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08.11.1991 - 

Quartalszahlen sind nach wie vor nicht berauschend

US-Hardwaregrößen klagen weiter über die weltweite Absatzmisere

MÜNCHEN (CW) - Die Profite stagnieren, gehen zurück oder haben schon lange Minuszahlen Platz gemacht - einmal mehr fielen die Quartalsergebnisse vieler amerikanischer Hardwaregrößen eher bescheiden aus. Immerhin aber meldete sich Digital Equipment nach hohen Verlusten im vierten Quartal und im gesamten Geschäftsjahr 1990/91 mit schwarzen Zahlen zurück.

Gewohnt ist die DV-Branche die Verlustmeldungen von Unisys. Immerhin verringerte der Mainframe-Anbieter aus Blue Bell im dritten Quartal den Minusbetrag auf 75,8 Millionen Dollar, nachdem im vergleichbaren Vorjahresabschnitt noch ein Verlust von 357 Millionen Dollar angefallen war - allerdings inklusive einer außergewöhnlichen Belastung von 181 Millionen Dollar für Personalabbau und innerbetriebliche Umstrukturierungsmaßnahmen. Noch nicht eingeflossen in das diesjährige dritte Quartalsresultat ist der Verkauf der Netzwerkdivision Timplex, die Unisys rund 207 Millionen Dollar einbrachte.

Chairman und CEO James Unruh zeigte sich mit dem erzielten Ergebnis zufrieden, Der Betriebsgewinn, zitiert das "Wall Street Journal" den Unisys-Chef, habe sich trotz der geringeren Einnahmen im dritten Quartal verbessert, und die Kosten zeigten weiter Tendenz zur Verringerung. Auch der Schuldenberg sei um rund 400 Millionen Dollar abgebaut worden. Zum ersten Mal seit drei Jahren habe man die Verbindlichkeiten unter die Drei-Milliarden-Dollar-Grenze drücken können.

Anzeichen von Stabilisierung sehen auch die Verantwortlichen der Wang Laboratories Inc. Der Minicomputerhersteller aus Lowell mußte im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres zwar erneut Verluste melden - der Fehlbetrag belief sich auf 9,8 Millionen Dollar nach einem Nettogewinn von 2,6 Millionen Dollar im Vorjahresabschnitt. Dennoch erklärte Chairman Richard W. Miller, angesichts der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Situation und der derzeitigen Probleme der DV-Industrie stimme das Ergebnis zuversichtlich: "Unsere Umsätze beginnen sich zu stabilisieren, und unsere Strategie fängt an zu greifen." Gegenüber dem Vorjahresquartal gingen die Einnahmen allerdings von 563,8 auf 460,7 Millionen Dollar zurück.

CDC wieder in der Vorlustzone

Wieder einmal in die Verlustzone rutschte die Control Data Corp. (CDC). Im dritten Quartal mußte die Company aus Minneapolis rote Zahlen in Höhe von 7,5 Millionen Dollar hinnehmen, nachdem man im Vorjahresabschnitt noch einen Gewinn von 8,5 Millionen Dollar eingefahren hatte. Der Umsatz ging um rund 21 Prozent von 434,1 auf 344,9 Millionen Dollar zurück. CDC-President Lawrence Perlman begründete das enttäuschende Abschneiden seines Unternehmens unter anderem mit der allgemein schwachen Wirtschaftslage und der weltweiten Talfahrt der Computerindustrie. Darüber hinaus habe die Computer Products Division just in der Zeit in der UdSSR einen Großauftrag abwickeln wollen, als der Putsch-Versuch stattfand.

Perlman weiter: "Dieses dritte Quartal hat gezeigt, wie zerbrechlich das neu konstruierte Gerüst von Control Data noch ist. Aber wir sind optimistisch, daß sich die strategische Dreiteilung des Unternehmens längerfristig gesehen noch auszahlen wird." Trotz der roten Zahlen will CDC das laufende Geschäftsjahr mit Gewinn abschließen.

Noch nicht verdaut hat AT&T den Computerbrocken NCR. Für das dritte Quartal mußte die New Yorker Telefongesellschaft einen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar ausweisen - dafür verantwortlich war allerdings eine außergewöhnliche Belastung von 4,2 Milliarden Dollar für die Übernahme von NCR, die daraus resultierenden Umstrukturierungsmaßnahmen, aber auch für die geplante Rationalisierung im Telecom- Bereich. Außerdem will AT&T in den kommenden 27 Monaten, so schreibt die "Financial Times" die Belegschaft um rund vier Prozent (rund 14 000 Arbeitsplätze) kürzen. An Einnahmen verzeichnete die Telefongesellschaft gut elf Milliarden Dollar.

