische Industrie ist in der letzten Zeit an mehreren Fronten gegen die japanischen Konkurrenten NEC, Fujitsu, Hitachi, Mitsubishi und Oki aktiv geworden. Die US-Halbleiterfirmen unterstützen jetzt die gemeinsame Grundlagenforschung, wobei die Semiconductor Research Corp. als Non-profit-Unternehmen die Forschungsaufträge an Universitäten vergibt und 1983 elf Millionen Dollar für solche Zwecke bereitstellt. Im nächsten Jahr werden es 15 Millionen Dollar sein. Dies sind zwar nur bescheidene Summen, doch stellt ihre Vergabe den Auftakt für eine ähnliche Politik dar, wie sie in Japan betrieben wird. Die geplante Handelsklage in Washington, mit der man die japanischen Konkurrenten zur Öffnung des japanischen Marktes für die US-Firmen zwingen wollte, ist vorerst zurückgestellt worden. Die Japaner sind nämlich zu Verhandlungen über das Problem des Einbahnstraßenverkehrs im Halbleiterhandel zwischen beiden Ländern bereit.