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13.07.1984 - 

Hochzinspolitik und japanische Konkurrenz dämpfen Aussichten:

US-Halbleiterhersteller befürchten Abschwung

NEW YORK (CW) - Stark den Konjunkturzyklen unterworfen ist nicht zuletzt auch die amerikanische Halbleiterindustrie. Denn, obwohl dieser Industriezweig sich derzeit mitten in einer Aufschwungphase befindet, rechnet man im Silicon-Valley in absehbarer Zeit mit einer Talfahrt. Schuld an einer Flaute, so schrieb Korrespondent Peter Bauer, könnten die amerikanische Hochzinspolitik, die zunehmende japanische Konkurrenz sowie möglicherweise niedriger als erwartet ausfallende Zuwachsraten im Mikrocomputer-Geschäft sein.

Die hohen US-Zinsen und das selbst nach den jüngsten Steuererhöhungen ungelöste Defizitproblem Washingtons lassen befürchten, daß der Wirtschaftsaufschwung in den Staaten rasch an Fahrt verlieren und es bei weiter steigenden Zinsen 1985 sogar zu einer neuen Rezession kommen könnte.

Das zweite Hauptproblem für US-Anbieter wie Texas Instruments, Motorola, National Semiconductor, Intel und Advanced Micro Devices (AMD) sind die japanischen Konkurrenten Nippon Electric Company, Hitachi, Toshiba, Fujitsu und Matsushita. Sie bauen ihre Position nicht zuletzt wegen des Dollar-Höhenfluges und wegen ihres technologischen Vorsprungs in Teilbereichen der Mikroelektronik im US- und im Weltmarkt immer mehr zu Lasten der US-Firmen aus.

Drittens ist der befürchtete Rückschlag bei den Mikrocomputern zu nennen, die zwar nach wie vor große Verkaufserfolge feiern, aber 1984 weder im Unternehmenseinsatz noch bei den Billig-Computern für den Hausgebrauch die enormen Zuwachsraten erreicht haben, die man sich ursprünglich erhoffte. Bedenkt man, daß mehr als zehn Prozent des US-Halbleiterverbrauchs allein in IBM-kompatible Arbeitsplatzrechner gehen, dann wird deutlich, was ein ernster Verkaufseinbruch im Mikrocomputer-Bereich für die amerikanischen Halbleiterproduzenten bedeuten würde.

Anfang dieses Jahres schien die Lage der US-Halbleiterbranche noch ideal zu sein. Die Auslieferungen konnten 1983 wertmäßig um 25 Prozent erhöht werden. 1984 könnte es zu einem weiteren Anstieg der wertmäßigen Auslieferungen um 37 Prozent kommen. Damit würde der US-Gesamtkonsum auf 10, 843 Milliarden Dollar steigen gegenüber 7, 934 Milliarden Dollar im Vorjahr und 6, 342 Milliarden Dollar in 1982. Auf Einzel-Halbleiter könnten 1984 rund 1,74 (Vorjahr: 1,40) Milliarden Dollar und auf integrierte Schaltkreise 9,1 (6,5) Milliarden Dollar entfallen.

Die große Frage ist allerdings, wie es 1985 weitergeht. Die Firmen haben kräftig investiert und sind somit auf anhaltend hohe Fertigung ausgerichtet. Setzt sich der US-Wirtschaftsaufschwung auch 1985 mit drei bis vier Prozent Realwachstum fort und kommt es im Computersektor nicht zu einem Einbruch, dann werden US-Halbleiterproduzenten auch im nächsten Jahr gut über die Runden kommen. Andernfalls geht der jetzt 18 Monate alte Absatz- und Gewinnaufschwung in der Branche möglicherweise bereits nach etwas mehr als zweijähriger Dauer zu Ende.