Erstmals wurden im dritten Quartal die Ergebnisse von AT&T und NCR konsolidiert. Da aber NCR für den dritten Abschnitt ebenfalls keinen Profit anzubieten hatte - der Computerhersteller aus Ohio machte einen Verlust von 82 Millionen Dollar (inklusive einer Belastung von 200 Millionen Dollar) -, zeichnet sich ab, daß NCR den New Yorkern zumindest kurzfristig kein Wachstum bescheren wird.

Der Umsatz des Computerproduzenten reduzierte sich gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal um zehn Prozent auf 1,38 Milliarden Dollar. Chief Financial Officer Alex Mandl erklärte dazu, die Resultate von NCR seien zwar unter den ursprünglichen Erwartungen geblieben, dem Rest der Industrie ginge es aber auch nicht besser. Zum Ende des Geschäftsjahres will AT&T schwarze Zahlen schreiben, obwohl für die ersten neun Monate nunmehr ein Fehlbetrag von 113 Millionen Dollar angefallen ist.

Mit einem beträchtlichen Gewinneinbruch hatte die Amdahl Corp. im dritten Quartal zu kämpfen. Der Profit fiel um 88 Prozent von 46,6 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahresabschnitt auf nur noch 5,5 Millionen Dollar. Rückläufig war auch der Umsatz. Die Einnahmen im Berichtsquartal beliefen sich auf 419,3 Millionen Dollar nach 488,4 Millionen Dollar in der dritten Periode 1990. Der PCM-Anbieter führt den drastischen Ertragssturz vor allem auf einen schwachen Europa-Markt zurück. Dieser hatte im Vorjahr noch mit einem Drittel zum Gesamtgeschäft beigetragen.

Bei dem kalifornischen Workstation-Spezialist Sun Microsystems stagnierten die Erträge im ersten Quartal 1991/92. Das Unternehmen aus Moutain View verzeichnete einen Profit von 26,8 Millionen Dollar nach 26,1 Millionen Dollar im Vorjahresabschnitt.

Der Umsatz stieg um rund elf Prozent von 677 auf 754,9 Millionen Dollar. Größere Gewinnsprünge erwartet die Company auch für die kommenden Monate nicht.

Auch Supercomputerhersteller Cray Research, der gerade über die Übernahme von FPS Computing (Floating Point Systems) nachdenkt, blieb in Sachen Gewinn im dritten Quartal 1991 nahezu auf Vorjahresniveau. Erzielt wurde ein Profit von 28,1 Millionen Dollar.

Im vergleichbaren Vorjahresabschnitt hatte das Unternehmen mit 27,5 Millionen Dollar nur unwesentlich weniger verdient. Die Einnahmen konnte Cray Research von 186,7 auf 205,6 Millionen Dollar steigern.

Die Digital Equipment Corp. (DEC), Maynard, zeigte sich im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres ergebnismäßig wieder etwas erholt. Nach den hohen Verlusten im Abschlußabschnitt des letzten Fiskaljahres - Rückstellungen von 1,1 Milliarden Dollar hatten der Company ein Quartals-Minus von 871 Millionen Dollar und einen Gesamtjahres-Fehlbetrag von 617 Millionen Mark beschert - konnte DEC nun wieder einen Profit von 28,6 Millionen Dollar ausweisen. Dies bedeutet gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (26,2 Millionen Dollar) eine Steigerung von neun Prozent. Der Umsatz nahm um sechs Prozent von 3,1 auf 3,3 Milliarden Dollar zu, was vor allem auf die Einnahmen im Service-Geschäft zurückzuführen ist, die gegenüber dem ersten Vorjahresquartal um 16 Prozent zulegten.

Trotz des positiven Resultats übt sich Senior Vice-President John F. Smith in Zurückhaltung. Die wirtschaftliche Misere, zitiert das "Wall Street Journal" den DEC-Manager, halte an, nehme gobale Dimensionen an und erstrecke sich geographisch auf nahezu alle Gebiete. Ob Europa, Japan oder der Rest der Weit - überall sei die Nachfrage schwach. Smith: "Wir werden uns aber darauf einstellen und entsprechend planen."