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08.05.1992 - 

US-Senatoren für mehr Härte im Chip-Streit

US-Handelsdefizit gegenüber Japan stieg 1991 weiter an

WASHINGTON (CW/vwd) - 1991 schloß die USA die Handelsbilanz mit Japan bei elektronischen Produkten zum 13. Mal hintereinander mit einem Defizit ab. Das Minus auf amerkanischer Seite belief sich auf 19,3 Milliarden Dollar. Dieser neue Rekord schreckte in der vergangenen Woche auch den Finanzausschuß des US-Senats auf, der vor allem im Chip-Streit eine härtere Gangart gegenüber Nippon fordert.

Vor dem Hintergrund des riesigen Fehlbetrags in der Handelsbilanz der USA gegenüber Japan ist die Sorge der Senatoren berechtigt. Gegenüber 1990 stieg das Defizit der Amerikaner im bilateralen Handel mit elektronischen Gütern 1991 um knapp eine auf 19,3 Milliarden Dollar. Gerade bei Computern und Komponenten schlugen die fernöstlichen Firmen zu: Allein in diesem Bereich vergrößerte sich das Loch in der amerikanischen Bilanz um eine halbe Milliarde auf 6,2 Milliarden Dollar.

Richard Iverson, President und CEO der American Electronics Association (AEA), die diese Zahlen jährlich veröffentlicht, kommentierte die Entwicklung: "Seit 1986 bewegt sich unser Handelsbilanzdefizit gegenüber Japan im Bereich von 20 Milliarden Dollar. Das ist für die amerikanische Elektronikindustrie nicht tragbar." Die Japaner, fügte Iverson hinzu, exportierten dreimal mehr Produkte in die USA als amerikanische Unternehmen nach Nippon. "Bald ist der Punkt erreicht, an dem die Handelsbeziehungen der beiden Länder völlig unterminiert sind. Es ist an der Zeit, daß die Japaner die Tragweite dieser Situation verstehen."

Die Mitglieder des US-Senatsausschusses für Finanzen wollen nun eine größere Konsequenz der USA im Chip-Streit mit Japan beweisen. Sie forderten die Handelsbeauftragte Carla Hills schriftlich auf, Maßnahmen zu nennen, die Washington ergreifen wird, wenn Japan nicht den Anteil ausländischer Lieferanten an seinem Halbleiter-Markt erhöht.

Nach Meinung der Senatoren hat Japan in dem neuen Chip-Abkommen mit den USA ausdrücklich anerkannt, daß der Marktanteil nicht-japanischer Produzenten bis Ende 1992 auf 20 Prozent steigen soll. Gegenwärtig liege er etwas über 14 Prozent. Nach ihrem Dafürhalten werde es Schwierigkeiten bereiten, die 20-Prozent-Marke zu erreichen.

Der Senatsausschuß forderte die Handelsbeauftragte auf, ihn innerhalb von 20 Tagen über die Rechte der USA aus dem Vertrag zu informieren und mitzuteilen, welche Mittel der US-Regierung nach dem Vertrag oder nach anderen Bestimmungen zur Verfügung stehen. Ferner wollen die Senatoren wissen, welche Maßnahmen Hills plant, falls Japan seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht nachkomme.